Kuba und seine Oldtimer

Heute wagen wir einen Blick auf die Oldtimer-Szene von Kuba, speziell Havanna. In Kuba, speziell in Havana, fahren noch auffallend viele, zumeist sehr farbenfrohe amerikanische Oldtimer aus den 50er Jahren. Wer aber denkt, dass man dort ein günstiges Auto zum Renovieren kaufen kann, der irrt sich.

Die Kubaner haben gemerkt, dass man mit den Oldtimer eine touristische Attraktion schafft und für sich mit diesen Fahrzeugen ein gutes Einkommen sichert. Die meisten “Amerikaner” sind als Taxi im Einsatz.


Während der Zeit des amerikanischen Embargos mussten Kubaner improvisieren, um ihre Autos fahrtüchtig zu halten. Bald mussten die Motoren ersetzt werden, das Interieur hat unter der Sonne gelitten. Es wurde geflickt, mit Teilen die man auftreiben konnte. Die Originalität hatte keine Priorität. Unter der Haube vieler dieser Autos sind kleinere Motoren, zum Beispiel Opel Diesel oder aus dem Ostblock (Wolga) zu finden.

Classic-Cars auf Kuba
Classic-Cars auf Kuba

Auch der Chromschmuck der Straßenkreuzer erfuhr etliche Veränderungen, oft nach dem Motto: je mehr Chrom – desto mehr Amerika. Verchromte Felgen, breitere Pneus sind sehr beliebt.

Bei den Ostblockautos wurden “Verbesserungen“ angebracht, um den amerikanischen Vorbildern etwas näher zu rücken. Sie wurden umgerüstet: weisse Knöpfe und Tasten, weißes Lenkrad, verchromte Felgen und auf dem Auspuff Zierblenden aus Chrom oder der Eigentümer hat den Auspuff einfach verdoppelt. So sieht das Auto gleich nach mehr aus …

Kubaner lieben grelle Farben und nicht nur bei der Bekleidung. Darum sind viele Oldtimer in gelb, violett, grün oder lila bei einer Renovierung lackiert worden, wie die Fotos eindrücklich zeigen.

Bemerkung des Kenners: Unter den “modernen“ Autos befinden sich öfters Schiguli und Moskwitsch. Als Gorbatschov‘s Perestrojka einschlug, verlor die Sowjetunion ihr Interesse an Kuba. Die Asiaten kamen zum Zug. Hyundai sieht man überall als Taxis und JEEP, aus dem Verleih, angeschrieben als Rent Car Jeep. Möglicherweise sind es chinesische Kopien, auf Distanz schwer zu unterscheiden von den legendären US Jeeps.
                                  

Text Dr. Georg W. Pollak, sc. und alle Fotos © Dr.L.Přibylka

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