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Zeitgeschichte: Mein Audi 50 und der ADAC

Audi 50 So wird´s gemacht

Audi 50 So wird´s gemacht H.R. Etzold ISBN 3-7688-0221-3 Verlag Delius, Klasing Bielefeld

Es begab sich im Jahre 1974. Es war Zeit vom Automobil mit Heckmotor auf einen neuzeitlichen Kleinwagen umzusteigen. Damals wurden nach meiner subjektiven Auffassung noch richtige Vergleichstests von den Autozeitschriften durchgefĂĽhrt.

Die Besprechungen des damals neuen Audi 50 in der Presse und auch in der seit 2005 eingestellten Zeitschrift “mot” beeindruckten mich. Was war das ein fortschrittliches Auto gegenĂĽber dem Käfer!

So bestellte ich mir einen gelben Audi 50 mit 60 PS. Was war das für eine Rakete, leicht, geräumig, spurtstark und mit Heckklappe. Was war ich so stolz auf meine Erwerbung. Doch schon bald ging der Ärger mit anfänglich Kleinigkeiten los.

Nach wenigen Kilometern schlug der Bezug der Sitze Falten. Es war wohl auch damals eines der ersten Fahrzeuge mit einem Schaumstoff Unterbau als Ablösung der bekannten Sprungfederkonstruktionen. Weiter ging es mit einem abgerissenen Pleul bei einer Fahrt nach Hamburg und ruinierte den Motor völlig. Nach dem Einbau eines neuen Motors standen in der Werkstatt zwei gelbe Audi 50 nebeneinander. Seltsamerweise passte mein Schlüssel auch zum anderen Audi 50!

Doch es reichte noch nicht, denn zu meinem Entsetzen riss ein Scharnier der Heckklappe aus der Befestigung. Der Wagen musste wieder abgestellt werden. Audi wollte damals die “gelbe Zitrone” nicht zurĂĽcknehmen, aber die diversen Nachbesserungen beseitigten auch nicht die Ăśbel.

Meine BemĂĽhungen vom ADAC ein Gutachten ĂĽber den schlechten Zustand meines Audi 50 zu bekommen, schlugen damals fehl. Der ADAC wollte zu dem neuen Audi 50 keine Besichtigung vornehmen und Stellung beziehen. Die damalige schriftliche Absage war fĂĽr mich der Grund einer fristlosen KĂĽndigung als Mitglied.

Aus meiner Not hatte ich dann GlĂĽck bei einem Redakteur der damaligen Zeitschrift “mot”. Auch er war EigentĂĽmer eines Audi 50 mit Mängeln. Er vermittelte einen Kontakt in die Versuchsabteilung von Audi in Ingolstadt.

Einige Tag später kam ein Fahrer aus Ingolstadt mit einem roten Audi 80 zu mir nach Hamburg, übergab mir den mustergültigen Audi 80 als Leihwagen, montierte das Nummernschild an meinem Audi 50 ab und versah den Wagen mit einem roten Nummernschild. Er fuhr dann zurück nach Ingolstadt in die Versuchsabteilung, hatte jedoch auf der Fahrt wieder einen erneuten Defekt.

Mein Audi 50 wurde in der Versuchsabteilung “entkernt” und mit neuen Teilen wieder zusammen gebaut. Nach einiger Zeit habe ich dann meinen Audi 50 wieder ohne Kommentar zurĂĽck bekommen.

Das war damals durch die Vermittlung des Redakteurs ein sehr feiner Zug von Audi gewesen. Ich habe den Audi 50 noch einige Zeit gefahren und dann verkauft. Der Rost an der Karosserie blĂĽhte relativ schnell, aber das war in der Zeit bei vielen Autos ĂĽblich und kein Grund zu Reklamationen.

Nach dem Verkauf war dann der Bremsverstärker defekt. Ich habe dann nie wieder etwas von meiner gelben Zitrone gehört. Warum mein Audi 50 damals nicht die gelbe Zitrone vom ADAC bekommen hat, sondern ein British Leyland Spitfire, kann man nur vermuten.

Der Kleinwagen feiert in diesem Jahr das Jubiläum 40 Jahre Audi 50.

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