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Lamborghini wurde keine BMW Tochter

Im Jahre 1978 stellte BMW seinen Mittelmotor-Sportwagen M1 vor. Unter der Kunststoffkarosserie werkelte ein 3,5 Liter-Sechszylinder. Auf die Entstehung hatte der damalige BMW Sportdirektor Jochen Neerpasch großen Einfluss. Bereits ein Jahrzehnt zuvor gab es bei BMW den Gedanken, ein Sportcoupe der Spitzenklasse zu entwickeln. Der Rennfahrer Hubert Hahne unterbreitete schon 1968 einen solchen Vorschlag. Hubert Hahne war nicht nur Rennfahrer, sondern zugleich BMW- und Lamborghini-Händler. Er schlug dem damaligen Verkaufschef Paul G.Hahnemann vor, auf eigene Kosten eine kleine Serie eines solchen Mittelmotor-Coupés zu bauen.

Hahne hatte Kontakte zu dem italienischen Designern Nuccio Bertone und dem – damals noch wenig bekannten – Giorgietto Giugiaro. Mitte 1971 hatte Bertone bereits Zeichnungen zu diesem Projekt fertig. Bertone hatte sich sogar bereit erklärt, fertige Karosserien zu liefern. Lamborghinis Chefkonstrukteur Stanzani konstruierte ein Chassis mit Mittelmotor und extrem dünnem Gitterrohrrahmen.

Nachdem nun konkrete Pläne vorlagen, änderte BMW die Geschäftspolitik und wollte dieses Coupé nun in eigener Regie bauen. Ein Drei-Liter-Sechs-Zylinder-Motor wurde über die Alpen geschickt und BMW bekam von Lamborghini komplette Prototypen zurück. Kurze Zeit später unterschrieb Hahnemann einen Vertrag, wonach Lamborghini für BMW einen solchen Sportwagen entwickeln und bauen sollte. BMW wäre sogar bereit gewesen, Lamborghini aufzukaufen, doch die Besitzer lehnten ab.

Als Lamborghini gerade zwei Exemplare des Sportwagens mit Vierzylindermotoren bestĂĽckt und nach MĂĽnchen geschickt hatte, schied Paul G. Hahnemann aus. Der Vertrag wurde kurzerhand storniert. Nach Zahlung einer Abfindung schickte Lamborghini die beiden Zweiliter-Vierzylinder-Chassis nach MĂĽnchen, wo sie in einer Ecke der Entwicklungsabteilung verstaubten.

BMW M1

BMW M1

Erst ein Jahrzehnt später kam der BMW M1, der nur in 307 Exemplaren bis April 1881 gebaut wurde.

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