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Lederpflege, Lederreiniger und Lederfarben für Oldtimer

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Autoleder werden mit der Zeit schmutzig, bekommen Gebrauchsspuren und benötigen im Laufe der Zeit eine Lederpflege. Nachfolgend möchte ich beschreiben, wie ich die Fahrer-, Beifahrersitze und Rückbank aufgearbeitet habe. Das Fahrzeug war nach der Abstellung 14 Jahre in einer trockenen Garage abgestellt und nunmehr nach technischer Restaurierung wieder zum Verkehr zugelassen worden.

Leder ist eine durch Gerbung chemisch haltbar gemachte Tierhaut, deren natürliche Faserstruktur weitgehend erhalten ist. So war es zumeist bei der früheren Lederbearbeitung und Verwendung für Autositze mit Lederbezügen.

Ledersitze nach / vor Lederpflege

Ledersitze – links nach der Restaurierung – rechts vor den Arbeiten

Auf dem Foto sind rechts der Schmutz (dunkel) in der natürlichen Ledernarbung, die Risse und die Abnutzung an der rechten Sitzbacke zu erkennen.

Der Rücksitz und Lehne, Fahrer- und Beifahrersitze wurden am ersten Tag ausgebaut und in Arbeitshöhe auf Holzböcke gestellt. Soweit notwendig wurden die Einzelsitze von Beschlägen befreit und die Schienen gesäubert. Mit einer Lederseife und einer angefeuchteten Bürste mit aufgeschäumter Lederseife wurden die Lederflächen nun systematisch gründlich Stück für Stück gereinigt. Ich bin immer bis zur nächsten Naht vorgegangen, um das Leder nicht zu sehr mit Wasser zu durchfeuchten. Die Lederseife wurde dann mit einem Schwammtuch abgewischt und das Schwammtuch in immer wieder klarem Wasser ausgewaschen. Danach wurde versucht mit einem Microfasertuch Restfeuchte sofort zu beseitigen. Durch diese Prozedur wurde das Leder wieder sichtbar heller. Nach getaner Arbeit, einem Tagewerk hatten die Lederpolster bis zum nächsten Tag Zeit zum Trocknen.

Am zweiten Tag war die Oberfläche des Leders fettfrei und mit einem Leder Schleifpad konnten die rauhen Stellen geglättet werden. Größere Narben bzw. Risse in den Wangen wurden mit Flüssigleder und einem Spachtelwerkzeug geglättet. Diese wesentlichen Arbeiten zur Erhaltung der ursprünglichen Struktur des Leders und Reparaturen haben wiederum einige Stunden in Anspruch genommen.

Die Restaurierungsarbeiten wurden dann am nächsten Tag vorgesetzt, um auch hier wieder die Reparaturstellen gut austrocknen zu lassen. Lederteile, die eine farbliche Nachbehandlung bedurften, wurden mit passender Lederfarbe, das auf einem Schwämmchen geträufelt und dann aufgetupft wurde, bearbeitet. Lederfarbe war besonders an den Wangen der Sportsitze erforderlich, um die ursprünglichen gleichmäßigen Farbflächen wieder herzustellen.

Am vierten Tag wurde das Leder mit Leder Pflegemilch als UV-Schutz und Weichmacher zweimal nacheinander behandelt. Dazu nahm ich ein frisches Microfasertuch, das ich leicht mit Pflegemilch benetzte, dünn und gleichmäßig in das Leder eingerieben habe.

MB Ledersitz nach Lederpflege

MB Ledersitz dunkelblau nach Lederpflege

Am fünften Tag wurden alle Lederteile mit Lederfett behandelt. Hierbei ist darauf zu achten, dass das Fett in der Dose mit einem Fön vor der Bearbeitung angewärmt wird und auch das Microfasertuch, mit dem das Fett gleichmäßig dünn und aufgetragen wird. Immer wieder Wärmezufuhr steigert die gleichmäßige Verteilung des Fettes.

Das Ergebnis kann sich nun nach vielen Stunden sehen lassen und schon wartete das nächste Auto mit blauen Ledersitzen auf Lederpflege nach dem Motto „Substanz erhalten und pflegen“.

Wie man dem Bericht entnehmen kann, sind Lederarbeiten sehr zeitaufwendig, gehören jedoch unbedingt zu einem gepflegten Youngtimer bzw. Oldtimer. Die verwendeten Produkte zur Lederpflege sind recht teuer, aber im Verhältnis zum aufgewendeten Zeitaufwand und dem hervorragenden Ergebnis das Geld wert. Das gepflegte Naturprodukt Leder ist auch im Alter wertiger als Sitze mit Stoffbezug und ideal für historische Fahrzeuge geeignet, sofern es bei Erstauslieferung serienmäßig oder optional lieferbar war.

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