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Concours d’Elégance Luzern

Bereits in den zwanziger Jahren gab es in der Schweiz sogenannte „Schönheitskonkurrenzen für Automobile“. Die erste Luzerner „Schönheitskonkurrenz für Automobile“ fand 1928 statt und wurde bis 1955 durchgeführt. Höhepunkt der Veranstaltungen war jeweils die Präsentation der Automobile am Nationalquai in Luzern. 

Tatra T600 in Luzern

Tatra T600 in Luzern

Die Automobile wurden in verschiedene Klassen eingeteilt, gemäss Reglement bewertet und ausgezeichnet. Diese Auszeichnungen waren seitens der teilnehmenden Karossiers aus dem In- und Ausland und bei den Importeuren der ausländischen Fahrzeug-Hersteller begehrt. Publizität, Aufträge und Prestigegewinn waren der Zweck und logische Folge.
 
Diese langjährige Tradition am Nationalquai Luzern wurde in Zusammenarbeit von Autoconcours, Verkehrsmuseum Luzern mit dem Swiss Car Register (SCR) als „Concours d’Elégance International“ wiederbelebt. Federführend, zusammen mit vielen Helfern, ist der Kurator Urs-Paul Ramseier, der die Show fachmännisch kommentierte.

Ausgewählte historische Automobile wurden von der Ausstellung im Verkehrshaus Luzern zum Nationalquai in Luzern gefahren. Genau dort hin, wo damals diese „Schönheitskonkurrenzen für Automobile“ in dem einmaligen Ambiente, mit einem besonderen Flair stattfanden und das „zahlreiche und reiche Publikum“ begeisterten.

Am 18.9. wurden etwa 40 Fahrzeuge aus 7 Jahrzehnten ausgestellt und bewertet. Es ist zu vermerken, dass die meisten Teilnehmer auf Achse kamen. Ein riesiges RR Cabriolet und sein Inhaber fuhren über 3000 km und das schon seit 30 Jahren. Das sagte mir sein Besitzer.

Andere Fahrzeuge nahmen am Klausen-Rennen teil, der Jaguar E-Type stand schon in Genf 1961, der anwesende Lincoln Cosmopolitan, voll gestopft mit elektrischen und hydraulischen Komfortfeatures, gewann diese Konkurrenz schon im 1949!

Und so könnte man weiter erzählen: Ein aerodynamischer Tatraplan nahm die Reise aus Tschechien auf sich, bekam dafür tosenden Applaus, zog staunende Zuschauer und Fotografen an. Raritäten wie gleich zwei Alfa 1750 von Zagato, einer besser als neu, der andere, als ob er direkt von einem Rennen kam, standen unweit vom originalen Studebaker President in Bicolor-Ausführung. Seine Kategorie gewann ein Riley Cabrio. Erstaunlich, ein Mercedes Mannheim 290 Cabrio, stand für Perfektion der Verarbeitung und ästhetische Harmonie, trotzdem fuhr der Besitzer ohne Preis nach Hause. Mehrere Fahrzeuge waren mit Kundenkarosserien von Graber, Worblaufen, Reinbold & Christé oder Langenthal ausgestattet.

Best of Show gewann ein Aston aus der Walter Frey Sammlung. Das Publikum hingegen wählte einen Nachkriegs-Jaguar XK Cabrio.

Text und Bilderrechte: Dr. Georg W. Pollak, sc.

 

 

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