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Geschichte – Der erste Nachkriegs-BMW 501

Im April 1950 fand in M├╝nchen bei den Bayerischen Motoren-Werken eine Sitzung statt. Neben dem technischen Gesch├Ąftsf├╝hrer Kurt Donath war mit Hans Grewenig ein kaufm├Ąnnischer Gesellschafter hinzugekommen. Au├čerdem sa├č Dr. Hans Karl von Mangoldt-Reiboldt als neuer Aufsichtsratschef in der Runde. Es sollte festgelegt werden, wie der erste Nachkriegswagen von BMW aussehen sollte.

BMW Barockengel - gebaut von 1952ÔÇô1964

BMW Barockengel – gebaut von 1952ÔÇô1964

Der aus England zur├╝ckgekehrte Fritz Fiedler hatte mit seinem Team seit Herbst 1949 einen Zweisitzer mit rundlichen Linien, freistehenden Kotfl├╝geln und dem typischen BMW-K├╝hlergrill konstruiert. Der BMW 331 war im Stil ├Ąhnlich den fr├╝heren BMW aus Eisenach ein zweit├╝riges, zweisitziges Fahrzeug mit geteilter Frontscheibe und nach vorn ├Âffnenden T├╝ren sowie einer geteilten Heckscheibe.

Selbstm├Ârdert├╝ren

Die vorderen T├╝ren, als Zugang zu den Vordersitzen ├Âffnen noch nicht nach vorn, sondern nach hinten. Sie werden als Selbstm├Ârdert├╝ren bezeichnet. Diese Art von T├╝ren werden so genannt, da sie hinten an B S├Ąule angeschlagen sind und bei der Fahrt anders als die heutigen T├╝ren, die an der A-S├Ąule befestigt sind, nicht zugedr├╝ckt, sondern ruckartig aufgerissen werden. Es ist ein selbstm├Ârderischer Versuch diese Art von T├╝r beim Fahren wieder zu schlie├čen!

BMW 331 wurde nicht gebaut

Der BMW 331 besa├č Winker und die Andeutung von Trittbrettern. Im Bug sa├č der luft/gebl├Ąsegek├╝hlten 490 ccm-Zwei-Zylinder-Viertakt-Boxermotor aus dem in Serie gebauten BMW-Motorrad R-51. Die R├╝ckleuchten entnahm man ebenfalls dem Motorrad-Regal. Der Kofferraum im Heck war durch eine Klappe von au├čen zug├Ąnglich. Die 13 PS Leistung wurden ├╝ber ein Vier-Gang-Getriebe und eine Kardanwelle an die Hinterr├Ąder geleitet. Die Ganzstahl-Karosserie sa├č auf einem Rohrrahmen. Form und Gr├Â├če waren vom Konzept des italienischen Fiat 500 B “Topolino” inspiriert. Im M├Ąrz 1950 stand der Prototyp auf den R├Ądern.

Die Adler-Werke in Frankfurt hatten vorgeschlagen, das von den Milit├Ąrs freiger├Ąumte BMW-Werk M├╝nchen-Allach f├╝r den gemeinsamen Serienbau des BMW 331 zu nutzen. Zu einem Serienbau kam es aber nicht, da der Aufsichtsrat im April 1950 aus finanziellen Gr├╝nden gegen den Bau des BMW 331 stimmte. Den Bayerischen Motoren-Werken selbst fehlte es an Geld, eine Produktion f├╝r entsprechend gro├če St├╝ckzahlen einzurichten. Das Fahrzeug blieb ein Einzelst├╝ck.

Letztlich diktierte die Sparsamkeit das weitere Vorgehen. Kurz nach Kriegsende waren f├╝r die vielen Vorkriegs-BMW 326 Austauschmotoren in der Werkstatt von Milbertshofen gegossen worden. Bereits 1947 entstanden 1000 Zylinderbl├Âcke f├╝r neue Sechs-Zylinder-Motoren mit 2,0 Liter Hubraum. Ein Teil dieser Austausch-Aggregate lagen noch in den Hallen und sollten Grundlage f├╝r einen neuen BMW-Wagen werden. Die ersten 350 bis 400 Autos sollten den alten 326-Motor tragen. Diskussionen gab es um die Gestaltung. Kurt Donath h├Ątte allzu gern den schon vor dem Krieg entwickelten 326-Nachfolgetyp Typ 332 in Serie genommen. Der technische Direktor Fritz Fiedler und der Ober-Ingenieur Peter Szimanowski waren strikt dagegen.

Der damalige BMW Vorstand war sich nicht einig wie ein moderner BMW f├╝r die 50er Jahre aussehen sollte. W├Ąhrend beim Stuttgarter Karosseriewerk Reutter & Co. GmbH der hauseigene Entwurf verwirklicht wurde, forderte Grewenig die italienischen Designer Pininfarina und Giovanni Michelotti auf, Entw├╝rfe f├╝r eine Zwei-Liter-Limousine zu liefern. Michelottis 1:3-Modell gefiel in M├╝nchen gar nicht, der Entwurf von Pininfarina dagegen sehr. Grewenig bestellte daraufhin im Februar 1950 ein fahrbereites Modell von dieser Kreation. Im April 1950 lieferte Pininfarna einen Wagen in M├╝nchen ab, einen Wagen in Pontonform mit selbsttragendem Aufbau, der au├čen sehr kompakt war und innen viel Platz bot.

Im April 1950 wurde der Wagen dem Aufsichtsrat vorgestellt. Man hatte sich gegen das Konzept von Pininfarina entschieden. Vor allem mit Blick auf die immer noch begehrten Vorkriegswagen von BMW glaubte der Aufsichtsrat, dass die K├Ąuferschaft einen ├Ąhnlichen Wagen wie den 326 erwarte, der an die BMW Vorkriegs-Tradition ankn├╝pfe.

Aus einem Konzept f├╝r BMW wurde ein Alfa Romeo

Pininfarina verwertete damals seine Arbeit anderweitig. Er verkaufte seine leicht ver├Ąnderte Kreation wenige Monate sp├Ąter. Alfa Romeo baute den Wagen 1951 als Typ 1900 in Serie.

BMW 326

BMW 326

Die Geburt des BMW 501

Fiedler misstraute der selbsttragenden Karosserie, die Opel schon ab 1936 verwendete. Er setzte auf ein solides Fahrwerk und hielt die aufkommende Pontonform nur f├╝r eine modische Erscheinung. Neue BMW m├╝sse eben Linien tragen, die an den alten BMW 326 erinnerten. Nach Zeichnungen von Wilhelm Hofmeister fertigte die Stuttgarter Karosseriefirma Reutter & Co. im Dezember 1949 ein erstes Exemplar einer Limousine mit Aluminium-Karosserie und gegenl├Ąufig zu ├Âffnenden T├╝ren. Doch dann brach im Fr├╝hjahr 1950 der Korea-Krieg aus, alle Rohstoffe, besonders Aluminium, wurde knapp.

Als am 13.April 1951 der Wagen als BMW 501 in M├╝nchen Premiere feierte, war sein Kleid aus Stahlblech und mit 1725 kg viel zu schwer f├╝r den Zwei-Liter-65 PS-Sechs-Zylinder-Motor. Er bekam den Namen ┬╗Barockengel┬ź und die meisten heute noch vorhandenen Fahrzeuge der Modellreihe tragen einen BMW V8-Motor f├╝r z├╝gige Fortbewegung im heutigen Verkehr.

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