Vor 80 Jahren erschien der erste Opel Kapitän

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Wenn einer der Großen der Automobilgeschichte 80 Jahre alt wird, muss daran erinnert werden. Der Opel Kapitän startete seine Karriere 1938 und blieb 42 Jahre lang ein Flaggschiff der Marke. Heute gibt es von Opel kein Oberklasse Fahrzeug mehr.

Einordnung des Opel Kapitän 1938

Damals lief das größte Opel-Modell im Werk Rüsselsheim vom Band. 1938, ein Jahr nach der Vorstellung des Opel Admiral, erweiterte Opel seine Modellpalette um eine weitere Größe. Als Vertreter der oberen Mittelklasse reihte sich der Opel Kapitän zwischen dem populären Kadett und dem repräsentativen Oberklasse-Admiral im Art-déco-Stil ein.

Opel Kapitaen 1938-40 mit zwei Türen
Opel Kapitaen 1938-40 mit zwei Türen © Fotoquelle und Bildrechte: Opel

Mit selbst tragender Karosserie aus Ganzstahl und damals moderner Antriebstechnik nahm der als zwei- und viertürige Limousine sowie als vier sitziges Cabriolet angebotene Kapitän in dieser Wagenklasse eine technische Vorreiterrolle ein. Der damals innovative 2,5 Liter große und 55 PS starke OHV-Reihen-Sechszylinder wurde dabei zum Markenzeichen dieser Opel Modelle.

Was zeichnete den Opel Kapitän 1938 aus?

1938 hatte der Opel Kapitän die technischen Kompetenzen der Adam Opel AG demonstriert. Dazu gehörten eine fortschrittliche Motoren-Technologie und eine moderne Karosserie-Konstruktion. Zehn Millionen Reichsmark hat, ein „autobahnfester Kurzhub-Motor“, dessen hängende Ventile über eine stirnradgetriebene Nockenwelle, Stößelstangen und Kipphebel betätigt wurden, leistete 55 PS und beschleunigte den Kapitän auf eine Spitze von 126 km/h. Darüber hinaus verfügte der Kapitän als erster Vertreter seiner Fahrzeugklasse in Deutschland über eine selbst tragende Karosserie aus Stahl.

Einzelradaufhängung mit Stabilisator vorne, hydraulische Bremsen und Stoßdämpfer waren serienmäßig, aber 1938 im Automobilbau noch längst nicht selbstverständlich. Die moderne Form mit erstmals in den Kotflügeln integrierten, sechseckigen Scheinwerfern, nach oben öffnender, einteiliger „Alligator“-Haube und angedeutetem Fließheck mit von außen zugänglichem Kofferraum folgte den stilistischen Vorbildern der Fahrzeuge aus den USA.

„Ein Wagen, der der Welt gehört“, wirbt Opel für seinen neuen Vertreter der gehobenen Mittelklasse, der als zwei- und viertürige Limousine sowie als zweitüriges Cabriolet mit vier Sitzplätzen angeboten wurde und sich zum Exportschlager entwickelte. Bis zur durch Krieg bedingten Einstellung der Produktion wurden in knapp neun Monaten 25.374 Einheiten, davon 463 Cabrios und 248 Chassis ohne Karosserie, des Opel Kapitän gebaut. Davon wurden rund 13.000 Fahrzeuge ins Ausland geliefert.

Die Geschichte ab 1946

Am 5. Juli 1946 lief in Rüsselsheim die Nachkriegs-Fertigung an, ab Oktober 1948 wurde auch wieder der Kapitän gefertigt. Den ersten Großauftrag erteilte die US-amerikanische Regierung. Ab 1949 belieferte Opel auch wieder Export-Märkte.

Opel Kapitaen 1948-50
Opel Kapitaen 1948-50 © Fotoquelle und Bildrechte: Opel

Der erste Nachkriegs-Kapitän verließ 1948 das Werk in Rüsselsheim, der bis auf wenige Details immer noch dem Ur-Modell entsprach. Im deutschen Wirtschaftswunder wurde der Opel Kapitän dann mit US-amerikanischer Formensprache und Sechszylinder-Komfort zum Synonym von Fortschritt, Wohlstand und Zuverlässigkeit. 13.036 Stück des Kapitäns wurden bis zum Frühjahr 1950 gefertigt.

Opel Kapitaen 1951
Opel Kapitaen 1951

Im Mai 1950 kündigte das Unternehmen „Neues vom Opel Kapitän“ an: Vom Vorkriegsmodell unterschied sich der nun ausschließlich als viertürige Limousine lieferbare Kapitän durch eine moderne Lenkradschaltung sowie einen überarbeiteten Innenraum und runde Scheinwerfer. 1951 erfährt die Karosserie des Kapitän weitere Änderungen: Die Linienführung zeigte sich repräsentativer, der Kofferraum war gewachsen, im großzügiger verteilten Chrom spiegelte sich der Zeitgeist von Aufbruch und beginnendem Wohlstand wider.

Für den nun 58 PS starken Sechszylindermotor, der auch im Lastwagen Opel Blitz zum Einsatz kam und diesem eine Sonderstellung auf dem Lkw-Markt garantierte, entfielen ab sofort sämtliche Einfahrvorschriften. Die Ur-Linie des Kapitän bleibt bis 1953 erhalten, als der Nachfolger (Kapitän ‘54) mit mehr Leistung und moderner Ponton-Form erscheint.

Nur ein Jahr wurde der missglückte Schlüsselloch Kapitän gebaut. Dann folgte der Opel Kapitän Erfolgstyp 2,6 von 1959 – 1963.

Opel Diplomat A
Opel Diplomat A

Ende der Opel Topmodelle

In den sechziger Jahren gehört das Rüsselsheimer Topmodell zu den meist verkauften Sechszylindern Deutschlands. Erst im Frühjahr 1970 endete mit dem Kapitän B, damals das Einstiegsmodell die aus Kapitän, Admiral und Diplomat bestehenden Opel-Oberklasse-Familie. Die Geschichte des bekanntesten großen Opel ging nach 42 Jahren und 474.189 gebauten Fahrzeugen mit dem Opel Diplomat B zu Ende.

Opel Diplomat B
Opel Diplomat B

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