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Rolls Royce Einzelanfertigung aus den 30er-Jahren

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Es war damals nichts außergewöhnliches, wenn man bei einem der englischen Karossiers ein Rolling Chassis von Rolls Royce „verkleiden“ ließ. So bekam auch das Unternehmen J.und W.Georgeson in Aberdeen 1935 einen solchen Auftrag.

Der Auftraggeber war James Scott und wählte für seine Bestellung das Chassis GUL 17, um darauf ein sportliches Coupé bauen zu lassen. Nebst einigen Sonderwünschen, wie ein Schwiegermuttersitz (Rumble Seat) und Form des Hecks, die sehr an amerikanische Coupés erinnerte, wünschte er eine zusätzliche Lüftung für die Fahrerkabine.

Rolls-Royce Chassis GUL 17 mit Georgeson Karosserie

Rolls-Royce Chassis GUL 17 mit Georgeson Karosserie

Mr. Scott ließ sich immer chauffieren. Es war vorgesehen, dass dieses Coupé immer zu zweit gefahren wird. Nicht nur er, sondern auch sein Fahrer, waren große Liebhaber von Zigarren. Aus diesem Grund wurden im Wagen 15 cm tiefe Aschenbecher eingelassen und eben ein Lüftungsfenster auf dem Dach. Beides sind recht ungewöhnliche Ausstattungen.

Karosseriebau J.und W. Georgeson war nicht auf Rolls-Royce Chassis spezialisiert. Nach dem Ersten Weltkrieg verlor seine Firma den Anschluss, so dass dieses Fahrzeug das Einzige blieb, das er auf einem Rolls-Royce Chassis aufgebaut wurde. Daher ist dieses Fahrzeug weltweit ein Unikat.

Rolls-Royce mit Sonderkarosserie

Rolls-Royce mit Sonderkarosserie

Sein Eigentümer, James Scott bevorzugte dieses Auto für tägliche Ausfahrten, obwohl er schon mehrere Rolls Royce besaß. Sehr oft fuhren sie zu Dritt, zwei Personen Zigarren rauchend und auf dem Schwiegermuttersitz (Rumble Seat) nahm ausschließlich der Golf Caddy Platz. Das Coupé behielt Mr. Scott bis 1968, denn damals war er bereits 85 Jahre.

Der Rolls-Royce GUL 17 ist außerordentlich gut erhalten. Motor, Getriebe und Kraftübertragung wurden revidiert. Zusätzlich zu diesen Besonderheiten stehen alle erdenklichen Dokumente zum Auto zur Verfügung. Beginnend mit der Original-Bestellung und des Prüfstand-Protokolls des Typs 25/30 von 27. April 1936, über Belege der Revisionen der Aggregate, selbstverständlich matching number, bis zum FIVA-Pass von 2016.

Text und Fotos: Dr. Georg W.Pollak, sc.

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