100 Jahre Leica – im Automuseum Dr. Carl Benz

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In Zeiten der Digital-Fotografie ist es kaum noch vorstellbar, wie schwierig es einmal war „Momente für die Ewigkeit“ festzuhalten. Große Holzkästen, aus denen vorne ein Messingobjektiv ragte, ein Herr im dunklen Anzug, der über seinen Kopf und über die Kamera ein schwarzes Tuch breiten musste, um vor Licht zu schützen, erinnern eher an eine Gruselkammer.

Wer sich fotografieren lassen wollte, musste meistens ein Fotostudio aufsuchen, in dem die Zeremonie oft Stunden dauerte. Damit die Glasplatten in der Holzkamera ausreichend belichtet werden konnten, mussten Personen sekundenlang still stehen bis der Verschluss am Objektiv wieder geschlossen werden konnte. Schnappschüsse und spontane Fotografie von plötzlichen Ereignissen waren nicht möglich.

Das Zeitalter der fotografischen Aufnahmen begann im Jahr 1839, als die französische Akademie der Wissenschaften bekannt gab, dass es den Wissenschaftler Louis Daguerre gelungen ist, dauerhafte Bilder mit einer Camera – Obscura herzustellen. Gleichzeitig wird diese Erfindung für die Nutzung in der ganzen Welt frei gegeben.

100 Jahre Leica Fotoapparate
100 Jahre Leica Fotoapparate – Ausstellung im Automuseum Dr. Carl Benz © Fotoquelle und Bildrechte: Veranstalter

Dadurch konnte sich auch Carl Benz schon als Student in den 60 er Jahren des vorletzten Jahrhunderts eine Camera – Obscura bauen. Eine eigene Dunkelkammer ermöglichte es ihm sogar, die belichteten Glasplatten zu entwickeln und Abzüge für Personen, die er fotografiert hatte, zu erstellen. Aus seiner Leidenschaft zur Fotografie entwickelte sich sogar eine kleine Finanzierungshilfe für sein Studium.

Auch ein gewisser Oskar Barnack war in dieser Zeit ein begeisterter Hobby-Fotograf. Seine schwere Holzkamera schleppte er auf Berge und in Täler. Barnack war ein schmächtiger Mann und das angeborene Asthma machte es ihm nicht leicht, die Fotoausrüstung zu transportieren, und so entstand bei ihm der Wunsch nach einer kleinen Kamera.

Oskar Barnack war längst auch beruflich mit der Optik verbunden. Als Entwicklungschef für Mikroskope bei der Firma Leitz in Wetzlar, standen ihm alle Möglichkeiten zur Verfügung, seinen Traum von der leichten Kamera zu verwirklichen. Schon im Jahr 1914 hatte er seine erste Kleinbildkamera fertig. Er benutzte dafür, das damals übliche Material für Kinofilme. Die Bildausschnitte bekamen daher das Format 24 x 36 mm. Zum Einsetzen in die Kamera wurde das Kinofilmmaterial auf kleine Filmpatronen gewickelt.

Oskar Barnack hatte seine Traumkamera und war endlich in der Lage, überall und in jeder plötzlich auftretenden Situation zu fotografieren. Dennoch sollte es noch 10 Jahre dauern bis die Technik der Kleinbild-Kamera soweit ausgereift war, dass man sie auch der Kundschaft anbieten konnte.

Ein Name für das neue Verkaufsprodukt war schnell gefunden. Aus dem Firmennamen Leitz und Kamera, wurde Leica. Die offizielle Markteinführung der Leica erfolgte im Jahr 1925. Fotografen aus aller Welt fotografierten bald nur noch mit ihrer Leica und auch heute noch gilt eine Leica als herausragend unter den Fotoapparaten. Viele Abbildungen von historischen Automobilen und viele Szenen aus dem frühen Motorsport wären ohne die Leica nicht möglich gewesen.

Das Automuseum Dr. Carl Benz nimmt das zum Anlass der Leica eine Sonderausstellung zu widmen. Vom 1. Mai an werden ungefähr 50 Leica Fotoapparate mit Zubehör aus allen Produktionsepochen gezeigt. Dabei ist auch die berühmte Leica I.

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