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Bugatti Royale – der Grösste aus Molsheim

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Der Bugatti Type 41, auch als Bugatti Royale bezeichnet, war das Spitzenfahrzeug des französischen Automobilherstellers Bugatti aus Molsheim. Ziel von Ettore Bugattis war es, ein Luxusfahrzeug zu konstruieren, das von dem stärksten und laufruhigsten Motor seiner Zeit angetrieben werden sollte. Es sollte gegen Modelle von Rolls-Royce, Mercedes-Benz, Maybach und Cadillac bestehen können. Die Zielgruppe der Käufer waren europäische Königshäuser und die Reichen der Zeit.

Bugatti Typ 41 "Royale" Baujahr 1926

Bugatti Typ 41 „Royale“ Baujahr 1926

Der Bugatti Type 41 war aufwändig konstruiert. Dank seines starken Motors erreichte er eine Höchstgeschwindigkeit von 200 km/h. Der Motor schöpfte seine Kraft aus 12,7 Liter Hubraum. Die Karosserie hatte eine Länge, je nach Ausführung des Chassis von 6 – 6,5 Metern. Das Leergewicht des Royale betrug 3000 – 3300 kg. Gefertigt wurde er in den Karosserieformen Tourenwagen, Roadster, Limousine, Cabriolet, Landaulet. Die Karosserien des „Royale“ erregte Aufsehen.

Der Antrieb erfolgt durch einen Achtzylinder-Reihenmotor, den Bugatti von einem nicht in Serie gegangenen Flugzeugmotor Type 34 von 1923 ableitete. Er hatte in typischer Bugatti-Manier einen Motorblock in Monoblock-Bauweise. Es gab keinen abnehmbaren Zylinderkopf. Das machte ihn sehr widerstandsfähig, erforderte aber zum Austausch eines Ventils den Ausbau und das Zerlegen des Motors. Der Block ist eineinhalb Meter lang und ist verziert mit von Hand angebrachtem Zapfenschliff. Die massive Kurbelwelle ist neunfach gelagert. Ebenfalls charakteristisch für Bugatti dieser Epoche sind die drei Ventile pro Zylinder. Der Motor wird mit 14 Litern Öl geschmiert, mit 48 Litern Wasser gekühlt und aus einem Benzintank mit 190 Liter versorgt. Bohrung und Hub betragen beim Prototypen 125 x 150 mm was einen Hubraum von 14.7 Liter ergibt; für die Serienmodelle wurden 125 x 130 mm gewählt.

Der Achtzylinder-Motorblock ist von den Abmessungen und vom Hubraum her eines der größten Triebwerke, die damals in einem Straßenfahrzeug verwendet wurden. Er war so elastisch, dass der Wagen ab ca. 10 km/h in den 2. Gang geschaltet und so mühelos auf über 100 km/h beschleunigt werden konnte. Zur Leistung gibt es sehr unterschiedliche Angaben zwischen 200 PS und 300 PS.


Das Auto war gleichwohl kein kommerzieller Erfolg für Bugatti in Molsheim. In den Jahren zwischen 1926 – 1933 entstanden lediglich sechs Fahrgestelle, von denen zwei nicht verkauft werden konnten. Trotzdem gehört der „Royale“ zu den größten und teuersten Klassikern der Automobilgeschichte.

Da 100 Motoren gefertigt wurden, diese aber nicht benötigt wurden, fanden sie Verwendung in den bekannten Bugatti Triebwagen für die SNCF. Somit wurde der Royale doch noch ein Erfolg.

Der abgebildete Bugatti Royale wurde im Park des Residenzschlosses Ludwigsburg fotografiert. Der Bugatti Type 41 „Royale“ Coupé Napoléon, Fahrgestell Nr. 41-100 befindet sich in der Cité de l’Automobile – Musée National – Collection Schlumpf. Weitere vier Fahrzeuge befinden sich im Privatbesitz oder Museen.

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