60 Jahre BMW 700 – ein rundes Jubiläum

In diesem Jahr feiert der BMW 700 das runde Jubiläum 60 Jahre. Für das Unternehmen BMW waren die Jahre 1958- 1959 bittere Verlustjahre. Die Oberklasse der BMW-Palette hielt sich nur schwerlich. Mit jedem verkauften Barockengel machte BMW 4000 Mark Miese. Dazu kam, dass auch die Boxer-Motorräder kaum mehr Absatz fanden. Auch der Nachfolger der beliebten Isetta, der BMW 600, scheiterte an den gestiegenen Ansprüchen der Kundschaft. Rollermobile hatten keinen Platz mehr im Deutschen Wirtschaftswunder-Land. Gute Geschäfte sehen wahrlich anders aus.

BMW 700 Limousine
BMW 700 Limousine

Wohlahnend gab der BMW Vorstand schon Ende 1957 den Auftrag, in Zusammenarbeit mit einer italienischen Karosseriefabrik einen konventionellen Kleinwagen zu entwickeln und zu bauen. Im Juli 1958 wurde der von der italienischen Designer-Schmiede Michelotti konstruierte Wagen präsentiert. Auf Basis des Entwurfs entwickelte BMW die beiden vorgesehenen Karosserievarianten Coupé und Limousine des BMW 700.

BMW 700 Coupe Heck
BMW 700 Coupe Heck

Auch wenn BMW Kleinigkeiten am Blechkleid des Zweitürers änderte, galt der neue BMW als lupenreines italienisches Designerobjekt. Dem 700er fehlte nahezu jene bekannte deutsche Klobigkeit, er wies das damals schwer angesagte Trapezdesign aus, das italienische Dolce Vita, das zu der Zeit viele teurere Autos trugen, z. B. die großen Fiat- und Lancia-Typen. Trotzdem wurde auf die bewährten Teile des BMW 600 zurückgegriffen. So passte BMW die bewährte Vorderachse an. Auch die Hinterradaufhängung übernahm man. Ebenso wurde das voll synchronisierte Vierganggetriebe sowie das Kegelraddifferential vom BMW 600 übernommen – und natürlich kam der von 600 auf 700 Kubikzentimeter vergrößerte Boxermotor zu Einsatz.

Der damalige Generaldirektor Heinrich Richter-Brohm ließ das Fahrzeug wegen der äußerst angespannten wirtschaftlichen Situation von BMW vorzeitig präsentieren. Nicht erst zur IAA im September, sondern bereits im Juni 1959 zeigte BMW in Feldafing am Starnberger See den neuen „BMW 700“. Von diesem Augenblick an legte der 700er eine steile Karriere hin und wurde zur Basis des zukünftigen Erfolgs von BMW. Von August 1959 bis 1965 fand der BMW 700 fast 190.000 Käufer.

BMW 700 Sport
BMW 700 Sport

Der BMW 700 war das erste Fahrzeug von BMW mit selbsttragender Karosserie. Für 5.300 DM einschließlich Heizung stand das neue Coupé auf dem BMW Stand in Frankfurt. Daneben stand die viersitzige Limousine, die Anfang 1960 in Serie ging. Mit einem Kaufpreis von 4.760 DM war sie um rund 600 DM günstiger als das Coupé und bot mehr Platz. Hier konnten vier erwachsene Personen locker sitzen.

Auch sportlich gesehen lief es gut: Der 60-jährige Hans Stuck gewann im BMW 700 die Bergmeisterschaft der Saison 1960 und Walter Schneider holte 1961 den Titel des Deutschen Rundstreckenmeisters. Das half, um vom Image der noch immer kränkelnden Marke BMW abzulenken.

Ergänzung von unserem Leser H. Fischer

Der Wiener Vertreter der Marke BMW Wolfgang Denzel baute Ende der 40er bis Ende der 50er sehr erfolgreiche Sportwagen.

Prototyp BMW 700
Prototyp BMW 700 gebaut von Vignale nach Zeichnung von Michelotti © Fotoquelle und Bildrechte: Sammlung H.Fischer

Da der Verkauf der BMW Wagen schlecht lief, zwischen den Modellen Isetta und 501/502 war ein zu großes Loch, lies im Dezember 1957 Denzel eine Zeichnung bei Michelotti anfertigen und zwei Modelle des WD 600 bei Vignale anfertigen. Die fahrfertigen Prototypen wurden im Juli 1958 am Starnberger See dem BMW Vorstand und Händlern vorgeführt. Bei BMW wird heute gerne verschwiegen wer der BMW Retter war.

Prototyp BMW 700
Prototyp BMW 700 gebaut von Vignale nach Zeichnung von Michelotti © Fotoquelle und Bildrechte: Sammlung H.Fischer
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