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Tipp: Cabrio und dessen Pflege

Cabrio-Besitzer bringen ihre “Schätzchen” mit den steigenden Frühlingstemperaturen wieder auf die Straße. Nach dem Winterschlaf sollte die Fahrzeugtechnik geprüft und den Autos eine Frühjahrs-Pflege-Kur gegönnt werden.

Kurz-Check der Technik

Auch im Stand können Autos verschleißen: Dichtungen trocknen aus, Flüssigkeiten verschwinden, Öl altert, Bremsflüssigkeit zieht Luftfeuchtigkeit an, Reifen werden platt. Öl und Wasser prüfen und ergänzen, Treibriemen ansehen, nach längerem Motorstillstand Zündkerzen rausdrehen, etwas Öl in jeden Zylinder sprühen und den Motor ohne Zündkerzen mit dem Anlasser für 10 Sekunden durchdrehen. Die Öldruckanzeige sollte dabei ansteigen. Danach Kerzen wieder montieren, Zündkabel richtig aufstecken und den Motor erstmals vorsichtig starten, dabei hohe Drehzahlen vermeiden. Bremsflüssigkeitsstand prüfen, das Auto auf den ersten Kilometern auch wegen möglichem Rost auf den Bremsscheiben vorsichtig „einbremsen“ und die nächste Tankstelle zum Luftdruck prüfen ansteuern.

Gummis und Dichtungen pflegen

Gummidichtungen und -lippen an Fenstern, Verdeck und Türen können bei längerem Stillstand hart werden. Mit speziellen Gummi-Pflegemitteln kann man das Material wieder elastisch machen und gleichzeitig reinigen, bevor man Fensterheber und Verdeck erstmals wieder betätigt. Auch die Türdichtungen sollte man pflegen, denn sie sind vielfach Formteile und im Ersatz sehr teuer.

Jaguar XK Cabrio

Jaguar XK Cabrio

Verdeck säubern und imprägnieren

Empfindliche Stoffverdecke sollten, wenn möglich manuell gereinigt werden. Zwar sind die meisten Cabrios inzwischen durchaus Waschanlagen tauglich, die Wäsche per Hand ist jedoch materialschonender. Falls das Fahrzeug im Winter bewegt wurde, sollten nun mit einer weichen Bürste die Streusalzränder entfernt werden. Auch von innen sollte der Cabrio-Himmel gereinigt werden zum Beispiel mit Polsterschaum. Sind Kratzer in der Kunststoffheckscheibe, sollte diese mit Spezialmitteln gründlich poliert werden. Geheimtipp für kleine matte Stellen: Zahnpaste, die mit einem weichen Tuch unter Wasserzugabe als Politur funktioniert. Ist die Sicht stark eingeschränkt muss die Scheibe ausgetauscht werden.

Wer Zweifel hegt, ob sein Wagen noch dicht ist, sollte zudem über eine Neuimprägnierung des Verdecks nachdenken. Handlungsbedarf besteht, wenn einzelne Wassertropfen von der Verdeckhaut nicht mehr sauber abperlen, sondern unmittelbar einsickern. Die Imprägnierung muss bei trockenem Verdeck erfolgen.

Zum Saisonstart sollte auch der Schließmechanismus geprüft werden. Schuld an verdächtigen Geräuschen beim Öffnen sind in aller Regel verbogene Gestänge, schwergängige Gelenke oder nachlassende Elektro-Motoren oder bei frühen Fahrzeugen die Hydraulik. Beim ersten Öffnen genau beobachten und die Gestänge, wo möglich, vorsichtig mit weißem Fett schmieren. Falls das Verdeck klemmt, sollte man den Öffnungsvorgang und einen Fachmann zu Hilfe zu rufen. In einem ersten Schritt kann Silikonspray oder Fett helfen, die Gelenke wieder gangbar zu machen.

Vorsicht mit dem Hochdruckreiniger

Das Verdeck sollte nie mit einem Hochdruckreiniger behandelt werden. Bei hartnäckigem Schmutz sollte ein Abstand von mindestens 40 Zentimetern eingehalten werden, besser noch ist ein Meter. Denn einem aus direkter Nähe mit viel Druck auf den dünnen Stoff treffenden Wasserstrahl hat auch ein modernes Verdeckmaterial wenig entgegenzusetzen. Dauerhafte Schäden können die Folge sein. Das Abwaschen mit Spezialreiniger und Bürste ist besser.

Kopf- und Sonnenschutz nicht vergessen

Bei den ersten Ausfahrten „oben ohne“ sollte bedacht werden, dass der Fahrtwind steigende Temperaturen und Sonneneinstrahlung verdrängt. Schnell gibt es einen Sonnenbrand. Deshalb nie ohne Sonnenschutz starten. Für empfindliche Zeitgenossen hilft ein Windschott, schmerzhafte Zugluft von Kopf, Hals und Schulter fernzuhalten. Mütze und Schals sollten immer verwendet werden.

Helle Kleidung hilft, zu starkes Aufheizen des Körpers durch die direkte Sonneneinstrahlung zu mildern. In jedem Fall an Sonnencreme mit Schutzfaktor zwischen 20 bis 30 auf Gesicht, unbedeckten Armen, Hals und Schulter denken. Nicht nur lichtempfindliche Augen sollten durch eine Sonnenbrille geschützt werden. Die Brille schützt auch vor Zugwind.

Stundenlange Sonneneinwirkung sollte auch im Frühjahr wegen der UV Belastung vermieden werden. Zwischenzeitlich immer mal wieder mit geschlossenem Verdeck fahren. In der Sonne geparkte Autos nicht offen abstellen und Sitze, Lenkrad und Armaturenbrett mit hellen Frottee-Tüchern abdecken. Allergiker sollten bei hoher Pollenbelastung geschlossen fahren.

Quelle: AvD

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