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Horch-Fahrzeuge in Stuttgart bei Retro Classics 2013

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Zwei Sonderschauen beleuchten den historischen Fahrzeugbau in Deutschland: Klassiker aus Zwickau und seltene Zweiräder von Hoffmann und Küchen.

Zu den exklusivsten klassischen Fahrzeugen deutscher Abstammung zählt die Marke Horch. Bei der kommenden Retro Classics in Stuttgart (7. bis 10 März 2013) widmet sich eine Sonderausstellung in außergewöhnlichem Umfang diesen kostbaren Oldtimern, die auf der ganzen Welt begehrt sind. Eine weitere Sonderausstellung, die die deutsche Fahrzeug-Historie behandelt, sind die Motorräder von Jakob Oswald Hoffmann und Richard Küchen. Die deutschen Ingenieure machten sich einen Namen mit ihren Motorrädern. Besonders die Hoffmann Gouverneur zählt heute noch zu den besonderen Raritäten der Zweirad-Historie.

Horch 853 Stromlinien Coupe Baujahr 1937 © Fotoquelle und Bildrechte: Veranstalter

Glänzender Chrom, prachtvolles Interieur und beeindruckende Karosserien sind die äußeren Merkmale der Marke Horch. In der Zeit ihrer Entstehung gehörten die Fahrzeuge des Zwickauer Automobilbauers zu den exklusivsten Automobilen, die man sich zulegen konnte. Staatsmänner, Schauspieler und wohlhabende Privatleute zeigten so ihren Status. Auf der Retro Classics 2013 bietet eine Sonderschau einen breiten Einblick in die Geschichte der Marke Horch und ihrer Automobile, die neben ihres optischen Auftritts für ihre besonders laufruhigen, zuverlässigen Motoren berühmt waren. Es werden rund 20 Horch-Fahrzeuge ausgestellt. In Kooperation mit dem Horch-Restaurator Joachim Appel, dem Horch-Museum Zwickau und dem Audi-Museum zeigen sie die Geschichte des deutschen Luxusautomobilherstellers vom allerersten Automobil bis hin zur Entstehung der Marke Audi.

Es begann in einem ehemaligen Pferdestall
Der Unternehmensgründer August Horch (1868–1951) machte Wikipedia zufolge nach einer Schmiedelehre von 1888 bis 1890 bei Benz & Cie. in Mannheim eine Ingenieurausbildung am Technikum Mittweida. 1899 gründete er mit dem Geschäftsmann Salli Herz die Firma A. Horch & Cie. in Köln-Ehrenfeld. Zuerst reparierte er dort in einer Hinterhofwerkstatt, einem ehemaligen Pferdestall, Benz-Motorwagen. 1901 brachte er sein erstes selbst entwickeltes Automobil heraus. Eine Expansion seines Betriebes stieß aber auf räumliche und finanzielle Grenzen. Mit finanzieller Unterstützung von Moritz Bauer aus Plauen siedelte er 1902 mit seinem Betrieb in das sächsische Reichenbach im Vogtland über. Mit neuen Investoren, die sich 1903 im Sächsisch-Thüringischen Automobil-Club der Kreishauptmannschaft Zwickau zusammengefunden hatten, zog Horch mit seinem Unternehmen nach Zwickau. Am 10. Mai 1904 wurde die August Horch & Cie. Motorwagenwerke AG ins Zwickauer Handelsregister eingetragen. Die bei Horch hergestellten Automobile der Luxusklasse genossen hohes gesellschaftliches Prestige. Sie hatten in den 1930er Jahren einen Marktanteil von mehr als 50 Prozent, womit sie die Spitzenposition unter den Wettbewerbern in Deutschland besetzten.

Auf der kommenden Retro Classics ist ein Highlight das Unikat Horch 710 mit einer Art Deco Karosserie von Reinbodt und Christé, das 1933 gebaut wurde und ist mit einem beeindruckenden 8-Zylinder-Motor ausgestattet. Ein weiteres Einzelstück ist ein Horch 853 mit einem Edel-Blechkleid von Erdmann & Rossie, den einst ein Berliner Bauunternehmer in Auftrag gegeben hatte. Sportlich kommt der 855 Spezialroadster mit einer atemberaubenden Karosserie von Gläser aus Dresden, die nur drei Mal hergestellt wurde. Weitere Sportcabriolets und Unikate wie beispielsweise der Oldtimer „Manuela“ der Marke Horch aus Zwickau ergänzen diese exquisite Sonderschau in Halle 1.

Mit der Hoffmann Gouverneur in die Geschichte eingegangen
In den fĂĽnfziger Jahren wurden in den Hoffmann-Werken in Lintorf bei DĂĽsseldorf Motorräder gefertigt, die bis heute zu den Raritäten auf zwei Rädern zählen. In den Jahren 1945 bis 1954 wurden bei Lintorf mehr als 150.000 Fahrräder und ĂĽber 100.000 Motorräder von 100 bis 300 Kubikzentimeter gefertigt. Im Jahr 1949 erhielt der Inhaber der Hoffmann-Werke, Jakob Oswald Hoffmann, die Lizenz des italienischen Vespa-Rollers. Diese Vespas zählen laut Wikipedia zu den in Deutschland meist gesuchten Vespa-Exemplaren. Hoffmann hatte die Vespa eigenmächtig weiterentwickelt und hatte mit der „Königin“ eine viel gelobte Version geschaffen, die von vielen fĂĽr besser als das Original eingeschätzt wurde. Dies fĂĽhrte zu Lizenzstreitigkeiten mit Piaggio. Dieser Streit sowie die technischen Mängel der Motorräder fĂĽhrten im November 1954 zu einem Vergleich mit Anschlusskonkurs. Circa 60.000 Roller wurden gefertigt, doch Hoffmann hatte den Traum, ein Motorrad zu bauen. Im FrĂĽhjahr 1953 war es soweit: die Hoffmann Gouverneur – das weltweit erste 250 Kubikzentimeter-Motorrad mit Boxermotor und Kardanantrieb ausgestattet – kam auf den Markt. Möglich war dies, durch den besonderen Motor von Richard KĂĽchen. Bis Dezember 1954 wurden rund 3450 Motorräder produziert, von denen heute nur noch knapp 80 Maschinen bekannt sind. Als groĂźe Schwester der Hoffmann Gouverneur wurde später die S300 mit einem aufgebohrten auf 300 Kubikzentimeter größeren Hubraum versehenen Gouverneur-Triebwerk präsentiert. Auf der Sonderschau „Motorradhistorie Hoffman / KĂĽchen“ werden zahlreiche der seltenen Oldtimer-Motorräder in Halle 8 zu bewundern sein.

Die Automobil-Messe Retro Classics findet im kommenden Jahr zum 13. Mal statt. 2012 besuchten rund 65.000 Besucher die Messe in acht Hallen auf rund 100.000 Quadratmeter Fläche. Die Aussteller, Händler, Restauratoren, Traditionsabteilungen der Autohersteller sowie deren anerkannte Clubs kommen aus ganz Europa nach Stuttgart. Neben den Klassikern der Vorkriegs- und Nachkriegsgeschichte kommen auf der Retro Classics auch Liebhaber von traditionsreichen Omnibussen, legendären Lastwagen und Zugmaschinen auf ihre Kosten. Als Besonderheit zeigt die Messe die Kategorie der „Neo Classics“, die Klassiker von morgen, im Programm, also concept cars und Manufakturfahrzeuge aus heutiger Produktion, die in limitierten Stückzahlen hergestellt werden. Die Retro Night als Get-together der Automobilszene, Auktionen, die Verkaufshalle sowie der internationale Teilemarkt runden das Messeangebot ab.

Ă–ffnungszeiten der Retro Classics 2013:
Die Retro Classics 2013 ist geöffnet am Donnerstag, 7. März, von 15 Uhr bis 19 Uhr, am Freitag, 8. März, von 10 Uhr bis 19 Uhr, am Samstag und Sonntag, 9./10. März, täglich von 9 Uhr bis 18 Uhr. Beim Preview-Day am Donnerstag öffnen sich die Hallen speziell für Journalisten und Besucher, die die kostbaren Ausstellungsstücke in Ruhe bewundern möchten. Am selben Tag wird in der Halle 1 von 19 Uhr bis 22 Uhr die RETRO NIGHT®, gefeiert.

Weitere Informationen finden Sie im Oldtimer-Veranstaltungskalender.

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