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Peter Monteverdi, Rennfahrer, Konstrukteur und GeschÀftsmann

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Geboren 1934, verbrachte er sein ganzes Leben in Binningen bei Basel und starb auch 1998 dort. Der technisch interessierte und begabte Junge baute schon mit 16 Jahren in der Werkstatt seines Vaters fĂŒr sich aus Abbruchautos einen recht schnellen Flitzer. Dieser Erstling ist erhalten und im Museum zu sehen. SpĂ€ter setzt Monteverdi die so angefangene Karriere als Rennfahrer fort.

Monteverdi Museum

Monteverdi Museum

Gleichzeitig leitete Monteverdi schon als 22 jĂ€hriger die vom Vater geerbte Lastwagenwerkstatt, die er bald zur Vertretung fĂŒr Luxusfahrzeuge ausbaute. 1957 bekam er eine Ferrari-Konzession,und wurde so weltweit der jĂŒngste Ferrari HĂ€ndler. Peter Monteverdi erwarb in den darauf folgenden Jahren auch noch Vertretungen fĂŒr BMW, Lancia, Bentley und Jensen.

Monterverdi High-Speed

Monterverdi High-Speed

Zwischen 1956 und 1961 bestritt er auf Ferrari (12x), dann mit Lotus, Gordini und 300 SLR, auch siegreich, an die 80 Berg-, Rund-, und Langstreckenrennen u.a. die 1000 km auf dem NĂŒrburgring.

Ab 1960 startet Peter Monteverdi seine dritte Karriere als Rennwagenbauer. Es kamen nur noch die eigenen Konstruktionen unter der Bezeichnung: MBM (Monteverdi Binningen Motors) zum Einsatz. Darunter waren diverse Formel Junior Rennwagen, die in Kleinserien hergestellt wurden. Die sich immer wieder Àndernden Kategorien und Reglementation machten dem Hersteller zu schaffen. SpÀter baute Monteverdi sogar den ersten, je in der Schweiz gebauten, Formel 1 Rennwagen (1990).

Nach einem schweren Unfall auf dem Hockenheimring, musste Monteverdi das Rennfahren aufgeben und begann sich ganz dem Aufbau seiner Firma zu widmen. 1965 entschloss er sich Sportwagen der gehobenen Klasse herzustellen. Schon zwei Jahre spÀter erschien unter dem Namen MONTEVERDI High Speed 375 (1967) der erste Rassesportwagen mit einer Karosserie von Pietro Frua.

Die Herstellung der MONTEVERDI Automobile wurde in einen Neubau verlegt. Es folgten diverse High Speed CoupĂ©s, GT, Cabriolets (Typen S, L,) und seit 1971 Luxuslimousinen (HS 375/4). Die schnittigen Karosserien liess er in Italien anfertigen, was ihm aber zu Hause keine Sympatien eintrug. Mit der Konstruktion eines Supersportwagens mit Mittelmotor, genannt MONTEVERDI Hai 450 SS, schuf Monteverdi ein CoupĂ©, das der Zeit weit voraus war. Geplant war eine Serie von 50 StĂŒck. Die zeitlose Karosserie wurde bei Fissore hergestellt. Dieses Geschoss war schneller als Ferraris, trotzdem wurde es nur einmal verkauft. Es verbrauchte fast 30 L / 100km, wog ĂŒber 1700 kg und war nicht sehr kurvenfreundlich. 2010 wurde der Hai SS in einer Auktion fĂŒr 400.000 Euro verkauft.

Monteverdi 375S Berlinetta

Monteverdi 375S Berlinetta

Die Ölkrise verlangsamte den Umsatz von Sportwagen, aber Monteverdi lancierte 1976 einen Luxus GelĂ€ndewagen. Der Safari (1976) und Sahara Jeep (1978) wurde besonders im Nahen Osten, bei den Arabern beliebt, wo der Benzinpreis keine Rolle spielte. Schliesslich sind die Falken und Ihre Besitzer an den Komfort gewöhnt. Jeeps wurden mit viel Holz und Leder, Klima und einem starkem V8 Chryslermotor, Hubraum bis 8 Liter, ausgestattet. Diese GelĂ€ndewagen haben sich auch kommerziell ausbezahlt. Es wurden total etwa 2.500 StĂŒck gebaut.

Mercedes Sierra von Monteverdi

Mercedes Sierra von Monteverdi

Monteverdi versuchte sich auch im Design von alltĂ€glichen Autos wie Mercedes. Die Reiselimousine Sierra brachte pro Wagen 5 CHF an Tantiemen durch den Verkauf seinen Namens an Ford. Weil der Sierra 2,7 milionenmal verkauft wurde, kam eine schöne Summe zusammen. Ein „ Monteverdi-Armeejeep“ blieb nur ein Projekt, der von Lastwagenbauer Saurer gekauft wurde. Es wĂ€re sonst der grösste Fisch gewesen, den Monteverdi je an Land gezogen hĂ€tte.

Monteverdia Tiasa V8

Monteverdia Tiasa V8

1990 kaufte Peter Monteverdi zusammen mit dem Ferrari-Vertreter Foitek das Formel 1 Team ONYX Grand Prix. Nur eine Saison konnte mit eigener Konstruktion gefahren werden. Die Kosten ĂŒberstiegen jede Vorstellung. 1992 war dann die Produktion in Binningen mit dem Monteverdi Hai 650 F1, einem (fast) strassentauglich verkleideten Formel 1 Wagen zu Ende.

Heute ist in Binningen, in den ehemaligen Produktionshallen, auf drei Stockwerken ein eindrĂŒckliches Museum. Siebzig, zu meist fahrbereiter Edelfahrzeuge, sind Zeugen des Autobaus von Peter Monteverdi. Der Hausherr, Paul Berger ist ein begnadeter ErzĂ€hler und fĂŒhrt durch sein Reich mit Übersicht, grossem Wissen und Humor.

Kontakt: Paul Berger, +41 61 421 45 45, MONTEVERDI Automuseum, CH-4102 Binningen/Basel

Quelle: Dr. Georg W.Pollak, sc.

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