Artikelformat

Nenngeld Explosion bei Oldtimer-Veranstaltungen

Werbung

Nenngeld im ursprünglichen Sinn wird vom Veranstalter fest gelegt und ist vom Bewerber eines motorsportlichen Wettbewerbs zu entrichten ist, wenn er an einer Veranstaltung teilnehmen möchte.

Erfreulich ist, dass immer mehr Privatpersonen und Unternehmen alle Arten von Oldtimer Veranstaltungen organisieren. Es fällt mir auf, dass die Nenngelder oder auch Startgelder genannt, teilweise in astronomische Höhen schnellen.

Bei der Inflation der Veranstaltungen mit den Themen Concours d’Elegance, Oldtimer-Wandern, Orientierungsfahrten, Markentreffen, Sternfahrten, motorsportliche Wettbewerbe oder touristische Ausfahrten sollte man sehr genau ĂĽberlegen, was man als Fahrer und Beifahrer(in) erwartet.

Notwendig ist das sorgfältige Lesen der Ausschreibungen, denn dort steht mehr oder weniger klar ob es sich um historischen Motorsport oder Geselligkeit handelt.

Fiat Topolino (Mäuschen)

 

Ob es zwischenzeitlich zu viele Veranstaltungen für Veteranen, Oldtimer und Youngtimer gibt und die Dichte der Veranstaltungen zu groß ist, entscheiden die Teilnehmerzahlen. Ich denke auch hier wird sich Qualität im Wettbewerb der Angebote langfristig durchsetzen. Das Preis- und Leistungsverhältnis muss stimmen und für den jeweiligen Geldbeutel bezahlbar sein. Eine gute Orientierungsfahrt zu organisieren erfordert einen sehr großen Zeitaufwand auf der Strecke und am Computer.

Besonders teuer sind Ereignisse an denen A und B Promis vom Veranstalter eingeladen werden und in der Regel historische Autos aus dem Fundus eines oder mehrerer Autohersteller oder Sponsors fahren dürfen. Das sind oft Veranstaltungen, bei denen es vorrangig um Essen, Trinken, Winken und Geselligkeit geht. Alle Leistungen müssen halt von den Teilnehmern finanziert werden! Vielleicht geht es auch nur um das Gesehen werden und präsentieren von teuren andersartigen Autos, die nicht den heutigen Zeitgeschmack repräsentieren.

Ich möchte einige aktuelle Beispiele für hohe Nenngelder oder Startgelder für motorsportliche bzw. touristische Oldtimer Veranstaltungen in Erinnerung rufen:

  • Hannibal Classic Rallye: 17500 € (kein Schreibfehler!)
  • China Classic Rallye 2011: ab 7900 €
  • Mille Miglia: 6360 €
  • Monte im Sommer: 3822 €
  • Histo Monte: 3200 €
  • Arabella Classic Route: 2980 €
  • Grand Prix in Memorial Rudolf Caracciola: 2495 €
  • Silvretta Clasic, Sachsen Classic, Eifel Classic: jeweils ca. 1900 €
  • Ennstal Classic: 1900 €
  • KitzbĂĽhler Alpenrallye: 1850 €
  • BergfrĂĽhling- Classic: 1590 €
  • Rallye Wiesbaden: 1350 € (2 Ăśbernachtungen
  • WĂĽrttembergische Classic: 990 €
  • Donau Classic: 890 €
  • Franken Classic: 890€
  • Motor Mythos Classic: 840 €
  • ADAC Rallye Avus Classic: 750 € (ca. 450 km)
  • Schlösserrallye: 750 €
  • Revival Rallye NĂĽrburgring: 690 €
  • Wiesbadener Oldtimer Rallye: 590 €
  • RĂĽgen Classic: 550 €
  • Alpen Classic Rallye: 550 €
  • Saar-Lor-Lux: 540 € (sportlich), 450 € (touristisch)
  • Stadtpark-Revival: 300 €

Viele der Veranstaltungen haben keinerlei historischen Bezug zu einem motorsportlichen Ereignis und werden in Katalogen angeboten, vergleichbar der Reisen mit einem Kreuzfahrtschiff.

Beim persönlichen Veranstaltungscheck sollten folgende Punkte geprüft werden:

  • Sportliche, touristische oder gesellige Veranstaltung?
  • Länge der Rallye
  • Ist die Strecke fĂĽr meinen Youngtimer, Oldtimer oder Veteran geeignet?
  • Was kostet der Kilometer der Rallye?
  • Dauer der Veranstaltung?
  • Welche Unterlagen werden vom Veranstalter geliefert?
  • Sorgfalt bei der Ausarbeitung des Roadbooks?
  • Welches Wissen wird von den Teilnehmern gefordert?
  • Welche Leistungen sind im Preis enthalten, zum Beispiel Roadbook, Verpflegung, Rahmenprogramm, Hotel Unterkunft, …
  • Wie oft wurde die Veranstaltung bereits durchgefĂĽhrt?
  • Referenzen des Veranstalters

Viele rührige Veranstalter kommen trotz guter Leistungen mit Nenngeldern unter 100€ für eintägige Veranstaltungen inklusive Frühstück, Roadbook, Durchfahrtskontrollen und Gleichmäßigkeitsprüfungen aus!

Besonders bei Show-Events wie Schloss Dyck 2011 sind die Eintrittspreise mit 24€ pro Person als unverschämt zu bezeichnen. Hinzu kommen noch die Kosten für den Parkplatz der Besucher. Ob Oldtimer Messen mit großen Gebrauchtwagenausstellungen in Stuttgart oder Essen 16€ bzw. 20€ zuzüglich Parkplatz wirklich wert sind, muss auch jeder selbst entscheiden.

Besonders inflationär veranstaltet der ADAC alle Arten von Oldtimerfahrten nahezu an jedem Ort des Landes und veröffentlicht in großformatigen Anzeigen die Veranstaltungen inklusive Streckenplänen. Wozu benötige ich dazu noch ein „Roadbook mit Geschicklichkeitsaufgaben“ und Sightseeing Programm? Mit etwas Kreativität, Google Maps und Google Earth kann ich mir sehr schöne Touren zusammen stellen und anschließend bei Sonnenschein genießen.

Bugatti Type 51

 

Zum Schluss kommen wir zum Thema geführte Oldtimer Reisen. Immer mehr Veranstalter tummeln sich in dieser neuen Marktlücke. Ob man die Route nun im eigenen Oldtimer mit Führung fährt oder sich zusätzlich ein Liebhaberfahrzeug für diesen Zweck mietet, ist ebenfalls Geschmackssache.

Generell muss jeder Interessierte entscheiden, ob der Obolus für eine Veranstaltung im Verhältnis zum Nenngeld steht und ob ein Mitfahren oder als Zuschauer teilnehmen wirklich lohnenswert ist. Schauen Sie bitte in den Oldtimer Terminkalender, dort finden Sie auch preiswerte und gute Veranstaltungen.

Wer positive oder negative Erfahrungen mit Veranstaltungen hat, darf gerne in den Kommentaren darĂĽber berichten.

Werbung
Werbung

 

Werbung

 

Danke sagen!
Die Redaktion freut sich über eine kleine Unterstützung von 5,00 € oder das Teilen des Beitrags:

Zum Lesen und Ansehen empfohlen