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Einheitskanister was ist das?

Einheitskanister

Einheitskanister – Erstmals 1936 in Deutschland, dann Großbritannien, USA und später bei der Nato im Einsatz

Der sogenannte Einheitskanister mit 20 Liter Fassungsvermögen wurde vor 80 Jahren eingeführt. Fahrzeuge, Flugzeuge, Panzer oder Schiffe funktionieren nicht ohne eine sichergestellte Kraftstoffversorgung der Verbrennungsmotoren.

Der 1936 entwickelte 20-Liter-Wehrmachts-Einheitskanister war ein ausgefeiltes Produkt. Erdacht und gebaut von der Firma Eisenwerk Müller & Co. in Schwelm (Westfalen).

Der Kanister bestand aus zwei gepressten Stahlblechen mit Verstärkungssicken, die miteinander verschweißt wurden. So widerstand er dem härtesten Aufprall, schwamm auch gefüllt auf Wasser, lies sich schnell befüllen und ohne Trichter entleeren. Auch war er stapelbar, ließ sich mit seinen drei Griffen in einer Gruppe weiterreichen bzw. ein Mann konnte zwei volle oder vier leere Kanister tragen.

Zwischen 1939 und 1945 wurde der Einheitskanister von insgesamt 19 Herstellern für die damalige Wehrmacht produziert. Der Kanister sorgte für eine sehr gute Effizienz in der Treibstoffversorgung.

Die Briten verfügten über zwei Kanistertypen. Einen für zwei Galonen und einer für vier Galonen. Beide Modelle waren unhandlich, häufig undicht und die Konstruktion fragil. Stapelte man die Kanister übereinander, wurden die unteren zerdrückt. Sie wurden deshalb auch als »the flimsy – die Dünnen« bezeichnet.

Zeitgleich hatte ein amerikanischer Offizier, Paul Pleiss, seinen Dienst in London angetreten. Er hatte bis 1939 in Deutschland gearbeitet. Als sein Vertrag kurz vor Kriegsbeginn endete, beschloss er mit einem deutschen Freund, einen Trip nach Indien zu machen. Für Wasser-und Benzinvorräte besorgte dieser Freund drei Einheitskanister, die zu der Zeit noch zentral in Berlin-Tempelhof eingelagert waren. Als der Krieg ausbrach, flog Pleiss von Kalkutta nach Philadelphia, um seinen  Militärdienst anzutreten. Nach der Niederlage der Briten in Norwegen, liess Pleiss einen seiner Kanister aus New York zu sich nach London schicken. Er überzeugte das britische Kriegsministerium, die Form des Einheitskanisters zu übernehmen. Zeitgleich begann auch in den USA die Produktion des Kanisters in leicht überarbeiteter Form. Die Pressed Steel Company Ltd works in Cowley produzierte nun britische Einheitskanister, fortan »Jerrycan« genannt. Jerry war der britische Spitzname für einen deutschen Soldaten. Anfänglich lief die Produktion jedoch schleppend. Die Kanisterhälften wurden per Hand autogen geschweißt, was dazu führte, dass pro Kanister 15-20 Minuten benötigt wurden.

In Nordafrika musste die britische 8.Armee immer noch mit den »flimsies« hantieren. Leckagen und Verdunstung durch die Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht führten zu einem Treibstoffverlust von 30-40%. Erst ab Ende 1942 erhöhte sich die Produktion der »Jerrycans« und so standen zur finalen Schlacht in El-Alamein mehr als 2 Millionen Kanister zu Verfügung.

Mit der Landung der Briten und der Amerikaner 1944 in der Normandie gelangten dann auch Millionen amerikanische Kanister auf die europäischen Kriegsschauplätze und sicherten so den Vormarsch der Alliierten. 

Auch heute noch wird der Einheitskanister in unveränderter Form für alle Zwecke gebaut. In den Armeen aller NATO-Staaten ist er nach wie vor das Standardbehältnis für Kraftstoff.

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