Die Automobilindustrie im Osten vor 1989

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Die Automobilindustrie im Osten vor 1989, aber hinter dem „Eisernen Vorhang“, litten wie ganz Europa unter akutem Rohstoffmangel. Zwei Gründe sind dafür verantwortlich: Zum Teil zerstörte Produktionsstätten und Abbau der Produktionseinrichtungen durch die Sowjetunion nach 1945.

Bald setzte die amerikanische Hilfe ein, der sogenannte Marshallplan (European Recovery Program – kurz ERP), den die unter sowjetischem Diktat stehenden Länder nicht annehmen durften. Dadurch und durch die Planwirtschaft verzögerte sich der Wiederaufbau in diesen Ländern erheblich.

Sowjetische Forderungen als Siegermacht und hohe Reparationszahlungen haben die durch die Kriegsereignisse gebeutelte Industrie zusätzliche geschwächt. An einigen Orten wurden ganze Produktionsanlagen demontiert und in die Sowjetunion abtransportiert.

Aero Typ 10 Baujahr 1932
Aero Typ 10 Baujahr 1932

In Westdeutschland fanden die BMW-Werke und Auto-Union neue Standorte. Trotzdem wurde die Kopie eines erfolgreichen BMW Motorrads Jahrzehnte in Russland als Dnepr produziert, aber qualitativ auf einem niedrigen Niveau.

In den Satellitenstaaten wurden die Automobilfabriken, Karosseriewerke und Zuliefererfirmen verstaatlicht. Betriebe mit mehr als 500 Mitarbeitern bereits im Herbst 1945, kleinere Betriebe im 1948. In diesen Betrieben herrschte bald Chaos und Misswirtschaft. Die neunen Chefs verstanden von der Führung solcher Konstruktions- und Produktionsbetriebe wenig. Die fähigen Manager wurden als Staatsfeinde gebrandmarkt oder gar eingesperrt.

Obwohl die tschechischen Werke im Krieg nicht sehr gelitten haben, musste auch hier von der Waffenherstellung auf den Automobilbau umgestellt werden. Man setzte auf bewährtes, aber oft veraltetes.
Durch die politische Isolation mangelte es an Devisen, so dass man nicht in die Entwicklung moderner Fahrzeuge mit modernen Technologien investieren konnte. Die Unternehmen Praga, Walter, Aero mussten bald die Produktion einstellen, Sodomka wurde zur Karosa und Skoda baute bis 1964 quasi Fahrzeuge mit Vorkriegstechnik. Alle Nachkriegsmodelle, Tudor, Sedan, Spartak, Octavia waren eigentlich anders karossierte Vorkriegs-Populars, dass zumindest was das Fahrwerk und die Motorisierung anbelangt. Skoda überlebte, andere Autohersteller nicht.

Text: J.H. und GWP

Weitere interessante Beiträge zu den erwähnten Marken finden Sie mit diesen Links:

Die Beiträge zur Serie Automobilindustrie im Osten vor 1989 werden ergänzt.

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