Unterschiede zwischen Gestaltung und Styling

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Verkauf von ps-starken Spritschluckern

Wenn man sich auf unseren Straßen bewegt und umschaut, stellt man fest: Es herrscht zwar kein Krieg, doch die Aufrüstung ist in vollem Gang. Größer und schwerer scheint bei der Autoindustrie und Käufern hoch im Kurs zu stehen. Die Übersichtlichkeit leidet und PDC oder Rückfahrkamera sind für den Autokäufer Pflicht, um die Übersicht und Ausblick zu bewahren. Im Jahr 2017 wurden rund 522.000 SUVS neu zugelassen [1].

“Schummelsoftware” und Abschalteinrichtungen

Auch häufen sich die Skandale über “Schummelsoftware” und Abschalteinrichtungen zum Nachteil der Umwelt und führen zu erhöhten Wertverlusten der Autos bei Gebrauchtwagen. Viele Menschen glauben offenbar, sich nur noch in einem SUV sicher transportieren zu können. Das Hirn ist ausgeschaltet, denn diese Spezies benötigt mehr Treibstoff durch schlechten cw-Wert und breite und schwere Reifen.

Man hat den Eindruck, dass die Technik aktueller Verbrenner-Antriebe überwiegend aus Mechanik und Elektronik zur Vermeidung von Abgasen besteht, aber offensichtlich das Ende der Entwicklung des Verbrenners erreicht ist. Warum werden Katalysatoren nicht beim Start vorgeheizt, um ihrer Aufgabe Abgase zu neutralisieren, bereits beim Starten gerecht zu werden? Ein Vergleich sei mir gestattet: Auch aller technischer Aufwand macht ein Kernkraftwerk nicht gefahrlos!

Hinzu kommt die belanglose Karosseriegestaltung und Styling mit Beulen, Falten und sonstigem Zierrat aus glänzendem und schwarzem Plastik. Marken und Typen sind kaum noch zu unterscheiden.

Aus diesem Grund möchte ich rückblickend einmal an den Unterschied zwischen Styling und Gestaltung erinnern.

Was zeichnet Styling aus?

  • Styling zielt darauf ab, mit fast jährlicher Modifikation und oft vorgenommenen Modellwechseln beim Käufer den Anreiz zu erzeugen, ständig das neueste Modell besitzen zu wollen
  • Dient ausschließlich der Gewinnmaximierung
  • Befriedigt beim Käufer des Produkts ein künstlich erzeugtes, kleinbürgerliches Geltungsbedürfnis

Zum Thema Styling gibt es viele Beispiele, die nur kurzfristig beim Publikum und Produktion Bestand hatten. Hier ein klassisches Styling Beispiel der Opel Kapitän P2.5:

Opel Kapitän P2,5 - 1958-1959
Opel Kapitän P2,5 – 1958-1959

Wegen des hinten stark geneigten Dachs, der hinteren Panoramascheibe und der etwas schmalen Türen war das Einsteigen in den Fond für erwachsene Personen unbequem. Außerdem war die Sicht der Fondpassagiere zur Seite eingeschränkt und das tief herunter gezogene Dach bewirkte eine schlechte Sicht nach hinten, die Kopffreiheit war deswegen auch eingeschränkt. Mit aktuellen Beispielen und Zumutungen aus der Gegenwart könnte ich ganze Seiten füllen!

Was zeichnet gute Gestaltung aus?

  • Gestaltung sucht nach einer sinnvollen Synthese aus Form, Funktion und Fertigung
  • Folgt den Zielen Klarheit der Linien und Flächen, Harmonie der Gesamtproportionen sowie Verzicht auf unnötigen Zierrat und modische Effekte
Cisitalia 1950
Cisitalia 202 – 1950

Der Cisitalia 202 hatte eine außergewöhnlich gute Gestaltung und benötigte keinen Zierrat. Er war Vorbild und Inspiration für viele Generationen Sportwagen der 50er und 60er Jahre.

[1] Quelle: Statista

Exkurs zum Thema SUV

Warum sind SUV heute so beliebt? Der durchschnittliche Mensch ist heute bequemer geworden. Selbst Kleinwagen müssen heute vier Türen haben, manchmal auch nur in der Größe, dass man eine Tasche auf die Rückbank legen kann. Vordersitze zur Rückbank umklappen ist nicht mehr zeitgemäß. Die automobile Dekadenz gipfelt darin, dass bequemes Einsteigen und hohes Sitzen heute angesagt ist. Viel Größe macht viel her und nutzt dem eigenen Ego.

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