Artikelformat

Messerundgang Techno Classica Essen 2015

Werbung

Über die nicht zählbaren sehr hochpreisigen Porsche 911, ab 40.000 Euro bis 1,2 Mio Euro in allen Variationen und Farben möchte ich hier nicht berichten. Auch wird dieser Bericht keinen der bekannten teuren Mercedes-Modelle enthalten. Vielmehr möchte ich mich anderen Fahrzeugen bei meinem Messerundgang widmen, die Aufmerksamkeit verdienten. Das extrem hohe Preisniveau und der Wandel beim Käuferpublikum zum Investoren drohen Leidenschaft und Passion für das Hobby Oldtimer zu verdrängen. Das ist der Sache nicht förderlich. Geschätzt dürften etwa 2.000 der 2.500 angebotenen Automobile auf der diesjährigen Techno Classica mehr als 50.000 Euro gekostet haben!

Überwiegend waren optisch gut heraus geputzte Händlerfahrzeuge für sechs-stellige Euro zu bestaunen. Selbst Jaguar E-Typen wurden von mehr als 100.000 Euro bis zu 250.000 Euro angeboten! Bekannt ist, dass Fahrzeuge der 1. Serie teurer sind als spätere Modelle des Herstellers. Hochpreisige Fahrzeuge erfordern zum Kaufpreis extrem hohe Vollkasko-Versicherungen, so dass sie eigentlich kaum gefahren werden. Das Versicheurungsgewerbe, war auch wieder zahlreich vertreten, um die verkaufte Fahrzeuge zu versichern.

Die großen Hersteller wie Volkswagen und Töchter, BMW und Mercedes präsentierten im Stile der IAA Altes und Neues parallel.

Wegen 60 Jahre Citroën DS gab es natürlich auch einige Ausstellungsstücke. Doch was hat ein fabrikneuer Citroën bei einer Oldtimer-Ausstellung zu suchen, und dazu noch eine Deutschland Premiere? Auch andere Hersteller warben ebenso mit neuen Modelle für Ihre Produkte.

Autobianchi A112 und Mini

Autobianchi A112 und Mini Meilensteine in der Entwicklung von Kleinwagen

Die Zahl der gut gemachten Replikate von Originalen und Specials steigt. Original und Fälschung sind nur schwer zu unterscheiden. Doch was steckt wirklich Echtes und überholter alter Technik unter dem ausgestellten Lack- und Chromglanz?

Clubs werden immer mehr an den Rand der Messe gedrückt, denn ehemalige Standplätze von Clubs wurden teilweise durch Händler ersetzt. An einem Stand der BulliKartei e.V. wurde die für mich richtige Frage gestellt: “Restaurieren oder im Originalzustand belassen?” Darf ein “Oldie” aussehen wie ein “Oldie” oder gilt nur neu in Lack und Leder?


Die ausgewählten Fotos des Messerundgangs sind nicht repräsentativ für das Angebot der Messe!

Die Preise kennen seit Jahren meist nur die Richtung nach oben. Auch einige bekannte Ladenhüter wurden wieder von Händlern ausgestellt.

Auffallend war, dass nur noch sehr wenige Automobile und Motorräder aus den Anfängen der Motorisierung aus der Zeit vor dem WWII angeboten wurden. Ein Markt, der wohl für Händler momentan nicht lukrativ ist. Auch wird der Markt für Einsteiger in der Preisklasse ab 10.000 Euro auf der Messe nicht bedient. Das liegt wohl an den hohen Standmieten der Messe und weiteren Kosten für die Schaustellung. Im Katalog der Messe wurden Schnäppchenmärkte im Freilgelände auf Seite 114/115 angekündigt. Doch auf dem Freigelände war diesbezüglich nichts zu finden. Viele teure Händlerfahrzeuge waren ausgestellt, die in den übervollen Hallen keinen Platz mehr fanden.

Fazit: Es war eine sehr einseitige Schau des Hobbys Oldtimer, aber trotzdem waren viele Fahrzeuge sehenswert, die bei Oldtimer-Treffen aller Art im Freien nie zu sehen sein werden. Über 2.500 Fahrzeuge standen nach Angaben des Veranstalters auf der Techno-Classica Essen zum Verkauf. Damit war die Messe wohl der weltgrößte Handelsplatz der Klassikerszene.

Werbung
Werbung

 

Werbung

 

Danke sagen!
Die Redaktion freut sich über eine kleine Unterstützung von 5,00 € oder das Teilen des Beitrags:

Zum Lesen und Ansehen empfohlen