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Über Rekreationen, Repliken oder Specials

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Es ist kein neuer Sachverhalt, dass bekannte Oldtimer als Rekreationen, Replicas oder Specials für Besteller in der Oldtimer-Szene gebaut werden. Die Begriffe und Umsetzungen sind fließend.

Zwei verschiedene Vorgehensweise sind dabei zu beobachten. Einmal werden auf «moderner Technik» GFK Karosserien nach historischen Vorbildern produziert und zur Technik angepasst oder es wird versucht die alten Vorbilder detailgetreu mit möglichst ähnlichem Material wie die historischen Vorbilder nach zubauen. Eine weitere Variante ist, vorhandene Fragmente eines historischen Fahrzeugs als Basis für eine Rekreation oder Special zu nutzen und dann zu komplettieren.

Aston-Martin DB4 Neubau?

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Bei Specials wird oft ein vorhandenes marodes Fahrzeug genommen, die Karosserie entfernt, die Technik revidiert und eine neue Karosserie nach Vorbildern von Rennwagen kreiert. Das ist auch der Grund warum immer mehr “Vorkriegsrennwagen” bei Veranstaltungen zu sehen sind!

Bei meiner Recherche habe ich einige Firmen gefunden, die unterschiedlichste Fahrzeuge produzieren. Viele Hersteller der Originale gehen inzwischen gegen diese “Plagiate” vor, zum Beispiel Mercedes und Ferrari.

In Deutschland ist die Automobilmanufaktur Scheib seit Jahren für die Oldtimer Reproduktion bekannt. Bekannt sind auch die Bugatti Rennwagen Nachbauten (Molsheim Aluminium Pur Sang) von PurSang aus Argentinien (Video).

Das Unternehmen Guitolar Ltda Guatemala 1221, 11800 Montevideo, Uruguay ( Torrelaro) produzierte Nachbauten des legendären Mercedes SSK mit moderner Technik. Auch gibt es einige SSK, die auf echten, aber verkürzten Mercedes Fahrgestellen aus der Vorkriegszeit neu aufgebaut wurden.

Es wurden auch diverse Nachbauten (Repliken) des Mercedes 300SL verkauft. Mercedes-Benz hat die originalgetreue Nachbildung des 300 SL gerichtlich verbieten lassen, denn die Form des Fahrzeugs ist geschützt. Die Technik wurde früher bei Scheib vom Mercedes-Benz 300 E übernommen. Aus der Schweiz gab es die Repliken Gullwing und Gullwing Roadster. Sie wurden auf einem Gitterrohrrahmen als Verbundstoffkarosserie aufgebaut und bestanden aus einer Aluminiumschicht, Epoxydharz und Glaswolle. Zur Motorisierung wurden zwei verschiedene 6-Zylinder-Versionen angeboten. In den USA wurde der Flügeltürer von der H-Wing Motors für den lokalen Markt unter dem Namen Turnkey Gullwing gebaut.

Wer einen individuellen Oldtimer nach eigenen Vorgaben gebaut haben möchte, das notwendige Guthaben auf dem Konto frei zur Verfügung hat, kann sich bei nachfolgenden Firmen sein “Wunsch-Oldtimer” bestellen:

The Guild of Automotive Restorers: Dort kann man sich zum Beispiel ein Bugatti Aerolithe bestellen. Ähnliche Rekreationen eines Bugatti sind auch aus Australien bekannt.

Wer einen Veteran haben möchte, der dem Bentley Blower optisch nachempfunden wurde, der lässt sich einen mit 27 Liter Flugzeugmotor anfertigen. Das realisiert Bob Petersen Engineering. Nätürlich können dort auch andere Wünsche erfüllt werden. Als optisches und akustisches Beispiel mag der 1930 Bentley 27-Liter aus Jay Leno’s Garage” dienen.

Es gibt noch diverse Firmen, auch in Deutschland, die das handwerkliche Geschick haben, Nachbauten nach Wünschen der Besteller zu bauen. Auch viele Fahrzeuge in den Museen der großen Hersteller sind Nachbauten bekannter Vorbilder, da sie in Rennen in Unfälle verwickelt waren, danach verschrottet oder durch Kriegsereignisse zerstört wurden.

Man kann zu diesen »Kreationen« stehen wie man will, denn aus meiner Sicht sind es keine echten Oldtimer bzw Veteranen. Vielmehr demonstrieren sie die hohe Kunst des Automobilbaus als Einzelanfertigung oder Kleinserie, sei es auf der Seite der Mechanik oder im Karosseriebau bei der Gestaltung des Blechs.

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