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23. Oldtimerfestival Austerlitz – Slavkov CZ

Heute möchte ich von einem Oldtimerfestival in Austerlitz, tschechisch Slavkov, in der Tschechischen Republik berichten. Das schöne Schloss der „Edlen von Kaunitz“ verfügt über einen weitläufigen Park mit Bäumen und Wiesen. Der Park ist nach dem Vorbild von Versailles angelegt. In dieser wundervollen Umgebung finden regelmässig Festlichkeiten statt. Bereits seit 1993 werden von der AGM Presse Oldtimer-Treffen organisiert.

Die teilnehmenden historischen Fahrzeuge und Motorräder sind im Schlosspark und auf den Terrassen gruppiert. Wie auch bei vielen anderen Veranstaltungen gehört ein Concours d’Elegance, Musik und Modeschau zum Programm. Auch der große Teilemarkt lockt Tausende von Interessenten an. Für das leibliche Wohl wird Köstliches in allen Preisklassen angeboten.

Festivalgelände Austerlitz

Festivalgelände Austerlitz © Fotoquelle und Bildrechte:

Zu sehen waren Fahrzeuge aus allen Epochen des Automobilbaus, natürlich mehrheitlich aus der tschechoslowakischen Produktion. Darunter waren Marken längst vergangener Marken wie zum Beispiel Walter, der auch Flugzeugmotoren baute. Verschiedenste Skoda, Tatra, Aero und Praga bildeten den Kern der ausgestellten Fahrzeuge. Ifa, Wartburg und Moskvich, AERO und Wolga durften natürlich auch nicht fehlen.

Populär sind unter den Sammlern Polizeiwagen – es gab eine ganze Phalanx von Tatra, Ziguli, Favorit, Sedan u.a. Ein Trabi (Trabant Sachsenring) mit einem getunten Motor von etwa 100 PS begeisterte restlos die jungen Besucher. Eine Gruppe von Velorex – Dreirad mit JAWA-Motor, damals als Invalidenfahrzeug gedacht, wurde im Land so populär, dass es von vielen Bevölkerungsschichten gekauft wurde.

Nicht zu vergessen sind die Motorräder. Vertreten war fast vollständig die Produktion der heimischen Marke JAWA (Name besteht aus zwei Eigennamen: JAnecek und WAnderer) aber auch etliche englische und französische Vorkriegsmotorräder waren zu sehen. Zwei detailgetreue Repliken der ältesten Motorräder sind noch zu erwähnen: Das älteste bekannte Motorrad, gebaut 1868 vom Amerikaner S.H. Ropel. Das Original befindet sich im Smithonien, Washington. Dieses Dampfmotor-Fahrrad fuhr unermüdlich auf dem Gelände zur Bewunderung und Freude des Publikums. Das „Einrad“ des französischen Erfinders Putons mit einem Motor von De Dion, Baujahr 1894: Das grosse Rad bewegt sich um den Fahrer, der quasi auf dem Motor sitzt. Das Handling ist sehr anspruchsvoll, aber die Idee ist beachtenswert. Ein Foto ist auch in der Fotogalerie enthalten. Etwa ein dutzend Cezetas brachte etwas Farbe in das sonst fast nur rote JAWA-Feld. Heute schon kultisch ist der Scooter Cezeta, 175 ccm, aus den sechziger Jahren. Damals war es der Traum jeden jungen Mannes. In Slavkov konnte man auch die Sidecar Version, mit PAV-Anhänger und die seltene Riksha bewundern.

Attraktive Damen haben eine Modeschau mit Kleidung aus den Epochen der Oldtimer gezeigt. Für die ganz jungen Besucher gab es Ponyreiten, Karussell und weiteren Zeitvertreib zu erleben.

Musik zum Zuhören und Tanz wurde ebenfalls angeboten, aber wegen den tropischen Temperaturen, um die 35 Grad, tanzte kaum jemand. Natürlich war es in der Sonne noch bedeutend wärmer. Schweiss und das gute tschechische Bier floss im Strömen.

Text und Fotos: Dr. Georg W. Pollak, sc., Zürich

 

 

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