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Auslandsunfall mit historischer MobilitÀt

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Ein Sommerurlaub ist Anlass fĂŒr schöne Erinnerungen, die manchmal getrĂŒbt werden, wenn ein Verkehrsunfall im Urlaub passiert. Auch Post einer auslĂ€ndischen Behörde im heimischen Briefkasten kann die Stimmung noch nachtrĂ€glich trĂŒben. Nicht selten beziehen sich die Schreiben auf VerkehrsĂŒbertretungen in den UrlaubslĂ€ndern.

Nach einem Unfall im nicht deutschsprachigen Raum sind VerstĂ€ndigungsschwierigkeiten eher die Regel als die Ausnahme. Die Versicherungsabwicklung wird dadurch erschwert. Dem entgeht zunĂ€chst nur, wer als Unfallgegner jemanden vor sich hat, dessen Fahrzeug mit einem deutschen Kennzeichen versehen ist. Dann ist auf beiden Seiten eine deutsche Versicherung fĂŒr die Schadensabwicklung zustĂ€ndig.

Der Auslandsunfall kann in Deutschland abgewickelt werden

Bei einem Auslandsunfall mit einem nicht in Deutschland zugelassenen Fahrzeug können die eigenen SchĂ€den beim auslĂ€ndischen Versicherer angemeldet werden. Das ist erfahrungsgemĂ€ĂŸ umstĂ€ndlich und mĂŒhsam. Deshalb hat die EuropĂ€ische Kommission vor etlichen Jahren die Institution des „Schadenregulierungsbeauftragten“ allen MitgliedslĂ€ndern zur Pflicht gemacht. Damit ist es möglich, in Deutschland seine SchadenersatzansprĂŒche direkt bei einem Vertreter der zustĂ€ndigen auslĂ€ndischen Haftpflichtversicherung geltend zu machen.

Locomobile Baujahr 1916

Locomobile Baujahr 1916

ZustÀndig ist der Regulierungsbeauftragte des auslÀndischen Versicherers

Der zustĂ€ndige Schadensregulierungsbeauftragte des auslĂ€ndischen Haftpflichtversicherers in Deutschland ist ĂŒber den Zentralruf der Autoversicherer zu ermitteln. Der Zentralruf der Autoversicherer ist in Deutschland unter: 0800-2502600 und aus dem Ausland unter: +49-40-300330300 erreichbar. Online hat der Zentralruf auf seiner Homepage www.gdv-dl.de ein Kontaktformular hinterlegt. FĂŒr alle der 28 EU- Mitgliedstaaten sowie der Island, Liechtenstein, Norwegen und der Schweiz kann angefragt werden.

Mitzuteilen ist das Kennzeichen und das Herkunftsland des Unfallgegners, der Schadentag sowie das Land des Unfallortes. Aufgrund dieser Angaben wird der Regulierungsbeauftragte benannt. Der GeschĂ€digte kann dann direkt mit dem Schadensregulierungsbeauftragten Kontakt aufnehmen. Dieser muss Ihren Schaden in Vertretung fĂŒr den verantwortlichen auslĂ€ndischen Versicherer nach dem Recht des Unfalllandes regulieren, da dort der Unfall passiert und der Schaden entstanden ist.

Der Beauftragte hat dazu drei Monate Zeit, um den Schaden abzuwickeln. Reguliert der Beauftragte nicht, muss er zumindest GrĂŒnde dafĂŒr schriftlich darlegen. ErhĂ€lt der GeschĂ€digter keine oder keine ausreichende Antwort innerhalb der 3-Monats-Frist, kann die deutsche EntschĂ€digungsstelle, die Verkehrsopferhilfe e.V., Wilhelmstr. 43 / 43 G, 10117 Berlin eingeschaltet werden, die dann die Schadenregulierung ĂŒbernehmen muss.

Es ist zu beachten, dass in Deutschland abrechenbare Schadenpositionen, wie zum Beispiel Mietwagenkosten oder Wertminderung, in vielen europÀischen LÀndern nicht ersetzt werden.

AuslĂ€ndische Bußgelder können in Deutschland vollstreckt werden

Behördenpost nach VerkehrsĂŒbertretungen im Ausland sollte nicht mehr so schnell in den Papierkorb geworfen werden. Die EU-Staaten haben die gegenseitige Vollstreckung von Geldsanktionen anderer EU-Staaten wegen VerkehrsĂŒbertretungen beschlossen. Vollstreckt werden können rechtskrĂ€ftige Bescheide, die einem Betrag von mindestens 70 Euro einschließlich eventueller Verfahrenskosten erreichen. Das zustĂ€ndige Bundesamt fĂŒr Justiz (BfJ), Bonn prĂŒft und vollstreckt.

Betroffene sollten EinwÀnde im Verfahren vorbringen

Der AvD empfiehlt den Betroffenen auf im Ausland erhobene VorwĂŒrfe möglichst frĂŒh zu reagieren. Ein wichtiger Einwand fĂŒr den Betroffenen kann die Tatsache sein, das Kraftfahrzeug nicht selbst gefahren zu haben. Er weist auch darauf hin, dass betroffene Autofahrer Bußgeldbescheide bzw. Urteile der auslĂ€ndischen Behörden in der eigenen Landessprache ĂŒbersetzt erhalten mĂŒssen. Können diese EinwĂ€nde erhoben werden, sollte der betroffene Halter diese unbedingt dem Bundesamt vortragen.

Betroffene sollten aus dem Ausland ĂŒbersandte SchriftstĂŒcke unbedingt aufbewahren

Vorsicht bei Schreiben von privaten Firmen wie European Parking Collection oder NIVI. Unternehmen wie diese sind in verschiedenen europĂ€ischen Staaten zur Beitreibung von Bußgeldern eingeschaltet. Sie haben aber keine staatlichen Befugnisse! Der AvD rĂ€t, Zahlungsaufforderungen wegen VerkehrssĂŒnden, die von solchen Privatfirmen versendet werden, nicht einfach zu zahlen, sondern sie ĂŒberprĂŒfen zu lassen.

Weitere Informationen finden sich im Beitrag VerkehrsverstĂ¶ĂŸe im Ausland mit einem Klassiker.

Quelle: AvD

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