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Veritas C-90 CoupĂ© – Veritas Meteor – Veritas Meteor II

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Die Entstehungsgeschichte von Veritas liest sich heute wie viele aus der damaligen Zeit. Eine Geschichte in der ZufĂ€lle, Geschick, Wagemut und Erfolg die Regie fĂŒhren. Ernst Loof, vor dem Krieg als Rennleiter bei BMW tĂ€tig, schloss sich mit dem vormaligen kaufmĂ€nnischen Leiter des BMW-Werks Allach, Lorenz Dietrich, dem Rennfahrer und BMW-Mitarbeiter Georg „Schorsch“ Meier und dem frĂŒheren Sechstage-Radrennfahrer Werner Miethe zusammen. Die von ihnen gegrĂŒndete Veritas-Arbeitsgemeinschaft fĂŒr Sport- und Rennwagenbau nahm im MĂ€rz 1947 den Betrieb auf. Der Firmenname entstand anscheinend spontan bei der Verhandlung mit der damals französischen Besatzung.

Veritas C90 Coupé

Veritas C90 Coupé © Fotoquelle und Bildrechte: Messe Stuttgart / RETRO CLASSICSŸ

Erste Prototypen eines sowohl straßen- als auch renntauglichen offenen zweisitzigen Sportwagens wurden unter Verwendung von Fahrgestell und Motor von gebrauchten BMW 328 aufgebaut. Die Fahrzeuge hatten eine fĂŒr die damalige Zeit ungewöhnliche pontonförmige Stromlinienkarosserie aus Aluminium. Mit diesem und einem weiteren aufgebauten Wagen kam es zu ersten kleineren WettbewerbseinsĂ€tzen. Daneben gingen bereits erste Bestellungen ein.

Ihren ersten großen und öffentlich angekĂŒndigten Auftritt hatte die neue Marke beim Rennen auf dem Hockenheimring im Jahre 1948, dass mit Siegen in der Klasse der Sportwagen bis 2 Liter und von Meier in der Kategorie fĂŒr formelfreie Rennwagen endete. Im Verlauf der Saison folgten weitere Erfolge. Schnell entwickelte sich ‚Veritas’ zur dominierenden Marke bei allen deutschen Rennveranstaltungen der frĂŒhen Nachkriegszeit. Veritas-Rennwagen waren wĂ€hrend der 1950er-Jahre auf allen Rennstrecken Europas und darĂŒber hinaus vertreten.

Veritas RS 1953

Veritas RS 1953 © Fotoquelle und Bildrechte: Messe Stuttgart / RETRO CLASSICSŸ

Um auch zahlungskrĂ€ftige Kunden anzusprechen, die nicht an RenneinsĂ€tzen interessiert waren, wurde vom Modell RS ein in der Leistung etwas gedrosseltes, fĂŒr den Alltagsverkehr geeignetes, CoupĂ© abgeleitet. Das unter der Bezeichnung Comet angebotene Modell war zu seiner Zeit das teuerste deutsche Serienautomobil. Allerdings wurden lediglich etwa acht StĂŒck hergestellt.

Veritas Meteor II

Veritas Meteor II Formel 2 © Fotoquelle und Bildrechte: Messe Stuttgart / RETRO CLASSICSŸ

Da alle Modelle fĂŒr die Zeit extrem teurer waren, geriet die Gesellschaft ab Anfang 1950 mehr und mehr in Schwierigkeiten. Aufgrund der EngpĂ€sse sowohl bei den Finanzen als auch Ressourcen kam es zu erheblichen Terminverzögerungen bei der Auslieferung der bestellten und zum großen Teil bereits bezahlten Fahrzeuge. Aufgrund von Entwicklungen, die nicht mehr mit der erforderlichen Sorgfalt durchgefĂŒhrt werden konnten, fielen beim Rennen zum Großen Preis von Deutschland 1950 alle sieben gestarteten Meteor-Rennwagen frĂŒhzeitig mit technischen Defekten aus. Eine vernichtende Niederlage, die einen erheblichen Imageschaden zur Folge hatte. Auch wurde mit der Zeit deutlich, dass die deutschen Konstruktionen den auslĂ€ndischen Rennwagen-Modellen – insbesondere von Ferrari und Gordini – nicht gewachsen waren. So kam es fĂŒr den bedeutendsten deutschen Rennwagenhersteller schließlich im Herbst 1950 zum Konkurs und als Folge auch zur Trennung der beteiligten Partner.

Veritas Avus Stromlinie

Veritas Avus Stromlinie © Fotoquelle und Bildrechte: Messe Stuttgart / RETRO CLASSICSŸ

Bei der RETRO CLASSICSÂź 2016 werden drei dieser SchmuckstĂŒcke der Marke ‚Veritas’ zu sehen sein: Veritas C-90 CoupĂ©, von der Ravensburger Karosseriefirma Spohn aus dem Baujahr 1949, Veritas Meteor Formel 2, der Rennwagen des Verlegers Paul Pietsch aus dem Jahre 1950 und der Veritas Meteor II, ein Monoposto-Rennwagen aus dem Jahre 1950. In diesen drei seltenen Automobilen ist Aufstieg, Glanz und Niedergang der Marke zu erleben.

Hautnah und auf der Rennstrecke konnte man viele Veritas beim Eifelrennen 2012 auf dem NĂŒrburgring hören und im Betrieb erleben.

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