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James Bond fährt Jensen FF

Erinnern wir uns an den Sportwagenhersteller Jensen auf den britischen Inseln. Das Unternehmen Jensen Motors war ein Hersteller von Sportwagen aus West Bromwich in Großbritannien. Die Firma produzierte von 1935 bis 1976.

Die bekanntesten Sportwagen aus der jüngeren Vergangenheit waren sicherlich der Jensen C-V8. Zwar gibt Jensen das Jahr 1962 als Erscheinungsjahr des CV8 an, allerdings wurden die ersten Exemplare erst 1963 ausgeliefert. Die Chassis-Nr. 23, der älteste bekannte C-V8 in Deutschland, wurde im Juni 1963 als CV8 MK I ausgeliefert. Der MK I unterscheidet sich vom MK II und MK III an den Positionslichtern auf den Kotflügeln. Insgesamt wurden nur 69 MK I gebaut. Der MK II war ab Oktober 1963 zu kaufen und wurde 250 mal produziert. Die Produktion des MK III begann im Juni 1965 und erreichte eine Stückzahl von 181.

Der Jensen C-V8 erhielt 1962 einen 5,9-Liter-Achtzylinder-V-Motor von Chrysler und später einen Motor mit 6,3 Litern Hubraum. Der recht leichte Sportwagen mit glasfaserverstärkter Kunststoff Karosserie wurde durch den leistungsstarken Motor zum schnellsten 4-Sitzer seiner Zeit. Der Stil der Karosserie war auffällig. In vier Jahren wurden ungefähr 500 Fahrzeuge im Werk produziert.

Im Jahr 1966 wurde dann der Jensen Interceptor vorgestellt. Das Design besorgte die Carrozzeria Touring in Italien. Jetzt war die Karosserie aus Stahl und anfänglich ebenfalls in Italien bei Vignale produziert worden. Später ging die Produktion an Jensen über. Der Motor war zu Beginn der Produktion der 6,3-Liter-Chrysler-Motor analog dem Jensen C-V8. Die Produktion endete 1970 und vom Jensen Interceptor Mk II bereits 1971. Seit 1971 kamen im Jensen Interceptor Mk III Motoren mit 7,2 Litern Hubraum zum Einbau. Der Neupreis lag im Jahr 1972 bei 36.045,95 DM. Die gesamte Produktion endete 1976 mit dem Konkurs des Unternehmens.

Bis in das Jahr 1965 hatten nur Geländefahrzeuge einen zuschaltbaren Vierradantrieb und normale Personenwagen hatten entweder die Antriebsachse an den Hinterrädern oder an den Vorderrädern.
Der Traktorenbauer Harry Ferguson wollte den permanenten Vierradantrieb auch in Personenwagen implantieren und investierte sehr viel Geld zur Erreichung des Zieles. Der Antrieb debütierte 1961 im Formel-1-Monoposto Ferguson P99 mit Stirling Moss als Fahrer.

Nach dem Tod von Harry Ferguson führte die bekannte Traktorenfirma Tony Rolt. Dieser vereinbarte mit seinem Freund Richard Jensen eine Zusammenarbeit und so gelangte die Technik in einen Jensen Sportwagen. Vorgestellt wurde das neue Modell im Jahr 1965 auf der London Motorshow noch unter derGfK-Karosserie des C-V8.

Jensen FF mit Allradantrieb und ABS Baujahr 1970

Jensen FF mit Allradantrieb und ABS Baujahr 1970 © Fotoquelle und Bildrechte: Wikipedia Author: pullen

Im Jahr 1966 wurde dann der Jensen FF (Ferguson Formula) vorgestellt. Das Auto war damals eine technische Sensation und war seiner Zeit weit voraus. Er war mit einem Allradantrieb und ABS ausgestattet. Diese neue Technologie wurde unter der modifizierten Karosserie des Jensen Interceptors versteckt. Die Technik war anspruchsvoll und der Preis für den Jensen FF war hoch, so dass der Schrittmacher wirtschaftlich kein Erfolg war.

Da es damals noch keine elektronischen Steuerungen und Visco-Kupplungen gab, war der von Jensen eingebaute Allradantrieb recht komplex. Der eingebaute Chrysler V8 gab über eine Dreigang-Automatikgetriebe das Drehmoment über ein zentrales Planetendifferentialgetriebe an die vier Räder weiter. Die Hinterräder erhielten zwei Drittel und die Vorderräder ein Drittel der Kraft.

Die im Jensen FF eingebaute mechanische Antiblockiereinrichtung war ein System namens Dunlop-Maxeret. Die Mechanik stellte das Stehenbleiben des Rades fest und reduzierte dann den Bremsdruck, so dass die Vorderräder lenkbar blieben.

Im Lincoln Continental erschien 1968 ein weiteres Antiblockiersystem und Daimler-Benz kam erst 1978 mit einer Version auf den Markt, die in Kundenfahrzeuge eingebaut wurde.

Für die Freunde des Jensen FF mit Vierradantrieb und ABS und gibt es gute Nachrichten. Letzte Woche wurde in London der neueste Band der Bond Serie namens „SOLO“ vorgestellt. Geschrieben hat Ihn der Schriftsteller Wiiliam Boyd. Zur Überraschung fährt James Bond bei diesem Abenteuer einen Jensen FF als Dienstfahrzeug und keinen Aston Martin DB5. Die stolzen Eigentümer eines Jensen FF wird es freuen und den Wert gut gepflegter Jensen FF in die Höhe treiben.

Wer mehr über die Sportwagen von Jensen wissen möchte, schaut auf die Webseites des Jensen Owner Clubs.

 

 

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