Artikelformat

Hyundai seit 25 Jahren in Deutschland

25 Jahre Unternehmensgeschichte in der Autobranche? In der Heimat des Ă€ltesten Autobauers der Welt, der in diesem Jahr seinen 130. Geburtstag feiern konnte, scheint ein viertel Jahrhundert Firmenchronik auf den ersten Blick nichts Besonderes zu sein. Doch die QuantitĂ€t einer Firmenhistorie besagt wenig ĂŒber die QualitĂ€t ihrer Entwicklung. In den 25 Jahren, die Hyundai nunmehr auf dem deutschen Markt prĂ€sent ist, schrieb die inzwischen grĂ¶ĂŸte asiatische Importmarke mit koreanischen Wurzeln eine bemerkenswerte Erfolgsgeschichte.

Hyundai Pony (1974)

Hyundai Pony (1974) © Fotoquelle und Bildrechte: Hyundai

Die Dynamik asiatischer Autobauer folgt seit jeher einer deutlich höheren Taktzahl als bei den gravitĂ€tischen Urgesteinen europĂ€ischer oder auch amerikanischer Autobaukunst. Wer nicht mindestens auf eine 100-jĂ€hrige Geschichte zurĂŒckblicken kann, geht in den Augen des Autoestablishments im gĂŒnstigsten Fall als „junger HĂŒpfer“ durch. Die Hyundai Motor Company geht gerade einmal auf das Jahr 1967 zurĂŒck.

Somit war die gesamte Marke insgesamt erst 24 Jahre alt, als 1991 die GrĂŒndung der deutschen Tochter in Neckarsulm erfolgte. Art und Weise des Auftritts, sowie das Produktportfolio, das der asiatische Neuling bei seinem DebĂŒt vorlegte, folgte innerhalb der Branche einem bekannten Muster. Knapp 20 Jahre zuvor hatten bereits wichtige japanische Marken wie Toyota im Jahr 1972, Nissan oder Mazda ab 1973, ihr GlĂŒck unter mitleidigen Blicken von Fachleuten mit schwer auszusprechenden Namen, in puncto Technik und Design eher zurĂŒckhaltend konzipierten Autos versucht.

Als sich in den frĂŒhen 1990er-Jahren Hyundai aufschwang, die Alte Welt zu erobern, erntete sie mit ihren nicht gerade inspiriert gestalteten Autos ebenfalls mitleidige Blicke. Wobei die Branche aus dem Kapitel „japanische Marken in Deutschland“ ganz augenscheinlich nicht wirklich etwas gelernt hatte.

Es galt bei asiatischen Autobauern seit jeher nicht als ehrenrĂŒhrig, mangels eigenen Entwicklungspotentials unter Zuhilfenahme von Lizenzfertigungen in die Autoproduktion einzusteigen. Nissan etablierte sich bereits vor dem Zweiten Weltkrieg mit Technik der englischen Marke Austin, der erste malaysische Hersteller Proton begann seine Autokarriere 1983 mit dem Nachbau von Mitsubishi-Modellen. So griffen die Verantwortlichen bei Hyundai mangels KompetenzkapazitĂ€ten 1967 auf den Ford Cortina zurĂŒck und begannen mit dessen Nachbau die eigene Automobilproduktion. Der Cortina war eine erfolgreiche Entwicklung von Ford in Großbritannien. Die Limousine bot mit 4,30 Metern LĂ€nge viel Platz, war mit einer hinteren Blattfederachse einfach, aber robust konstruiert und mit Vierzylindern, die zwischen 48 PS und 105 PS leisteten, standesgemĂ€ĂŸ motorisiert.

Die Koreaner lernten jedoch schnell, ihren eigenen Weg zu gehen. 1975 feierte der Pony, als erste Eigenentwicklung sein DebĂŒt. FĂŒr einen zeitgemĂ€ĂŸen und weltmarkttauglichen Auftritt der vier Meter langen SchrĂ€ghecklimousine sorgte Italdesign, das Studio des italienischen Design-Genies Georgio Giugiaro, der fĂŒr Weltbestseller und Autoikonen wie den VW Golf, den Alfa Romeo 156 oder den BMW M1 verantwortlich zeichnete. Der Pony wuchs zur kompletten Modellfamilie mit Kombi und Pick-up und bildete die Speerspitze fĂŒr Hyundais Exportoffensive in Europa. 1978 gingen die ersten Pony in Belgien und in den Niederlanden in den Handel.

Generation Vier des Pony, 1989 erstmals vorgestellt, bildete schließlich die Basis fĂŒr Hyundais Einstieg auf den deutschen Markt. Die Varianten Drei-, FĂŒnftĂŒrer und Stufenheck waren 4,10 bis 4,30 Meter lang und mit Benzinern von 59 PS bis83 PS motorisiert. Die Preisliste begann bei rund 17 000 D-Mark. Hyundai feierte seinen offiziellen Auftritt 1991 als erster koreanischer Hersteller auf der Internationalen Automobilausstellung in Frankfurt.

25 Jahre spĂ€ter wird Hyundai in der Fachwelt schon lange nicht mehr belĂ€chelt. Die Marke ist heute mit weitem Abstand der erfolgreichste asiatische Importeur. Über 1,22 Millionen Kunden entschieden sich bis Ende 2015 in den 25 Jahren VertriebsaktivitĂ€ten in Deutschland fĂŒr einen neuen Hyundai, allein im Jahr 2015 exakt 108 434 KĂ€ufer. Toyota zum Beispiel, jahrelang der Primus unter den Importeuren aus Fernost, brachte es im gesamten Jahr 2015 gerade einmal auf 65 939 Neuwagen. Bei Hyundai notierte das Kraftfahrt-Bundesamt in Flensburg einen aktuellen Modellbestand von rund einer Million Fahrzeugen. Ein Bestand, der die QualitĂ€t der Produkte beweist, denn es sind ja noch fast alle auf der Straße.

FĂŒr die Hyundai Motor Group mit den Marken Hyundai und Kia, die in knapp einem halben Jahrhundert mit mehr als acht Millionen Neufahrzeugen bereits Platz FĂŒnf innerhalb der Rangfolge der weltweit erfolgreichsten Hersteller nach Toyota, VW, General Motors sowie der Renault-Nissan-Allianz erobert hat, hat sich Deutschland schon frĂŒh zum wichtigsten Markt innerhalb Europas entwickelt. Seit 2000 hat die Hyundai-Europazentrale ihren Sitz in Offenbach, seit Oktober 2013 firmieren die Zentralen fĂŒr Europa und Deutschland unter einem gemeinsamen Dach. Nicht zuletzt begĂŒnstigt durch die zentrale Lage im Herzen Europas, hat Hyundai eigene technische Entwicklungs- und Designzentren im Rhein-Main-Raum etabliert.

Derzeit verwalten ĂŒber 200 Mitarbeiter in der Zentrale ein HĂ€ndlernetz mit 560 Betrieben innerhalb des Bundesgebiets. LĂ€ngst trĂ€gt das Produktportfolio das PrĂ€dikat „Vollsortimenter“. Der Hyundai i10 vertritt beispielsweise die Marke bei den Kleinwagen im Umfeld eines Toyota Aygo oder VW Up, der i20 mischt in der Klasse um VW Polo und Opel Corsa mit. Der i30 hat sich zum etablierten Wettbewerber in der Kompaktklasse und zum erfolgreichsten Modell der Marke entwickelt. 27 161 Kunden entschieden sich 2015 fĂŒr einen i30. Mit dem i40 ist die Marke in der traditionellen Mittelklasse um den VW Passat oder den Ford Mondeo vertreten. Ebenfalls Bestseller sind die beiden SUV Tucson und Santa Fe.

LĂ€ngst hat sich die Marke auch vom Lizenzbauer zum technischen Vorreiter emanzipiert. Der Hyundai ix35 Fuel Cell war das erste frei kĂ€ufliche Auto mit einem Brennstoffzellenantrieb auf dem deutschen Markt und mit dem kompakten Ioniq tritt ab Herbst erstmals ĂŒberhaupt in der Autogeschichte ein Modell an, das ausschließlich ĂŒber ein komplettes Angebot an alternativen Antrieben verfĂŒgt: E-Motor, Hybrid und Plug-in-Hybrid. Und mit den Baureihen H-1 und H350 sind die Koreaner im wachsenden Markt der leichten Nutzfahrzeuge ebenfalls aufgestellt.

Eine konkrete Formel fĂŒr seinen Erfolg hat Hyundai nicht definiert. Letztendlich begrĂŒndet sich die dynamische Entwicklung der Marke primĂ€r auf den Faktor Kundenorientierung. Ein Hyundai gefĂ€llt heute durch sehr ansprechendes Design und setzt auf Alltagstauglichkeit und höchste ProduktqualitĂ€t, unterstrichen mit einer fĂŒnfjĂ€hrigen Garantie fĂŒr die Produkte ohne Kilometerbegrenzung.

Werbung

 

Werbung

 

Danke sagen!
Die Redaktion freut sich ĂŒber eine kleine UnterstĂŒtzung von 5,00 € oder das Teilen des Beitrags:

Zum Lesen und Ansehen empfohlen