Der Porsche des kleinen Mannes – Heinkel Kabine

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Vor 60 Jahren, im März 1956, begann die Serienproduktion eines der innovativsten Kabinenroller der 60er Jahre – die Heinkel Kabine. Zuvor hatte das Kraftfahrt-Bundesamt am 23. Februar 1956 die allgemeine Betriebserlaubnis erteilt. Die Geburtsstunde der Heinkel Kabine.

Vorrausgegangen war eine Entwicklung, die im März 1954 begann. Inspiriert durch den Besuch des Genfer Autosalons im Frühjahr 1954, bei dem Ernst Heinkel erstmals den Kleinwagen der Firma ISO, die spätere BMW Isetta sah, beauftragte er seine Konstrukteure einen Kleinwagen zu entwerfen. Bereits am 17. Mai 1954 lagen die ersten Entwurfszeichnungen des Wagens vor. Seitliche Türen, 2 Sitze, Platz für Gepäck hinter den Sitzen, 200ccm Rollermotor und 8″ Räder waren die ersten Eckpunkte des Lastenheftes, das sich im Laufe der Entwicklungszeit noch einige Male verändern sollte. Der Verkaufspreis sollte zwischen 2.400,- DM und 2.500,- DM liegen und somit preislich in der Region eines Rollers mit Beiwagen angesiedelt sein.

Heinkel Kabine 1958
60 Jahre Heinkel Kabine 1958

Schon beim zweiten Entwurf im Jahr 1954 wurde konstruktiv auf die Fronttür gewechselt, um ein leichteres Einsteigen und eine bessere Aussteifung der Karosserie zu ermöglichen. Bei vielen Versuchsfahrten, die zum Teil bis nach Italien und Norwegen gingen, wurde während der 2-jähigen Entwicklungsarbeit noch manche Kinderkrankheit ausgebessert und so die Kabine schließlich zur Serienreife gebracht.

Neben dem Standort Stuttgart Zuffenhausen, Motorenfertigung und Hauptsitz der Ernst Heinkel AG und der Rollerfertigung in Karlsruhe, wurde in Speyer ein weiteres Werk gekauft und die Kabinenmontage kurzerhand dort etabliert. Gerade in der Anfangsphase hatte man mit enormen Anlaufschwierigkeiten zu kämpfen.

60 Jahre Heinkel Kabine 1958
60 Jahre Heinkel Kabine 1958

Die Mitarbeiterzahl wuchs innerhalb eines Jahres von 100 auf rund 500 Mitarbeiter, die Trocknungsanlage wurde verspätet geliefert, so dass die ersten Kabinen in einem Provisorium lackiert werden mussten. Immer wieder hat es in der Anlaufphase der Produktion Konstruktionsänderungen gegeben, die den reibungslosen Ablauf einer Fertigung behinderten. Insgesamt wurden in den 1 1/2 Produktionsjahren im Werk Speyer rund 11.000 Kabinen gefertigt bevor die Produktion im Sommer 1958 nach Irland verlagert wurde. Nicht unerwähnt sollte bleiben, dass parallel zur irischen Produktion auch in Argentinien von 1958 bis 1961 Kabinen in Lizenz für den südamerikanischen Markt gebaut wurden bevor von Ende 1961 bis 1964 die Kabine in England unter der Bezeichnung Heinkel­ Trojan leicht abgeändert weiter gebaut wurde.

Quelle: ADAC

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