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Tschechischer Porsche im Škoda-Museum Mladá Boleslav

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Im Škoda-Museum Mlada Boleslav findet jedes Jahr eine interessante Vortragsreihe statt. Welches Thema hat das größte Interesse? Natürlich schnelle Autos! Den Vortrag übernahm der neue Chef der Skoda-Rennovationswerkstatt Michal Velebný selbst.

Skoda 110R Coupé

Skoda 110R Coupé © Fotoquelle und Bildrechte: Ing. Jaroslav Liska

Das Skoda 110R Coupé wurde auch „Tschechischer Porsche“ genannt. Er war von Rennfahrern begehrt, gehasst, konkurrierte in den Siebzigern 
erfolgreich mit bedeutend fortschrittlicheren und teureren Wettbewerbswagen aus dem Westen.

Skoda 110R Coupé

Skoda 110R Coupé © Fotoquelle und Bildrechte: Ing. Jaroslav Liska

Das 110 R Coupé konstruierte der Rennfahrer Ing. Šedivý (Fotos 1 und 2), der mit seinem Beifahrer, Jiří Janeček, ab 1972 mehrere Rennen mit diesem Wettbewerbsfahrzeug absolvierte. Das Auto hatte eine angepasste, verbesserte Motorraum-Belüftung hinten und einen vorne eingebauten Wasserkühler. Sein abgesenktes Dach gab den Auto etwas bessere Aerodynamik. Gewichteinsparungen brachten einige Bauteile aus gepresstem Alublech. Breitere Reifen wurden auf Elektron(Leichtmettal)felgen montiert.

Der Vortrag lautete „ Škoda S 200 RS oder drei Musketiere des Supersports“. Das zahlreiche Publikum erfuhr (fast) alles über die kleinen Rennautos aus den Jahren um 1972 und später, als diese Boliden im Werk- Kvasiny gebaut wurden. Man muss nicht betonen, dass der Bau und die nötigen Tests unter recht widrigen Umständen von statten gingen. Es wurden tausende von unbezahlten Überstunden investiert und dem Material und Geldmangel musste man damals mit erfinderischem Geist begegnen.

Skoda 200RS Coupé

Skoda 200RS Coupé © Fotoquelle und Bildrechte: Ing. Jaroslav Liska

Diese Eingriffe und Erfolge auf den Rennpisten gaben den Ausschlag zum Bau des Skoda 180 / 200 RS und später des noch bekannteren S 130 RS, mit dem nun auch Mathias Kahle an Rennen für historische Fahrzeuge, wie z.B. Histo Monte erfolgreich teilnimmt.

1974 entstand ein weiteres Coupé S 180/200 RS. Auch an deren Bau war der Konstrukteur Ing. Sedivy beteiligt.
 Die Karosserie war nochmals niedrigerer gestaltet und die Spur verbreitetert worden (Fotos 3 und 4). Die um 50 mm flachere Karosserie stammte vom Serienwagen S 110 R. Ihr Dach wurde an den Säulen um 75 mm gesenkt. Die Blechverkleidung wurde aus Alu gefertigt. Die Radläufe und Kotflügel wurden für die Aufnahme von breiten 
Rädern umgestaltet und die Motorhaube wurde aus GFK hergestellt. Der Wagen hatte eine Schräglenker-Hinterachse. Sein OHC-Motor von 1771 ccm wurde mit zwei Weber-Vergasern bestückt und gab so 154 PS ab. Je nach Hubraum 1771 oder 1997 ccm variierte die Leistung. 
Mit einem 5-Gang-Porschegetriebe erreichte dieser Wagen max. 210 kmh.

Skoda 200RS Coupé

Skoda 200RS Coupé © Fotoquelle und Bildrechte: Ing. Jaroslav Liska

Der identische Typ S 200 RS war mit einem Motor vom 1997 ccm ausgerüstet, der 163 PS abgab und das verhalf dem Wagen zu einer maximalen Geschwindigkeit von bis zu 250 kmh.

Am Vortragsabend nahmen nebst Ing. Sedivy auch weitere Rennfahrer teil, die diese Wagen damals auch bewegten. Sie haben den Vortrag mit interessanten, ja spannenden Geschichten und Erinnerungen bereichert.
 Weitere renommierte Persönlichkeiten aus der „Skoda-Welt“, so zum Beispiel die Schriftsteller und Journalisten Jan Tuček und Jan Králík, berichteten über publikumswirksame Themen. F.Kusovsky stellte Vorkriegskonstruktionen vor, Historikerin L.Kempna erläuterte den Export der Fahrzeuge, Chefarchivator L. Nachtmann brachte bislang Unbekanntes aus dem Skoda-Archiv den Gästen. Der Sohn des Konstrukteurs vom Popular, P.Hrdlicka, des historisch erfolgreichsten Skodas und H. Cerveny beschlossen die Vortragsreihe.

Text und Fotos: Ing. Jaroslav Liska und Dr.Georg W.Pollak, sc. deutsche Fassung

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