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Maybach SW38 Cabriolet Karosserie Spohn Baujahr 1937

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Die Rede ist von einem Maybach SW38 Cabriolet mit vier Türen. Dieser Maybach SW38 Cabriolet hat die Wirren der Zeitgeschichte überstanden und befindet sich nach 74 Jahren erst beim vierten Eigentümer. Maybach lieferte 1937 das Fahrgestell mit der Technik, dem „flüsternden Riesen“ vom Bodensee, an die Karosseriebaufirma. Maybach lieferte ausschließlich Chassis mit der Technik.

Maybach SW38 Cabriolet Baujahr 1938

Die 4+2 plätzige Karosserie wurde von der renommierten Karosseriebaufirma Spohn in Ravensburg gebaut. Die Fondpassagiere genießen hierbei grosszügigste Platzverhältnisse. Der Stil entsprach den damaligen Formen und Zeitgeist im Automobilbau. Spohn hatte viele Fahrzeugaufbauten für Maybach Luxusautomobile neben Gläser in Dresden und wenigen anderen Karosseriefirmen geschaffen.

Fabrikschild: Spohn Karosserie Ravensburg

Der in Bildern während und nach der Restauration gezeigte Maybach kostete im Jahr 1938 als Chassis ungefähr 25.000 RM. Die Karosserie hat zusätzlich etwa den gleichen Preis wie das Chassis gekostet.

Dieser Luxuswagen wurde auf der Internationalen Automobil-Ausstellung Berlin 1938 ausgestellt. Erstbesitzer war ein Baron aus Berlin, dem das damalige Regime den Wagen schnell wieder abnahm und verkaufte es an die chinesische Militärkommission in Berlin. Der Maybach SW38 wurde während des Krieges in die Tarnfarbe umlackiert. Das seltene Cabriolet soll Deutschland nie verlassen haben.

Nach 1945 wurde der Wagen an einen Architekten verkauft, der das Auto in den 60er Jahren vollständig restaurieren ließ. Die mechanischen Arbeiten wurden in Deutschland ausgeführt und die Aufarbeitung der Karosserie in England. Bei diesen sehr umfangreichen Arbeiten, die sich über mehrere Jahre hinzogen, wurden auch Farbreste der Originallackierung entdeckt und somit konnte der Maybach wieder die Farbkombination erhalten, wie er zur Auslieferung lackiert wurde.

Der jetzige Eigentümer hat den Wagen 1988 von dem Architekten gekauft, dem zwei sehr seltene Vorkriegsautos zu viel waren. Erneuert wurde beim jetzigen Eigentümer das Cabrioverdeck, da es nicht ganz passgenau gefertigt wurde. Der Chrom war verrostet und die Stoßfänger, Radkappen und Auspuff wurden aus rostfreiem Edelstahl für das SW38 Cabrio angefertigt. Nach der Restauration hat das Maybach Cabriolet bis heute lediglich ca. 15.000 km zurück gelegt.

Das 2,3t schwere Fahrzeug ist mit vier Trommelbremsen, entsprechend dem damaligen technischen Standard, ausgestattet. Die Spitzengeschwindigkeit beträgt mit dem 4,2 Liter Motor und 170 PS ca. 170 km/Std. Die Fahrleistungen wurden zu Ihrer Zeit nur von wenigen Sport- oder Kompressorwagen erreicht. Der eingebaute Motor besitzt zwei zweistufige Vergaser.

Diese Geschwindigkeit wird ihm nicht mehr zugemutet, denn die Bremskraft der Trommelbremsen entspricht nicht den heutigen Anforderungen für kurze Bremswege. Der ursprüngliche Motor (matching numbers) ist noch vorhanden und leistete bei 3,8 Liter nur 140 PS. Er war von Maybach für die sehr schlechte Benzinqualität Ende der 30er Jahre in Deutschland angepasst worden.

Technisch interessant ist das halbautomatische Getriebe. Zum Gangwechsel wird Gas weg genommen, mit einem kleinen Hebel am Lenkrad der Gang vorgewählt und wieder Gas gegeben und der Gangwechsel erfolgte. Das Kupplungspedal dient lediglich dazu in die Vorwärts- oder Rückwärtsgänge zu schalten oder in das Untersetzungsgetriebe. Dadurch hat der Maybach 4 Rückwärtsgänge und 8 Vorwärtsgänge.

Die Luxus Fahrzeuge von Maybach waren damals beim braunen Regime nicht beliebt, da die Firma aus Sindelfingen großzügig fast den gesamten Fuhrpark für die regierenden Herren stellte.

Die vor wenigen Jahren wieder belebte Automarke Maybach hat durch eine verfehlte Politik der Mercedes Manager im Vergleich zu den Luxus-Limousinen von Rolls-Royce oder Bentley den guten Ruf bei der wohlhabenden Kundschaft verloren.

Die verlängerte S-Klasse „Maybach 62“ findet kaum noch Kunden. Das aktuelle Modell läuft heute zum Beispiel als Luxus Taxi in Moskau.

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