Wandel rund um das Hobby Oldtimer

Werbung

Alle Fahrzeuge werden zu einer Veranstaltung zugelassen

Auf einer traditionsreichen „Oldtimer-Veranstaltung“ an einem der letzten Sonntage waren bei 130 teilnehmenden Fahrzeugen nur noch 3 Vorkriegsfahrzeuge dabei! Überwiegend waren Youngtimer bis Baujahr 1997 zu sehen, die man heute noch oft im Straßenverkehr erleben kann. Weiterhin waren Geschicklichkeitsprüfungen eingeplant, die lange Wartezeiten vor diesen Prüfungen für jedes Team verursachte. Warum muss ich für einen Stau Teilnahmebeitrag zahlen? Das sind einige Punkte wie ein langjähriger Veranstalter gute Erfahrungen der vergangenen Jahre mit einer Oldtimer-Veranstaltung in reizvoller Landschaft vernichtet. Offensichtlich ist das kommerzielle Ergebnis wichtiger als die Zufriedenheit der Teilnehmer. Die Erwartungshaltung vieler Teilnehmer wurde enttäuscht!

Um klar Oldtimer-Veranstaltungen von Youngtimer-Veranstaltungen zu unterscheiden, habe ich im Veranstaltungskalender die Abfrage Fahrzeuge bis Baujahr zugelassen im Formular eingefügt. Somit können Interessenten an einer Veranstaltung mit der Ankündigung im Veranstaltungskalender zukünftig erkennen, welche Fahrzeuge der Veranstalter gerne als Teilnehmer sehen möchte. Über die Zahl der Teilnehmer und Qualität der Veranstaltung können natürlich in einer Ankündigung keine Aussagen gemacht werden.

Ein Plakat der Firma Horch Zwickau
Ein Plakat der Firma Horch Motorwagenwerke AG, Zwickau

Der sichtbare Wandel in der Oldtimer-Szene

Mehrere Beobachten zeigen deutlich, dass ein Wandel rund um das Hobby Oldtimer Realität ist. Immer mehr ältere Fahrzeuge oder Sammlungen finden sich auf den einschlägigen Internetportalen. Auch die kostenlosen Anzeigen mit Angeboten diverser Marken und Modelle nimmt ständig zu. Die hochpreisigen Auktionen der bekannten Auktionshäuser spielen in einer anderen Liga mit teilweise abgehobenen und unrealistischen Preisen. Sicherlich steht dabei nicht das Hobby Oldtimer bei einem Erwerb im Vordergrund. Einzelne Rekorde in US-Dollar, die gut für Schlagzeilen in den Medien sind, sollten nicht darüber hinwegtäuschen, dass „normale Klassiker“ viel mehr Zeit bis zu einem neuen Käufer brauchen als in den letzten Jahren.

Ob es das Alter der Fahrzeugeigentümer ist, die ihre alten Autos verkaufen wollen oder weil sich die Kinder oder Enkel für das Altblech nicht interessieren, bleibt meistens unbeantwortet. Die verlangten Preise für die Objekte sind teilweise sportlich, die Fotos und Beschreibungen sind teilweise dürftig und bei einzelnen Recherchen falsch.

Vorkriegsklassiker und selbst Autos aus den 50er- und 60er Jahren scheinen zunehmend an Wert zu verlieren. Auch viele Clubs klagen über altersbedingte Abgänge bei den Mitgliedern. Junge Leute haben heute meist andere Interessen und verbringen viel Zeit in virtuellen Welten (Spiele).

Schwacher Motor- und Bremsleistung contra gestiegener Verkehr

Ein weiterer Grund für Verkäufe dürfte der weiter zunehmende und immer dichtere Verkehr sein. Das rücksichtslose Fahren und Missachtung langsam fahrender Oldtimer von einigen Zeitgenossen können weitere Gründe sein, warum die Angebote zunehmen. Man muss sich schon als privater Fahrer oder in einer Gruppe Gleichgesinnter verkehrsarme Nebenstraßen suchen, um wirklich Freude am Fahren mit dem Oldtimer zu genießen.

Schwache Motorleistungen im Gegensatz zu heutigen Kleinwagen bzw. SUV und vier gut eingestellte Trommelbremsen verzögern schlechter als zwei Scheibenbremsen an der Vorderachse. Wenn eine Trommelbremse ein Rad genauso schnell zum Blockieren bringt, dann dürfte es keinen nennenswerten Unterschied zur Scheibenbremse geben. Jedoch bei einer längeren Bergabfahrt und wiederholtem Bremsen lässt die Wirkung der Trommel deutlich schneller nach. Das ist vermutlich auch ein Grund, dass immer weniger Veteranen mit Bremsen, die nur auf die Hinterräder einwirken an immer weniger bei öffentlichen Veranstaltungen teilnehmen.

Grundsätzlich muss man als Fahrer eines frühen Fahrzeugs für viele andere Verkehrsteilnehmer heute verstärkt mitdenken, um wieder heil nach Hause zu kommen, denn 2017 ist der mit Verbrennungsmotoren ausgestattete Fahrzeugbestand in Deutschland bei 63 Millionen angelangt! Dazu gehören Personenwagen, Lastwagen, Omnibusse, Zweiräder, Baustellen-/Landwirtschafts-Fahrzeuge u.a..

Werbung
Die Redaktion freut sich über das Teilen des Beitrags oder eine kleine Unterstützung:

Zum Lesen und Ansehen empfohlen

Werbung
Werbung