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Geschichte der Omnibusse der ungarischen Marke IKARUS

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Wer erinnert sich nicht an Fahrten in den legendÀren Omnibussen der ungarischen Marke Ikarus? Ob auf dem Weg zur Arbeit, zur Schule, ins Ferienlager oder zum Sonntagsbesuch bei der Verwandtschaft, die Fahrt mit dem Bus zÀhlte noch vor 25 Jahren mangels eigenem Auto zum Alltag der Meisten, und Ikarus gehörte dazu.

Unter dem Markennamen Ikarus wurden ab 1948 Omnibusse fĂŒr den Weltmarkt produziert. FĂŒr die sozialistische Staatengemeinschaft wurde im Rahmen der Aufgabenteilung die ungarische Firma Ikarus zum Hauptproduzenten von Omnibussen auserkoren. Im Jahre 1952 begann die EinfĂŒhrung in die DDR mit dem Typ Ikarus 30. MaßstĂ€be setzten die ab 1957 eingefĂŒhrten Typen Ikarus 55 (Reisebus) und Ikarus 66 (Linienbus), die wegen ihres flossenartigen Heckmotors Spitznamen wie „Zigarre“ oder „Rakete“ bekamen. Das Busdesign war preisgekrönt. Die Typen 55 und 66 wurden bis 1972 gebaut. Einzelne Exemplare standen bis 1991 bei privaten Busunternehmen und Firmen im Einsatz.
Noch heute erzÀhlen ehemalige Busfahrer mit einem Strahlen in den Augen und nicht ohne Stolz Geschichten und Anekdoten von Fahrten, kleineren Pannen und wie man alles trotz der schwierigen VerhÀltnisse mit Improvisationstalent meisterte.

Ikarus-Treffen Löbau 2011-05-28

Ikarus-Treffen Löbau 2011-05-28 © Fotoquelle und Bildrechte: Freundeskreis Ikarus

Wie von einem anderen Stern schien bei ihrer Vorstellung am 1. Mai 1967 die Baureihe 200, von der bis ins Jahr 2004 ĂŒber 218.000 Exemplare in unterschiedlichsten AusfĂŒhrungen, vom kleinen Arbeiterbus Ikarus 211 (ein Kooperationsprodukt mit dem IFA Kombinat), ĂŒber den Langstreckenreisebus Ikarus 250, den Stadtbus Ikarus 260, den Gelenkbus Ikarus 280 „Schlenki“ bis hin zum Flughafenvorfeldbus Ikarus 290 produziert wurden.

Auf internationalen Messen gewannen Ikarus-Modelle Goldmedaillen und Preise fĂŒr Design und technische Lösungen. Neben den im östlichen Deutschland bekannten Standardversionen bauten die Ungarn in Kooperation mit westlichen Zulieferern auch sehr komfortable und spezialisierte Sonderanfertigungen, je nach Kundenwunsch.

Wenig bekannt sein dĂŒrfte, dass man auch in den USA produzierte und besonders mit dem Gelenkbusmodell Ikarus 286 erfolgreich war.

Ikarus-Treffen Hartmannsdorf 2013

Ikarus-Treffen Hartmannsdorf 2013 © Fotoquelle und Bildrechte: Freundeskreis Ikarus

Mit dem Zusammenbruch des sozialistischen Wirtschaftssystems brachen auch fĂŒr Ikarus schwere Zeiten an. Gesicherte AbsatzmĂ€rkte fielen weg, ostdeutsche Unternehmen kauften nun bei Mercedes, MAN, Setra oder Neoplan, und AbnehmerlĂ€nder wie Russland konnten nicht mehr bezahlen. So kam die Traditionsfirma in wirtschaftliche Turbolenzen.
Die Markenrechte und ProduktionsstĂ€tten von Ikarus waren ab 1996 in Besitz von Irisbus. Die Firma Irisbus beendete im Jahr 2000 die Produktion in Budapest-MĂĄtyĂĄsföld, schloss 2004 auch den Standort SzĂ©kesfehĂ©rvĂĄr. Lediglich ĂŒber die EAG (Special Coach Factory) wurden bis zu deren Schließung 2007 unter Irisbus-Regie noch geringe StĂŒckzahlen hergestellt. 2006 gingen die Markenrechte Ikarus an GĂĄbor SzĂ©les ĂŒber. Zusammen mit dem ungarischen Busproduzenten Magyar AutĂłbuszgyĂĄrtĂł Kft. fertigt man seit 2009 wieder Omnibusse unter dem Traditionsnamen Ikarus in Budapest-MĂĄtyĂĄsföld. Gebaut werden Linienbusse in NiederflurausfĂŒhrung fĂŒr den Stadt- und Regionalverkehr.

Nach 58 Jahren fand die aktive Ära ungarischer Omnibusse in Deutschland im Jahr 2010 ihr Ende. Der letzte im Planbetrieb verwendete Ikarus stand bis zuletzt bei der Kraftverkehrsgesellschaft DreilĂ€ndereck Zittau, einem Tochterunternehmen der Abellio-Gruppe, im Einsatz und gehörte zum Gelenkbustyp 280.03 mit 192-PS-Unterflurmotor RÁBA – MAN D 2156 HM6U.

In Deutschland können Ikarus-Busse nur noch als Museumswagen von Vereinen, Privatpersonen oder Verkehrsunternehmen erlebt werden. Umso wichtiger ist die aktive Erinnerung an die alten Ikarus-Omnibusse, das Erinnern an schöne und schwere Zeiten und der Blick nach vorn, verbunden mit der Hoffnung, dass eine traditionsreiche Marke ihre Nische in der globalisierten Welt findet und die Straßen mit ihren Omnibussen zum Wohle der FahrgĂ€ste und Verkehrsunternehmen bereichert. Diese BrĂŒcke möchte der „Freundeskreis Ikarus“ schlagen. Aus diesem Anlass organisieren die Mitglieder Sonderfahrten mit Museumswagen, Informationsfahrten zu Omnibusunternehmen im östlichen Europa, die Ikarus-Omnibusse im tĂ€glichen Betrieb einsetzen, und das diesjĂ€hrige Ikarus-Treffen in Bad Belzig am 16. Mai 2015.

Quelle: Freundeskreis Ikarus

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