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Oldtimer sind nicht einfach alte Autos!

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World Motoring Heritage Year 2016

World Motoring Heritage Year 2016
© Fotoquelle und Bildrechte: FIVA

Ziel ist es, automobiles Weltkulturgut zu schĂŒtzen, zu erhalten und zu fördern. Nachdem die Zahl der Umweltzonen in Europa weiter wĂ€chst, setzt sich die FIVA (Weltverband der Oldtimerclubs und -verbĂ€nde) fĂŒr eine klare Unterscheidung zwischen „alten“ und „historischen“ Fahrzeugen ein sowie fĂŒr eine europaweit einheitliche Politik zu Ausnahmeregelungen fĂŒr Oldtimer.

Die FIVA hat VerstĂ€ndnis fĂŒr die Notwendigkeit von Umweltzonen, da StĂ€dte den in den EU-Richtlinien zur LuftqualitĂ€t formulierten Zielen sowie den von der Weltgesundheitsorganisation geĂ€ußerten Gesundheitsaspekten genĂŒgen mĂŒssen. Klar ist, dass ein Oldtimer nicht die Abgas-Standards aktueller Modelle erfĂŒllen kann. Zwischen den 30er, 50er, 80er Jahren und dem aktuellen Stand der Technik liegen Welten. Deutlich relativiert wird dies allerdings dadurch, dass der aktive Fahranteil der Oldtimer im Straßenverkehr mit einer durchschnittlichen Fahrleistung von nur ca. 1.500 Kilometern pro Jahr vernachlĂ€ssigbar gering ist. Die FIVA ist daher der festen Überzeugung, dass dieser positive Aspekt „historischer“ Fahrzeugen bei der EinfĂŒhrung von Umweltzonen anerkannt werden sollte.

Als historisch definiert die FIVA Kraftfahrzeuge, die mindestens 30 Jahre alt sind und in historisch korrektem Zustand erhalten und nicht fĂŒr den alltĂ€glichen Gebrauch verwendet werden. Diese Fahrzeuge sind Teil unseres technischen Kulturerbes und sollten bei Überlegungen bezĂŒglich der Luftverschmutzung in StĂ€dten nicht mit alten und schlecht erhaltenen Autos, die als billiges, alltĂ€gliches Fortbewegungsmittel dienen, in einen Topf geworfen werden.“

Laut FIVA gibt es zahlreiche gute GrĂŒnde dafĂŒr, dass die Umweltverschmutzung durch historische Fahrzeuge unerheblich ist

  1. Oldtimer – Autos, MotorrĂ€der oder Nutzfahrzeuge – machen nur einen geringen Anteil unseres Kraftfahrzeugbestands aus und einen noch geringeren des Straßenverkehrs. Daher ist ihr Beitrag zur Luftverschmutzung entsprechend gering. Da sie im Allgemeinen nur zum VergnĂŒgen verwendet werden, sind sie in Stadtgebieten kaum zu Stoßzeiten unterwegs.
  2. Aus den genannten GrĂŒnden spielen Emissionen von diesen kulturell bedeutenden Fahrzeugen statistisch keine Rolle.
  3. Bei Oldtimern handelt es sich um gut erhaltene Fahrzeuge, die die Umwelt mit einer sehr geringen durchschnittlichen Laufleistung von nur ca. 1.500 Kilometer pro Jahr wenig belasten. Besitzer von Oldtimern geben jĂ€hrlich mehrere Tausend Euro fĂŒr Restaurierung, Ersatzteile und Zubehör, Wartung und Reparatur aus.
  4. Oldtimer werden sorgsam gefahren, daher auch die sehr niedrigen VersicherungsprÀmien.
  5. Nur wenige historische Fahrzeuge sind mit Dieselmotoren ausgestattet, auf die viele Umweltzonen abstellen.

Es wĂ€re sehr bedauerlich, wenn dieser wichtige Aspekt unseres technischen Kulturerbes zunichte gemacht wĂŒrde. SĂ€mtliche Verbote oder BeschrĂ€nkungen, die den Gebrauch historischer Fahrzeuge betreffen, sind nicht nur den Besitzern gegenĂŒber unfair, sondern wirken sich auch auf Tausende von Kleinbetrieben aus, die von der Oldtimer-Bewegung abhĂ€ngig sind.

Viele EU-LĂ€nder haben bereits Ausnahmen fĂŒr historische Fahrzeuge von den Umweltzonenregelungen beschlossen – dazu gehören Deutschland, Italien, Ungarn, die Tschechische Republik, DĂ€nemark, Schweden und das Vereinigte Königreich.

Allerdings haben die verschiedenen Nationen unterschiedliche Regelungen und in manchen LĂ€ndern sind die Vorschriften von Ort zu Ort verschieden. FĂŒr Oldtimerbesitzer ist das schwer nachvollziehbar.

„Zusammenfassend möchten wir unsere Interessen gegenĂŒber EU-Abgeordneten zu drei Themen vertreten. Erstens soll es eine klare Definition von historischen Fahrzeugen geben, im Unterschied zu dem Begriff „altes“ Fahrzeug. Zweitens sollen
historische Fahrzeuge von Umweltzonenregelungen ausgenommen werden. Und drittens soll die Ausnahme einheitlich Anwendung finden, d.h. nicht nur in einzelnen LĂ€ndern sondern EU-weit. Dort wo es Umweltzonen gibt oder geplant sind, ermutigen wir Oldtimer-Clubs und -EigentĂŒmer ebenfalls Einfluss auf die nationalen Regierungen zu nehmen.“

Quelle: FIVA

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