Heinrich Büssing vor 175 Jahren geboren

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Am 29. Juni 2018 jährte sich der Geburtstag des berühmten Braunschweigers Heinrich Büssing zum 175. Mal. Viele der Konstruktionen aus Braunscheweig trieben die Nutzfahrzeugindustrie maßgeblich bis 1971 voran. Als Konstrukteur erwarb Heinrich Büssing insgesamt rund 250 Patente und gründete mehrere Unternehmen. Eines davon, die spätere Büssing AG, zählte zu den wichtigsten Arbeitgebern Braunschweigs.

Büssing Omnibus im Harz vor Wk1
Büssing Omnibus im Harz vor Wk1 © Fotoquelle Sammlung: Michael Schlenger

Gründung der Fabrik in Braunschweig

1903 gründete Heinrich Büssing, im Alter von 60 Jahren, mit seinen Söhnen Max und Ernst die Firma „Heinrich Büssing, Specialfabrik für Motorlastwagen, Motoromnibusse und Motoren, Braunschweig“. Zuvor hatte er als Technischer Leiter der Eisenbahn-Signalbauanstalt „Max Jüdel & Co.“ gearbeitet.

Lastkraftwagen und Omnibusse

Seine Leidenschaft galt aber immer schon Kraftfahrzeugen, vor allem Lkw und Bussen. Büssings ausgeprägter Erfinder- und Unternehmergeist sorgten dafür, dass sich seine Firma schnell zu einem wichtigen Teil der Nutzfahrzeugindustrie entwickelte. Als erster deutscher Hersteller konzentrierte er sich ausschließlich auf die Konstruktion und Produktion von Nutzfahrzeugen. Mit zahlreichen Entwicklungen und Erfindungen trieben der Unternehmer und seine Mitarbeiter den Nutzfahrzeugbau maßgeblich voran.

Büssing Typ II 1914
Büssing Typ II 1914 – Erster Lkw mit Kardan, elektrischen Frontscheinwerfern und Gas-Positionslampen © Fotoquelle und Bildrechte: MAN

So baute Büssing bereits ab 1904 insgesamt 400 Fahrgestelle für England, die als Unterbau für die ersten Londoner Oberdeck-Omnibusse dienten, den Vorgängern der heutigen Doppeldecker. Nur zwei Jahre später lieferte Büssing Oberdeck-Omnibusse auch nach Berlin. Im selben Jahr stieg der Braunschweiger Betrieb zudem in Zusammenarbeit mit Continental in die Entwicklung der ersten Luftreifen ein. Ein weiterer Meilenstein: 1924 wurde der erste Dreiachs-Omnibus der Welt mit zwei angetriebenen Hinterachsen vorgestellt. Auch viele Omnibusse unterschiedlichster Typen wurden gebaut.

Büssing Frontlenker der 60er Jahre
Büssing Frontlenker der 60er Jahre © Fotoquelle und Bildrechte: MAN

Im Jahr 1929 starb Heinrich Büssing im Alter von 86 Jahren. Seine Söhne führten das Unternehmen weiter. Auch in der Folgezeit machte es sich mit technischen Neuerungen einen Namen. So wurde von 1934 bis 1935 ein Autobahn-Omnibus mit zwei jeweils 140 PS starken Dieselmotoren entwickelt und 1935 der Unterflurmotor. Der Unterflurmotor wurde erstmals 1949 in einem Nutzfahrzeug eingebaut. Auch für Schienenbusse der Eisenbahn lieferte das Unternehmen Unterflurmotoren.

Beginn der Zusammenarbeit mit MAN

Am 17. Januar 1967 hatten MAN und Büssing zunächst die Geschäftsbeziehung aufgenommen, um sich gegenseitig mit Aggregaten zu beliefern und das jeweilige Verkaufsprogramm mit den eigenen Fahrzeugtypen zu ergänzen. Die Kooperation bildete den Grundstein für die spätere Übernahme. Noch heute spielt das ehemalige Büssing-Werk Salzgitter eine bedeutende Rolle für MAN. MAN übernahm den Lastwagenhersteller Büssing aus Niedersachsen 1971.

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