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Lancia Loraymo – Das hässlichste Auto der Veranstaltung

Noch nie von Raymond Loewy gehört? Bestimmt kennen Sie die klassische Cola-Flasche, das Logo von Shell, BP oder Lucky Strike. Das sind die bekanntesten Designs von ihm. Loewy gilt als der Erfinder des industriellen Designs. Auch er versuchte sich an Automobilen Mitte der 50er Jahre.

Lancia Flamina Coupé Loraymo

Lancia Flamina Coupé Loraymo

Der bei den Classic-Days Schloss Dyck im neuen Fahrerlager gezeigte Loraymo, auf Basis des Lancia Flaminia Coupés, blieb ein Einzelstück. Es lag sicherlich am ausgefallen Design und gehört für den Autor mit zu den hässlichsten Fahrzeugen in der Geschichte der mobilen Fortbewegung.

Auch den Italienern gefiel nicht, was der Amerikaner auf die Lancia Technik als Basis für eine Karosserie fertigen lies. Das Coupé steht heute betriebsfähig im Museum des FIAT Konzern (Lancia Kollektion in Turin). Es war eine Gelegenheit sich das Einzelstück näher anzusehen und einmal auf dem Rundkurs fahrend zu sehen.

Lancia Flamina Coupé Loraymo

Lancia Flamina Coupé Loraymo

Der Lancia Loraymo wurde 1960 auf dem Pariser Salon gezeigt. Heute ist das Auto zugleich ein rollendes Denkmal einer untergegangen italienischen Marke.

Der Italo-Amerikaner scheint eine Zeichnung aus einem Comicheft der 50er-Jahre als Vorbild zu haben. Die Karosserie wurde beim Karosseriebauer Motto in Turin mit den Vorgaben „Gewicht ist der Gegner“ zum größten Teil aus Aluminium gebaut. Der Wagen wiegt noch keine 1.000 Kilogramm.

Lancia Flamina Coupé Loraymo

Lancia Flamina Coupé Loraymo

Die Schnauze reckt sich extrem weit nach vorn. Der prägnante Kühlergrill besteht aus einem verchromten und schraubengefederten Stahlrahmen. Die Lampen im Kotflügel bedecken kaum die Vorderräder und die Zusatzscheinwerfer sitzen auf Miniflügeln. Der cw-Wert (Strömungswiderstandskoeffizient) dürfte erschreckend schlecht sein. Unterstrichen wird dieses eigenartige Szenario auch durch die Lackierung in der Farbe Gold.

Lancia Flamina Coupé Loraymo

Lancia Flamina Coupé Loraymo

Das Dach findet seinen Abschluss in einem kleinen Dachkantenspoiler, der wie die blanken und flachen Radkappen den Luftwiderstand senken und Verwirbelungen verhindern sollen. Das Gegenteil gegenüber der zerklüfteten Front. Das Heck wirkt etwas harmonischer. Dominant ist die große gewölbten Heckscheibe. Der Zugang zum Kofferraum erfolgt von innen, wie das damals auch bei anderen amerikanischen Sportwagen üblich war. Innen bietet das viersitzige Coupé Konventionelles. Erstaunlich sind die damals bereits vorhandenen Becherhalter.

Lancia Flamina Coupé Loraymo

Lancia Flamina Coupé Loraymo

Vermutlich diente der Lancia Loraymo wohl eine Weile als Privatauto des Designers. Das Auto wurde später verkauft, dann mit einem amerikanischen V8 an Stelle des originalen italienischen V6-Motors ausgerüstet und irgendwann stillgelegt.

Lancia Flamina Coupé Loraymo

Lancia Flamina Coupé Loraymo

Über den Lancia-Fanclub in den USA kam der verwahrloste Lancia Loraymo in den späten 70ern zu Lancia nach Italien. Im Werk wurde der Loraymo restauriert und so weit wie möglich wieder in den Originalzustand zurück versetzt. Der amerikanische V8 wich dem 2,5-Liter Sechszylinder und verrichtet noch heute seine Dienste in dem Prototyp. Der jetzige Motor leistet 120 PS, ursprünglich sollen es dank Weber-Doppelvergasern sogar 150 PS gewesen sein. Etwa 200 km/h Höchstgeschwindigkeit soll der Lancia Loraymo in seiner Jugend geschafft haben.

 

 

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