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Nicht nur klassische Wohnmobile benötigen oft einen speziellen Führerschein

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Nicht nur Käufer von klassischen Wohnmobilen sollten bei der Auswahl auf die gesetzlich zulässige Zuladung des Fahrzeuges achten, wenn sie keinen Führerschein der Klasse C1 haben. Zu dem Thema sind neuere Gerichtsentscheidungen im Hinblick auf das Problem Gewichtseinstufung ergangen.

Wer ein Wohnmobil mietet oder kauft muss prüfen, ob er das gewünschte Fahrzeug mit seinem PKW-Führerschein fahren darf. Sonst ist die nutzbare Zuladung möglicherweise so eingeschränkt, dass man kaum Gepäck oder sogar nur weniger Reisende mitnehmen darf.

Im entschiedenen Fall hatte der Kläger ein Wohnmobil von 3,5 t zulässiger Gesamtmasse mit „Heckgarage“ als Stauraum und zwei zusätzlich eingebauten Sitzen von einem Händler gekauft. Es stellte sich heraus, dass schon bei vier Personen an Bord die zulässige Hinterachslast überschritten wird und damit der Stauraum von nominell 600 kg nicht mehr nutzbar ist. Sowohl das angerufene Landgericht Hanau als auch auf Berufung des Händlers das Oberlandesgericht Frankfurt am Main sahen in der eingeschränkten Benutzbarkeit des Wohnmobils einen erheblichen Sachmangel. Wer ein für vier Personen zugelassenes Fahrzeug erwirbt, dürfe auch erwarten, dass er es in diesem Umfang nutzen kann. Der Käufer durfte das Wohnmobil gegen Erstattung des Kaufpreises einschließlich Zinsen und Aufwendungen zurückgeben.

Wohnmobil

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Wohnmobile bis 3,5 t zulässiger Gesamtmasse haben den Vorteil, dass sie mit der Fahrerlaubnis-Klasse B (PKW) gefahren werden dürfen. Liegt die zulässige Gesamtmasse des Gefährts zwischen 3,5 und 7,5 t ist mindestens die Fahrerlaubnisklasse C1 notwendig. Allerdings haben Besitzer von vor 1999 ausgestellten Führerscheinen der Klasse 3 automatisch die Klasse C1 inne.

Bis 3,5 t gelten nach StVO höhere Geschwindigkeitsgrenzen als bis 7,5 t, dann müssen 80 km/h auf Landstraßen und 100 km/h Autobahnen eingehalten werden. Außerdem müssen Wohnmobile mit dem höheren Gewicht auch das Überholverbot des Zeichens 277 für Lkw beachten.

Leichte Fahrzeuge sind grundsätzlich besser zu manövrieren. Wer nur einen B-Führerschein hat, sollte vom Wohnmobil keine „Landyacht“ mit drei Zimmern erwarten, sondern lieber auf einen cleveren Leichtbauwagen mit variablem Grundriss und ohne Bordgarage setzen.

Auch die Händler sollten offensiver mit dem Thema der Zuladung umgehen und hier Hinweise für die richtige Wahl geben, um Umtausch oder Rückgabe zu vermeiden. (Landgericht Hanau, Urteil v.05.06.2014, Az.: 7 O 696/12; Oberlandesgericht Frankfurt am Main, Urteil v. 02.01.2015, Az.: 26 U 31/14)

Quelle: AvD

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