Schon einmal einen Bricklin SV-1 gesehen?

Bricklin SV-1 der Exot

Der Bricklin SV-1 war das einzige Modell des kanadischen Herstellers Bricklin Vehicle Corporation und wurde innerhalb von drei Jahren lediglich in 2.875 Exemplaren produziert. Aus lagernden Teilen sollen noch etwa 200 SV-1 hergestellt worden sein.

Bricklin SV-1 von 1975
Bricklin SV-1 von 1975

Was bedeutet SV-1?

Die Typenbezeichnung SV-1 steht für safety vehicle. Dazu zählen die nach den damaligen amerikanischen Vorschriften gebauten Stoßfänger, die Zusammenstöße mit 19km/h stand halten sollten und die geschweißte Stahlstruktur der Fahrgastzelle. Die Karosserie bestand aus einer Acrylschicht auf Glasfaser (GFK).

Bricklin SV-1 von 1975
Bricklin SV-1 von 1975

Der abgebildete Bricklin SV-1 mit der Fahrgestellnummer 2567 soll bis auf den Luftfilter und das Radio im originalen Zustand sein.

Bricklin SV-1 von 1975
Bricklin SV-1 von 1975

Die Geschichte zum Bricklin SV-1

Malcom Bricklin war ein umtriebiger Mann und konnte Menschen begeistern, Geld für Ihn und seine Vorhaben zu investieren. So überzeugte er den Premierminister Richard Hatfield der kanadischen Provinz New Brunswick von seinem Konzept eines Sicherheitsfahrzeugs. In seiner Heimat USA war er bei Geldgebern vorher abgeblitzt. Der kanadische Politiker ermöglichte mit großzügigen finanziellen Zugeständnissen den Bau der Fabrik in Saint John, einer strukturschwachen Gegend in Kanada.

Optik und Verarbeitung Bricklin SV-1

Optisch ist der Bricklin sicher ein Hingucker, die überdimensionierten Stoßflächen sicherlich gewöhnungsbedürftig. Der Kastenrahmen war mit einem integrierten Überrollbügel ausgestattet. Das Dach war für eine akzeptable Kopffreiheit zu niedrig, was ja bei aktuellen Fahrzeugen leider auch sehr oft zu beklagen ist.

Ab 1975 wurde ein Ford Windsor V8 Motor mit 223 PS (SAE PS?) eingebaut, vorher ein AMC Motor mit 177 PS. Beides motorentechnisch nichts Aufregendes.

Die Umsetzung der Ideen war schlicht eine Katastrophe. Die Passgenauigkeit der Kunststoffteile war sehr schlecht. Die Spaltmaße waren sehr ungleichmäßg und der Innenraum war ziemlich unansehnlich durch Hartplastik. Die Holzvertäfelung vor dem Fahrer schafft Eindruck im Cockpit mit viel Plastik und scharfen Kanten. Alles wirkte billig gemacht. Die Produktion begann im Herbst 1974 und die Ausschußquote soll sehr hoch gewesen sein. Auch die Betätigung der “Falcon-Wing-Türen” mittels Kompressor über einen Druckbehälter war sehr störungsanfällig.

Was blieb von der Marke Bricklin übrig?

Kenner der Szene gehen davon aus, dass etwa 1.500 Fahrzeuge bis heute überlebt haben und reichlich nach Auslieferung gebrauchstüchtig gemacht wurden. Nach dem Konkurs summierten sich die verlorenen Investitionen auf etwa 23 Millionen kanadische Dollar und das Ende eines Abenteuers.

Die Geschichte von Malcom N.Bricklin erinnert ein wenig an das irische Abenteuer DMC DeLorean.

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