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Die Sache mit der Lichtmaschine

Wem das rote Licht dauernd leuchtet…

Sp├Ątestens wenn das rote Licht partout nicht mehr ausgehen will und das Amperemeter den positiven Bereich meidet, haben wir ein Problem. Wir m├╝ssen damit rechnen, dass die eigenst├Ąndige Fahrt in 10-20 mls zu Ende ist. Die Batterie wird dann vollst├Ąndig entladen sein.┬á

Was will uns das rote Licht sagen? Wenn es beim Gas geben nicht mehr ausgeht, ist entweder die Lichtmaschine (LiMa), oder der Regler defekt. Wie k├Ânnen wir den Fehler eingrenzen?

Etwas Fett f├╝r das hintere Lager

Etwas Fett f├╝r das hintere Lager

Wir k├Ânnen zuerst den Regler als Ursache ausgrenzen, indem wir ihn kurzschlie├čen – siehe auch ÔÇ×Die Sache mit dem ReglerÔÇť in Heft 128 Seite 10. Dazu wird eine Drahtbr├╝cke von Klemme D nach F gelegt, z.B. mit einem St├╝ckchen Draht, oder einer B├╝roklammer.┬á

Wenn jetzt bei ├╝ber 2000U/min das rote Licht noch leuchtet, bringt die LiMa keine Leistung mehr. Wer ein Spannungsmessger├Ąt hat, kann auch pr├╝fen, ob die Spannung an Klemme D (Dynamo) von ca. 12V im Leerlauf bei erh├Âhter Drehzahl nicht mehr ├╝ber 13V ansteigt. Ist das so, muss die LiMa ausgebaut werden.┬á

Messen mit dem Ohmmeter: Geringer widerstand zwischen Kollektorfl├Ąchen

Messen mit dem Ohmmeter: Geringer widerstand zwischen Kollektorfl├Ąchen

Die wichtigsten elektrischen Elemente der LiMa sind der rotierende Anker mit seinem Kollektor, die Schleifkohlen, der Feldmagnet und die Feldwicklung. Die Grundfunktion ist schnell erkl├Ąrt:

Der dauerhafte Magnetismus eines Feldmagneten wird ├╝ber die Feldwicklung Klemme F (Field) elektrisch verst├Ąrkt. In diesem Magnetfeld dreht sich der Anker und erzeugt die Betriebsspannung. An seinen Kollektoranschl├╝ssen wird die Spannung von den Kohlen abgenommen und ├╝ber die Masse des Fahrzeuges Klemme E (Earth) und der Klemme D (Dynamo) an den Regler geleitet. Dabei ist es egal, ob + oder ÔÇô an Masse liegt. Ist alles in Ordnung, steht dann bei gen├╝gender Drehzahl an Klemme D ausreichend Spannung f├╝r das Bordnetz zur Verf├╝gung.┬á

Reinigen der Kollektorzwischenr├Ąume mit Zahnstocher

Reinigen der Kollektorzwischenr├Ąume mit Zahnstocher

Es ist immer gut, gelegentlich mal ein Auge auf den Zustand der LiMa zu werfen, damit der eingangs genannte Zustand eines roten Dauerlichtes gar nicht erst auftritt. So sollte man ruhig alle paar Jahre mal die Abdeckung an der hinteren Seite der LiMa verschieben und die beiden darunterliegenden Kohlen pr├╝fen. N├Ąhert sich n├Ąmlich eine der beiden Andruckfedern f├╝r die Kohlen dem Schacht in dem sie gef├╝hrt werden (Bild oben), kann die Kohle nicht mehr korrekt auf die Kollektorfl├Ąche gedr├╝ckt werden ÔÇô der Hauptgrund f├╝r das rote Licht. Dann m├╝ssen beide Kohlen erneuert werden. Dabei auch gleich pr├╝fen, ob die Kohlen sich leicht im Schacht bewegen lassen und nicht klemmen. Ansonsten muss die LiMa ausgebaut und zerlegt werden.┬á

Wenn der Anker der LiMa ausgebaut wird, sollte auch gleich gepr├╝ft werden, ob mechanische Sch├Ąden vorhanden sind. Die Lager sollten gereinigt und neu gefettet werden, der Schmierfilz in der Messingh├╝lse ben├Âtigt auch eine Prise Fett (Bild).

Andruckfeder sollte den Kohleschacht nicht ber├╝hren

Andruckfeder sollte den Kohleschacht nicht ber├╝hren

Zeigt der Kollektor ein unsauberes Schleifbild, l├Ąsst er sich vorsichtig mit einem feinen Schleif- oder Polierband reinigen. Das geht gut in einer langsam laufenden Bohr- oder Drehmaschine. Anschlie├čend die Zwischenr├Ąume mit einem geeigneten Gegenstand, zum Beispiel einem Zahnstocher reinigen, so dass es keine elektrischen Verbindungen zwischen benachbarten Kupferfl├Ąchen gibt (Bild rechts Mitte). Dabei d├╝rfen aber keine Grate entstehen, da diese die Kohlen schnell verschlei├čen w├╝rden.

Wichtig f├╝r die max. Leistung sind intakte Ankerwicklungen. Die lassen sich mit einem Widerstandsmesser (Ohmmeter) pr├╝fen. Die nebeneinander liegenden Kollektoranschl├╝sse m├╝ssen rundum jeweils einen messbaren Widerstand von ca. einem Ohm (╬ę) haben. Null Ohm w├╝rde ein Kurzschluss f├╝r diese Wicklung bedeuten, einen nicht messbarer Widerstand (unendlich). Zu gro├če Werte bedeuten eine Unterbrechung bzw. einen Defekt. In beiden F├Ąllen ist die volle Leistung der LiMa nicht mehr gegeben.┬á

Ist eine Wicklung unterbrochen, liegt im einfachsten Fall eine Besch├Ądigung einer L├Âtstelle am Kollektor vor, m├Âglicherweise durch eine vorhergehende ├ťberlast. Wer mit einem guten L├Âtkolben umgehen kann, wird diesen Fehler evtl. selbst beseitigen. Wer es mit einer Flamme probiert, braucht anschlie├čend einen neuen Anker.┬á

Ein Kurzschluss einer Wicklung kann innerhalb der Windungen vorliegen und l├Ąsst sich mit Hausmitteln nicht beheben. Sind aber nur nebeneinanderliegende Kollektorfl├Ąchen, beispielsweise durch Abrieb kurzgeschlossen, l├Ąsst sich dieses durch Auskratzen – wie zuvor beschrieben ÔÇô meist beheben. Im Zweifel aber besser einen Motorenwickler oder eine Fachwerkstatt f├╝r Oldtimerelektrik aufsuchen! Zwischen einer Kollektorfl├Ąche und Masse darf kein Widerstand messbar sein.

Die Feldwicklung muss an Klemme F einen Widerstand von etwa 7╬ę gegen Masse haben – dann ist sie in Ordnung.

Nun Kohle und Kohlesch├Ąchte reinigen und auf leichte Beweglichkeit der Kohle im Schacht pr├╝fen. Neue Kohlen sollten wenig Spiel haben und leicht gleiten. Bei zu gro├čem Spiel k├Ânnten sie verkanten. Sind sie zu dick, lassen sie sich gut mit feinem Schleifpapier anpassen. Sind sie zu lang, m├╝ssen sie gek├╝rzt werden, da sie sonst am Geh├Ąuse einen Kurzschluss erzeugen k├Ânnen.┬á

Beim Zusammenbau tut man sich leichter, wenn die m├Âglichst neuen Kohlen zuerst angeklemmt und nur ein wenig im Schacht versenkt werden. Die Andruckfedern lassen sich vorsichtig verdrehen, so dass sie neben den Kohlen liegen und diese klemmen. Dann den Anker einsetzen und die LiMa zusammenbauen. Erst jetzt die Andruckfedern mit einer Pinzette oder Spitzzange auf die Kohlen setzen, so dass diese mit der definierten Kraft der Feder auf den Kollektor gedr├╝ckt werden.

L├Ąuft alles rund, kann die LiMa eingebaut, der Keilriemen korrekt gespannt und die Kabel angeschlossen werden.┬á
Nun sollte nochmals zu einem Test – wie Eingangs beschrieben – die max. Leistung der LiMa abrufen werden, indem die Klemmen D und F an der LiMa wieder kurzgeschlossen werden. Bei Drehzahlen von 2000U/min und mehr sollte jetzt ein gr├Â├čerer positiver Ladestrom flie├čen, selbst bei eingeschaltetem Licht und Wischer.┬á

Wichtig! Anschlie├čend nicht vergessen die Br├╝cke D – F wieder zu entfernen. Ansonsten w├╝rde die Batterie ├╝berladen und zerst├Ârt werden, da der Regler nicht mehr regeln kann.

So ger├╝stet kann jeder in aller Ruhe seinen n├Ąchsten Meilen entgegensehen. Ich hoffe, damit dem technisch Interessierten ein St├╝ck weiter geholfen zu haben und w├╝nsche wie immer eine gute Fahrt!

Text und Bilder: Horst Heckhoff

Quelle: MG Kurier, Clubmagazin des MG Car Club Deutschland e.V..

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