Viele Oldtimer ohne H-Kennzeichen in Deutschland

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Grundsätzlich verschafft das H-Kennzeichen für Fahrzeuge mit einer Erstzulassung vor mindestens 30 Jahren finanzielle Vorteile und die freie Fahrt in Umweltzonen. Doch inzwischen verzichten viele Halter auf das in der Vergangenheit nützliche steuerliche Privileg. Das hat einen besonderen Grund.

Die Gesamtzahl der historischen Autos mit H-Kennzeichen betrug mit Stand 1. Januar 2016 343.958 Fahrzeuge (PKW, Nutzfahrzeuge).

Das H-Kennzeichen verliert für Oldtimer in Deutschland an Attraktivität, weil immer mehr Oldtimer-Fahrer auf das besondere Kennzeichen verzichten, weil es ihnen keine steuerlichen Ersparnisse mehr bringt.

BMW - Neue Klasse - mit H-Kennzeichen
BMW – Neue Klasse – mit H-Kennzeichen

Manche Autos aus den 80er Jahren fahren inzwischen mit normaler Besteuerung günstiger. Das liegt an der damals beginnenden Ausrüstung mit einem Katalysator und damit der steuerlichen Einstufung von EUR 1 und teilweiser nachträglicher Nachrüstung auf EUR 2 durch Einbau eines Kaltlaufreglers.

Vorteil von Fahrzeugen mit H-Kennzeichen war bisher die pauschale Kfz-Steuer in Höhe von 191 Euro und die freie Fahrt in Umweltzonen.

Beispiele für Steuereinstufungen

Auch Fahrzeuge mit einem Motor mit relativ wenig Hubraum (FIAT 500, BMW Isetta, Honda S800 oder NSU Ro80 mit Wankelmotor (Gewichtsbesteuerung) bezahlen nach den normalen Tarifen eine Kfz-Steuer, die mitunter deutlich unter 191 Euro liegt. Die Beispiele lassen sich fortführen.

Bei einem Mercedes-Benz mit Dieselmotor ohne Kat oder einem Classic Car aus den USA mit mehreren Litern Hubraum wird sich das H-Kennzeichen auch künftig lohnen.

Ein BMW E30 mit 2 Liter Hubraum mit Katalysator, Kaltlaufregler und der Einstufung EUR 2 bezahlt heute 147 Euro Kfz-Steuer, aber mit Kat und Einstufung EUR 1 macht die Erlangung des H-Kennzeichens Sinn, denn die reguläre Steuer beträgt 302 EUR.

Die Rettung des H-Kennzeichens könnte ausgerechnet die Plakette für Autos mit niedrigem Stickoxid-Ausstoß (NOx) sein. Pkw, die nur wenig NOx emittieren, sollen künftig einen blauen Aufkleber erhalten, um auch dann in die Umweltzonen der Städte einfahren zu dürfen, wenn für alle anderen Fahrzeuge Fahrverbote gelten.

Wird der Plan mit der zusätzlichen blauen Umweltplakette auch zum Ausschluss von Fahrzeugen mit Ottomotoren der Abgasnorm EURO 1 und EURO 2 aus den Umweltzonen der Großstädte führen, dann wäre das H-Kennzeichen für diese Fahrzeuge wieder von großem Interesse.

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