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Warnung vor manipulierten Unfällen

Nicht immer geschehen Unfälle zufällig – immer öfter helfen Täter nach, um ahnungslose Autofahrer in Unfälle zu verwickeln, bei denen die Verursacher profitieren. Der Automobilclub von Deutschland (AvD) deckt auf, woran man gefährliche Situationen oft schon vor dem Unfall erkennen kann.

Nach AvD Erkenntnissen, die sich mit denen von Polizei und Versicherern decken, treten bei fingierten Unfällen oft mehrere Faktoren gemeinsam auf:

  • Eine unübersichtliche Straßenführung
  • Trickreiche Rechts-vor-Links-Situationen
  • Ausgekundschaftete Fahrgewohnheiten
  • Widrige Witterung und oder Tageszeiten
  • Beteiligte Fahrzeuge mit Vorschäden
  • Lautstarke Zeugen und Beteiligte und anderes mehr
Speichenrad

Speichenrad nach Unfall

Beispiele für fingierte Unfälle

In großen, mehrspurigen Kreisverkehren drehen die Täter auf der Außenspur mehrere Runden, bis sie ein Auto entdecken, das von der mittleren Spur nach rechts außen abbiegen will – sie behindern das durch Parallelfahrt.

Bei geplanten Spurwechseln auf mehrspurigen Schnellstraßen setzt man sich neben den Spurwechsler.

Beim Einfädeln auf die Autobahn bremsen die Täter auf der Beschleunigungsspur genau dann hart ab, weil „doch noch ein Auto links vorbei fuhr“, wenn der Hinterherfahrende in seinen Rückspiegel schaut.

Täter nutzen verwirrende Fahrbahnmarkierungen und beharren ohne zu bremsen bis zum Zusammenstoß auf ihrer Fahrspur.

Rechts-vor-Links-Erzwingen an unübersichtlichen Stellen und anderes mehr.

Wer das Gefühl hat, reingelegt worden zu sein, muss sich besonnen verhalten. Man sollte die Unfallsituation fotografieren, Datum, Uhrzeit, Witterung festhalten und ebenfalls, ob das gegnerische Fahrzeug auch an anderen Stellen beschädigt ist. Versucht die Gegenseite es mit Einschüchterung, sollte man auf die Polizei bestehen. Doch Vorsicht: Oft sind die Täter nach der StVO im Recht – es ist fast wichtiger, die eigene Versicherung von den Zweifeln in Kenntnis zu setzen. Die Versicherer tauschen sich über die Unfallbeteiligten aus. Typische Verläufe oder auch häufig auftretende Beteiligte werden besonders genau überprüft, häufiger nach bestimmtem Schema Tätige werden entdeckt.

Indizien für einen gestellten Verkehrsunfall sind oftmals

  • Vorgeschädigte Fahrzeuge
  • Hochwertige Gebrauchtfahrzeuge oder
  • Kurzzeitig versicherte Fahrzeuge auf Schädiger-Seite
  • Abrechnung auf Reparaturkostenbasis
  • Einfach zu stellender Unfallhergang
  • Bestimmt auftretende oder miteinander bekannte Zeugen
  • Abgelegener oder auch sehr zentraler Unfallort

Wer im Straßenverkehr das Gefühl hat, andere Verkehrsteilnehmer verhalten sich beharrlich, sollte sein geplantes Fahrmanöver abbrechen, wenn es auf Kollisionskurs führt. Vorsicht ist auch bei Autofahrern geboten, die versuchen, im toten Winkel neben einem zu bleiben – es kann sein, dass sie nur auf den Spurwechsel warten, der ihre Bahn kreuzt.

Immer wieder kommt es auch vor, dass Geschädigte nach kleinen Bagatellunfällen über Verletzungen klagen, die dann zu großen Ausgleichszahlungen führen. Als mutmaßlicher Verursacher hat man kein Recht, diese Verletzungen anzuzweifeln. Aber man kann auch in einem solchen Fall seine Versicherung von den eigenen Zweifeln unterrichten und seine Beobachtungen zum Unfallhergang auch vor Gericht schildern.

Etwa die Hälfte aller fingierten Unfälle „liegt in der Luft“, das heißt, ein umsichtiger Autofahrer bemerkt die zugespitzte Situation, reagiert und kann sie vermeiden. Man muss nur bereit sein nachzugeben und im Zweifel dem anderen den Vorrang lassen. Das kann viel Ärger und auch den unberechtigten Eintrag von Punkten im Zentralregister vermeiden helfen.

Quelle: AvD

 

 

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