Tucker 48 – Wer hat bereits einen gesehen?

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Angeblich soll es etwa 10.000 Automarken bzw. Hersteller vor langer Zeit weltweit gegeben haben. Bis auf ganz wenige Hersteller haben die meisten aus den unterschiedlichsten Gründen nicht überlebt und mussten ihre Werke schließen oder wurden fusioniert. Eine dieser kurzlebigen Unternehmen war die Firma Tucker.

Das Unternehmen Tucker spielte gegen Ende der 1940er Jahre des letzten Jahrhunderts nur eine kleine Rolle in den USA. Insgesamt schaffte es die Tucker Corporation aus Chicago in den USA innerhalb ihrer kurzen Existenz, ein einziges Modell auf die Räder zu stellen und davon gerade einmal 51 Exemplare zu produzieren. 47 Autos haben bis heute überlebt. Eines davon soll am 18. Januar 2018 von Sotheby’s versteigert werden.

Tucker 48
Tucker 48 Frontansicht © Fotoquelle und Bildrechte: Sotheby’s

Preston Tucker, 1903 geboren in der Nähe von Detroit, muss schon früh seine Liebe zum Automobil entwickelt haben. Angeblich soll er schon im Alter von elf Jahren hinter dem Steuer gesessen, mit 16 einen schwunghaften Gebrauchtwagenhandel aufgezogen und später nach abgebrochener Schulausbildung eine Laufbahn als Polizist eingeschlagen haben. Er war von den schnellen Autos und Motorrädern der Polizei fasziniert. Seine Karriere endete allerdings abrupt als sich herausstellte, dass er für den Dienst viel zu jung war. Danach eröffnete er eine Tankstelle und arbeitete kurze Zeit bei Ford am Fließband. In den 1930er Jahren begeisterte er sich für den Motorsport, beschäftigte sich mit der Konstruktion eines Panzers und scheiterte später an der Entwicklung eines Kampfflugzeugs.

Tucker 48
Tucker 48 Dachansicht © Fotoquelle und Bildrechte: Sotheby’s

Sein großer Wurf gelang Preston Tucker kurz nach Kriegsende mit der Präsentation des Tucker 48, des ersten und einzigen Autos seiner Marke. Der Tucker 48 war in den USA seiner Zeit um Längen voraus. Auto von morgen, „Car of Tomorrow“, lautete der Werbeslogan für den Wagen.

Tucker 48 Innenraum
Tucker 48 Innenraum © Fotoquelle und Bildrechte: Sotheby’s

Seine Karosserie vom Designer Alex Tremulis unterschied sich drastisch von damals gewohnten Formen und zeichnete sich durch einen Luftwiderstandsbeiwert von 0,27 (?) cw-Wert aus. Zudem bot das Auto Sicherheitseinrichtungen, die erst Jahre später Standard wurden, zum Beispiel Sicherheitsglas, Sicherheitsgurte, Scheibenbremsen, gepolstertes Armaturenbrett und Kurvenlicht. Sein Sechszylinder-Boxermotor mit Benzineinspritzung mit 5,5 Liter Hubraum, 167 PS befand sich im Heck und trieb später den Helikopter Bell 47 an.

Tucker 48 Motorraum
Tucker 48 Motorraum © Fotoquelle und Bildrechte: Sotheby’s

Chrysler, Ford und General Motors war der unwillkommene Newcomer mehr als nur ein Dorn im Auge. Sie versuchten, ihn mit allen legalen und illegalen Mitteln aus dem Weg zu räumen und hatten Ende der 1940er Jahre mit ihren Schmutzkampagnen Erfolg. Preston musste sich wegen angeblicher Steuerhinterziehung in Höhe von 30 Millionen Dollar vor Gericht verantworten. Er wurde zwar freigesprochen, konnte sich aber von dem Schlag bis zu seinem Lebensende 1956 nicht mehr erholen.

Den Tucker 48, der am 18. Januar in Phoenix/Arizona beim Auktionshaus Sotheby’s unter den Hammer kommen soll, war im Besitz seines Produzenten Preston Tucker bis der ihn 1955 an den Gouverneur von Arkansas verkaufte. Der wiederum reichte den Wagen 1959 an einen Besitzer in Los Angeles weiter. Während Preston Tucker ihn schon 1948 in einem Werbefilm und in Farbe für sein Unternehmen auftreten ließ, spielte das Auto 1988 auch eine Rolle in Coppolas Film über Preston Tucker („The Man and his Dream”). Obwohl das inzwischen von Grund auf restaurierte Fahrzeug im Laufe seines 70jährigen Lebens durch eine Vielzahl verschiedener Hände wanderte, ist seine Laufleistung erstaunlich kurz. Auf dem Tacho stehen nur 19199 Meilen was 30898 Kilometern entspricht.

Die Schätzung für den Tucker 48 liegt bei $1.250.000 – $1.500.000. Der Verkauf erfolgt ohne Limit.

Auktion: Sotheby’s

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