Sind alte Autos besser als neue Autos?

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An der Frage sind alte Autos besser als neue Autos teilen sich die Meinungen. Es ist eine subjektive Betrachtung. Unter alten Autos verstehe ich Autoklassiker, die bis maximal Ende des letzten Jahrhunderts gebaut wurden. Das sind also Fahrzeuge ohne viel Elektronik. Dort sind bei normalen Kraftfahrzeugen eine elektronische Motorsteuerung und ABS eingebaut. Lassen wir an dieser Stelle die Oberklasse Modelle von BMW, Mercedes oder vergleichbare Modelle bei der Betrachtung außen vor. Die Elektronik ist störanfällig und altert bis zum völligen Ausfall der zentralen Komponenten. Nicht zu vergessen sind die Zusatzaggregate wie EPS, Airbags, Klimaanlage, Fernbedienung Türöffner, elektrische Fensterheber, Fehlerspeicher und sonstige Assistenten. Das Do-it-Yourself an modernen Fahrzeugen kann man vergessen.

Hudson Super 8 Heidi Hetzer
Hudson Super 8 aus dem Baujahr 1930 © Fotoquelle und Bildrechte: Heidi Hetzer

Oldtimer haben mehr Stil, Eigenständigkeit in der Karosseriegestaltung als die rund gelutschten und engen Karosserien der letzten Jahre. In der Regel waren die Karosserien übersichtlicher als heute, zum Beispiel die Trapezformen der 60er und Anfang der 70er Jahre. Heute kann man in einer modernen Karosserie durch die flache Bauform als großer Mensch kaum noch ein- und aussteigen oder aufrecht sitzen. Der Innenraum bot damals bei kleineren Außenabmessungen mehr Platz als heutige übergewichtige Modelle. Man schaue sich einmal die vorbildliche Raumökonomie eines Volkswagen Passat 1 bzw. dem Audi 80 an.

Marken und Typen waren noch leicht zu unterscheiden und eindeutig zuzuordnen.

Bei erhaltenen Autoklassikern, älter als 30 Jahren, war noch keine Elektronik verbaut. Der Motorraum, Nebenaggregate und Autoelektrik war noch übersichtlich und in der Regel gut zugänglich. Die Bedienung war übersichtlich, intuitiv und ohne Studium einer «400 Seiten Bedienungsanleitung» von jedem Mann oder Frau zu bedienen.

Viele Menschen mit technischen Kenntnissen schwören auf alte Autos Sehr viele Dinge kann man mit entsprechendem Werkzeug und dem Zugang zu einer Hebebühne selbst reparieren. Das kann eine Menge Geld sparen. Bei älteren Autos geht andererseits auch immer wieder etwas kaputt. Die Wartungsintervalle sind kürzer und für eine gute Gebrauchstüchtigkeit und Zuverlässigkeit ist mehr Arbeit erforderlich. Ob Reparaturen am Blech bei Rostschäden oder Unfall günstiger ausfallen, ist von Modell zu Modell, je nach Konstruktion unterschiedlich.

Bei Youngtimern bekannter Hersteller wie BMW, Mercedes, Opel und Volkswagen gibt es meist günstige gebrauchte Ersatzteile. Bei Exoten mit ausgelaufener Ersatzteilversorgung dürfte es schon schwieriger sein, den Youngtimer am Leben zu halten. Sie sind bei ordentlicher Wartung zuverlässiger, da sie keine elektronischen Komponenten besitzen, die einfach mal ohne Vorwarnung ausfallen können. Andererseits ist am technischen Fortschritt, Sicherheitsvorbeugung bei Unfällen, nicht zu rütteln.

Die heute extrem schräg stehenden Frontscheiben vermindern ein gutes Raumgefühl und gerade bei Cabrios kann man sich bei der Konstruktion beim Einsteigen ziemlich am Kopf stoßen, da die A-Säulen weit in den Türbereich ragen. Manche «Armaturenbretter» sehen aus wie Kunststoffwüsten mit größer immer größer werdenen Displays für die Anzeige und «Entertainment des Fahrers» und lenken vom Verkehr ab.

Gut gewartete Autoklassiker bieten meistens Fahrspaß, sind langsamer und haben eine Seele. Aus diesem Grund wählte auch Heidi Hetzer für ihre geplante Reise um die Welt, die anderthalb bis zwei Jahre dauern soll, von Berlin aus über die Türkei, Georgien, Russland, Mongolei, China, Thailand, Malaysia, Australien, Nord- und Südamerika, das südliche Afrika zurück nach Europa einen Hispano Suiza H6 aus dem Jahr 1921 und einem Hudson Super 8 aus dem Baujahr 1930.

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