Brooklands Museum – Oldtimer Autobusse bei London

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Brooklands ist in der Rennszene hauptsächlich durch den ersten Rundkurs der Welt bekannt. Ebenso weltbekannt ist das Automuseum und die englischen Omnibusse, nicht nur weil sie meistens doppelstöckig sind …

Brookland-Museum historische Omnibusse
Brookland-Museum historische Omnibusse © Fotoquelle und Bildrechte: Dr. Jiří W. Pollak, sc.

Unweit vom außerordentlich gut erhaltenen Holzbau des Brooklands Racing Clubs befindet sich das beschauliche Brooklands Museum. Was eher nach einem Zirkuszelt aussieht, beinhaltet in der Tat eine schöne Sammlung von Oldtimer Autobussen, neueren Modellen und zeitgenössischer Dokumentation. Diese Sammlung wird deswegen auch häufig von Schülern und Auszubildenden besucht, unterstützt von hilfsbereitem Personal.

Brookland-Museum Omnibus
Brookland-Museum Omnibus © Fotoquelle und Bildrechte: Dr. Jiří W. Pollak, sc.

Viele Unikate aus der Zeit zu Beginn des 20 Jahrhunderts, speziell vom Londoner Busverkehr sind nach Restaurierung durch den Busverein zu sehen. Seine Mitglieder rekrutieren sich zumeist aus der „Firma“ Londoner Bustransport, auch wenn es keine eigentliche Gesellschaft gab, sondern fast jede Buslinie war ein privates Unternehmen.

In grellen Farben stehen die Omnibusse in Reihen. Ob die auffälligen Farben schon damals ein Sicherheitsmerkmal waren, bleibt ein Geheimnis der Geschichte. Jede Reihe im Museum wird von einem Aufseher betreut und wartet förmlich auf Fragen, die er dann mit Ausdauer beantwortet. Man spürt die Verbundenheit dieser Leute mit der Sammlung.

Brookland-Museum
Brookland-Museum zwei Omnibusse © Fotoquelle und Bildrechte: Dr. Jiří W. Pollak, sc.

Auch hier, wie in allen Museen in England ist der 2. Weltkrieg ein Thema. Fotos der Zerstörung, hier natürlich mit Autobussen und Transport verbunden sind auf einem großen Panel ausgestellt. Eine Riesenaufnahme zeigt ein Strassenbild nachdem eine Bombe zufällig den Deckel eines Strassenkanals durchbrach und erst in der Tiefe des Metrotunnels explodierte. In diesem hatten viele Menschen Zuflucht und Schutz vor Bombardement gesucht. Der Einschlag hatte natürlich fatale Folgen.

London nach Bombeneinschlag im Metrotunnel
London nach Bombeneinschlag im Metrotunnel © Fotoquelle und Bildrechte: Dr. Jiří W. Pollak, sc.

Typisch sind die asymmetrischen Frontpartien der Bus-Fahrerkabinen. Das wird dem Besucher spätestens nach der 10. Variation bewusst. Auch die Kühlerfiguren sind variantenreich. Viele Exponate stammen von Firmen, die schon vor vielen Jahren die Produktion eingestellt haben. Umso bewundernswerter und verdienstvoller ist der Fleiss des Vereins. An zwei bereitgestellten Bussen kann man die Phasen von einer umfassenden Restauration verfolgen. Beginnend mit der Zerlegung, Neuaufbau durch Stellmacher mit Eschenholz. Wenn die Karosserie wieder steht, kommt die Technik an die Reihe und der Innenausbau. Die Engländer legen großen Wert, dass Materialien der Vergangenheit verwendet werden. Dementsprechend glaubwürdig sieht das Resultat der Arbeiten aus.

Brookland-Museum Restauration
Brookland-Museum Restauration Omnibus © Fotoquelle und Bildrechte: Dr. Jiří W. Pollak, sc.

Das Entgegenkommen des Personals ist groß, denn von einem gesperrten Ausstellungsstück konnte ich bessere Fotos digital speichern.

Brookland-Museum
Brookland-Museum © Fotoquelle und Bildrechte: Dr. Jiří W. Pollak, sc.

Angrenzend zum Brooklands Museum befindet sich auf dem ehemaligen Gelände des Flugzeugbauers Vikkers ein Freilicht-Flugzeug-Museum. Ein Concorde der Britisch Airways ist “der” Publikumsmagnet. Man kann im Flugzeug eine reichhaltige Jause buchen. Champagner, Kaffee, Kuchen und Führung. Auch das Einsitzen im Cockpit eines Flugzeuges und ein individualisierten Flugschein erhalten die Besucher für stolze 79 £ (103 €). Wenn das nicht genug ist, der kann ein fürstliches Mittagessen bestellen, mit allem was die erste Klasse damals geboten hat, inklusive Betreuung und Vortrag vom ehemaligen Kapitän der Concorde Mr. Bannister. Obwohl auch dieser Preis mit 115 £ (150 €) recht hoch ist, sind diese Spezialitäten immer ausverkauft.

Brookland-Museum Concorde
Brookland-Museum Concorde © Fotoquelle und Bildrechte: Dr. Jiří W. Pollak, sc.


Zum Schluss eine Besonderheit, die mir vor den Erklärungen ein Rätsel war. Die Wege des Freiluftmuseums säumen, auf den ersten Blick, unförmliche, etwa einen Meter lange, zylindrische Betongebilde mit auffallend glatter Oberfläche. Dann erfuhr ich, dass es sich hier um Formen handelt, auf welchen die speziellen Karosserieteile der Flugzeuge von Hand aus Alublechen geklopft wurden.

Übrigens ist der Eintritt gratis in das London Bus Museum.

Text und Fotos: Dr. Jiří W. Pollak, sc., Zürich

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