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Erinnerungen an den VW Käfer

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Bei den Winter Bildern im Video wurden Erinnerungen von vor 40 Jahren wach. Damals gab es noch richtige Winter mit Schnee und noch Autos ohne nervende Elektronik. Wie viele von uns in Erinnerung haben, funktionierte der heutige Oldtimer VW K√§fer zu jeder Jahreszeit und brauchte eigentlich sehr wenig Wartung. Der Sound war auch ohne Tuning des VW Boxermotors durch die Firma Oettinger (Okrasa) Klasse und √§hnlich einem Porsche 356. Er brauchte auch kein Glysantin als Frostschutzmittel, was ja dann auch mangels Verwendung bei den luftgek√ľhlten Boxermotoren in Wein gemischt wurde.

Volkswagen Käfer 50er Jahre

Volkswagen Käfer 50er Jahre

Die Karosserie des VW K√§fers machte bereits zum damaligen Zeitpunkt einen sehr soliden Eindruck mit ordentlichen Spaltma√üen und Solidit√§t. Die Sitze waren stabil und oft mit Kunstleder (Plastik) bezogen und nahmen auch die h√§rteste Behandlung nicht √ľbel. Gegen√ľber anderen Kleinwagen, die √ľbrigens fast genau so viel kosteten wie damals ein neuer K√§fer, war auch nicht viel Platz f√ľr das Gep√§ck unter der vorderen Haube oder der R√ľcksitzbank vorhanden.

Die Scheiben waren bei feuchter Witterung eigentlich immer beschlagen und die Windschutzscheibe viel zu nah vor dem Gesicht. Sicherheitsgurte waren Ende der 60er Jahre schon sinnvoll, um bei einem Auffahrunfall keinen Kontakt zu Glas zu bekommen. Zwangsl√§ufig ergab sich so auch die Umr√ľstung der Sitze mit eingebauten Kopfst√ľtzen, die im Volksmund Grabsteine genannt wurden, damit der Kopf nicht nach Hinten flog und Sch√§den an der Wirbels√§ule verursachte. Die Heizung des VW K√§fers war nur auf l√§ngeren Strecken einigerma√üen warm, wenn die Heizungsz√ľge im Sommer nicht fest gerostet waren.

Mit dem Temperament war es bei 40 PS, jedoch einem hohen Drehmoment bei niedrigen Drehzahlen, beschaulich bestellt. Die Kassler Berge erklomm der K√§fer hinter den Lastwagen im maximal dritten Gang. Auf der Werratal Br√ľcke musste man aufpassen und gegenlenken, damit der VW K√§fer wegen der Seitenwindempfindlichkeit nicht √ľber das Gel√§nder ins Tal fuhr.

Der Normalbenzin Durst war f√ľr die damalige Zeit nicht Besorgnis erregend. Bei einem vollen Tank mit 40 Liter gab es auf 20 DM immerhin noch einige Pfennige an der Markentankstelle zur√ľck. Unser Staat war damals mit seiner Steuerpolitik noch vertr√§glich und musste keine Banken, Raketenabwehrschilde und EU-Subventionen finanzieren.

Die Fensterheber und vorderen Ausstellfenster wurden manuell durch Kurbel betätigt und funktionierten auch im Winter. Heutige, elektronisch gesteuerte Automobile, mögen keine Kälte und Schwitzwasser. Sie öffnen einfach beim Annähern des Fahrers automatisch ein Fenster und kennen dabei keinen Stopp, was dann den elektrischen Hebemechanismus ruiniert und teuren Ersatz und einen Werkstattaufenthalt erzwingt.

Die Au√üenspiegel wurden manuell von Hand durch das herunter gekurbelte Fenster f√ľr den Fahrer eingestellt. Heute klappen die elektronisch gesteuerten Spiegel nur bei guter Laune vollst√§ndig in die richtige Richtung. Elektronische Autos haben leider unberechenbare Launen.

Mein K√§fer hatte damals schon einen Volkswagen Diagnosestecker, der meines Wissens aber nie gebraucht wurde. Abgase waren immer gen√ľgend vorhanden. Die Ventile wurden selbst regelm√§√üig eingestellt. Besonders der hei√üe dritte Zylinder ben√∂tigte Aufmerksamkeit. Mein neuzeitliches Auto hat ein Display, auf dem √∂fters falsche Meldungen erscheinen. Das war dem VW K√§fer mit nur einem mechanischen Zentralinstrument fremd.

Das sehr solide Blechschiebedach (Golde), heute werden nur noch Glasdächer verbaut, um die Lackierung in Wagenfarbe zu sparen, wurde manuell betätigt, was auch immer einwandfrei funktionierte. Aus der kurzfristigen Vergangenheit ist zu berichten, dass ein elektronisches Schiebedach sich allein öffnete und beim Autohändler des Vertrauens danach eine neue Steuerung fällig war. Erst nach einem Softwareupdate war es wieder funktionsfähig.

Ach nicht zu vergessen, meine Handbremse, gesteuert durch einen elektrischen Servo, benötigte vor einigen Wochen auch einen Softwareupdate, da beim gleichen Modell während der Fahrt automatisch von der Steuerung die Handbremse angezogen wurde. Der Käfer hatte eine gut funktionierende Handbremse mit Seilzug.

Also ehrlich, mein VW K√§fer Oldtimer war subjektiv nicht so komfortabel, jedoch viel robuster, wartungsfreundlicher und weniger anf√§llig f√ľr Probleme, als heutige Autos. Auch die Farbe der Karosserie war viel kreativer als schwarz, wei√ü oder silber.

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