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Youngtimer wird statistisch zum Oldtimer: Volvo 740

Wie die Zeit vergeht und einige Volvo 740, besonders in der Form des Kombi sieht man noch im täglichen Einsatz auf der Straße. Diese robusten und kantigen Fahrzeuge sind von ihren Haltern sehr gepflegt worden und haben meist hohe Kilometerleistungen im Laufe der Betriebszeit gefahren. Eigentlich nehme ich das Modell noch nicht als Oldtimer wahr, wie auch andere Fahrzeuge aus den 80er Jahren.

Die ersten Volvo 740 können das H-Kennzeichen erhalten und werden in gutem Zustand vorausgesetzt amtlich zum Oldtimer. Die Limousinen und Kombis der schwedischen Oberklasse-Reihe wurden 1984 eingeführt. Während die Stufenheck-Limousine mit markanten skandinavischen Formen Designgeschichte schrieb, setzte der fünftürige Volvo 740 Maßstäbe für das moderne Kombi-Segment.

Die robusten Limousinen und Kombis der schwedischen Oberklasse-Reihe gehören in der Zuverlässigkeit zu den besten Autos aller Zeiten. Die dafür notwendige Langlebigkeit garantierten verzinktes Stahlblech und das innovative Produktionsverfahren im Volvo Werk Torslanda bei Göteborg. Mehr als 100 Industrieroboter machten die weitgehend automatisierte Fabrik zum damals modernsten Automobilwerk der Welt. Während die Stufenheck-Limousine mit markanten skandinavischen Formen Designgeschichte schrieb, setzte der Volvo 740 Kombi auf großen Laderaum.

Der Volvo 740 Kombi und Limousine sind 2014 30 Jahre alt und werden zum Oldtimer

Der Volvo 740 Kombi und Limousine sind 2014 30 Jahre alt und werden zum Oldtimer
© Fotoquelle und Bildrechte: Auto-Medienportal.Net/ Volvo

Bei den Sicherheitstechniken fuhr der Volvo 740 seiner Zeit weit voraus, so dass er noch im sechsten Produktionsjahr den Preis als „sicherstes Fahrzeug überhaupt” erhielt. Dazu zählten ABS, ein elektronisches Traktionskontrollsystem und ein in der Rückenlehne des Fond-Mittelplatzes integrierter Kindersitz. Als Aktion wurde eine Volvo 740 GL Limousine nur an der B-Säule aufgehängt und dabei lag ein Mensch unter dem Volvo. Die B-Säule hielt natürlich und die Fahrgastzelle war rekordverdächtig stabil.

Die neue Reihe bestand aus dem luxuriösen Volvo 760 und dem preiswerteren Volvo 740. Über eine Million der Serien wurden bis 1992 verkauft. Der Hauptmarkt war die USA.

Volvo-Stardesigner Jan Wilsgaard entwarf mit einem Muster aus eckiger Front- und Heckgestaltung und steilem Rückfenster den „schwedischen Ziegelstein”. Die Volvo Kombi waren erstmals fast genauso komfortabel und boten nahezu identische Fahrdynamik wie die Limousinen.

Bei Effizienz und Leichtbau in der Oberklasse war Volvo damals führend. Bis zu 100 Kilogramm Gewicht konnten gegenüber dem Vorgänger eingespart werden. Dies trotz der Vorreiterrolle bei der Einführung des geregelten Drei-Wege-Katalysators und den bis zu 200 PS starken Motoren mit Turbo- oder 16-Ventiltechnik. Mit dem Sechszylinder-Turbodiesel gehörte der Volvo 740 zu den schnellsten Serien-Selbstzündern damals.

Modellpflegemaßnahmen hielten den Volvo 740 frisch, so dass er noch zwei Jahre parallel zum im Jahr 1990 eingeführten Nachfolger Volvo 940 angeboten wurde. Zwischenzeitlich gab es den Volvo 740 auch als Chauffeur-Limousine mit langem Radstand. Er war beliebt bei „DDR”-Oberen und hatte bis zu sechs Türen.

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