{"id":921,"date":"2013-10-03T11:01:35","date_gmt":"2013-10-03T09:01:35","guid":{"rendered":"https:\/\/oldtimer-veranstaltung.de\/service\/?p=921"},"modified":"2013-10-03T11:03:22","modified_gmt":"2013-10-03T09:03:22","slug":"das-erbe-von-rudolf-diesel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/oldtimer-veranstaltung.de\/service\/das-erbe-von-rudolf-diesel\/","title":{"rendered":"Das Erbe von Rudolf Diesel"},"content":{"rendered":"<p>Rudolf Diesel beschrieb seinen Diesel-Motor, die damalige technische Revolution auf 13 Seiten. Die  Patentschrift mit der Nummer 67207 wurde vom kaiserlichen Patentamt vor 120 Jahren am 23. Februar 1893 bewilligt. Der deutsche Erfinder schuf damit die Grundlage f\u00fcr Millionen Dieselmotoren, die Automobile, Lastkraftwagen und Schiffe auf dieser Welt antrieben und antreiben. Rudolf Diesel erlebte nicht viel von dieser gro\u00dfartigen Erfindung. Er starb vor 100 Jahren, am 29. September 1913, auf einer Schiffsreise.<\/p>\n<p>Das Erfolgsgeheimnis der Konstruktion war die Selbstz\u00fcndung, die bis heute als Synonym f\u00fcr den Diesel-Motor steht. Diesel konstruierte,  so dass ein Luft-Kraftstoff-Gemisch 20-fach verdichtet wurde und allein durch diesen Druck entflammte. Der Effizienzgewinn gegen\u00fcber einem Benzin-Motor war enorm. Als der Erfinder mit seinen Arbeiten begann, hatten Benzin-Motoren einen Wirkungsgrad von zw\u00f6lf Prozent. Die damaligen Gas-Motoren kamen immerhin auf 17 Prozent. Bereits der erste Prototyp von Rudolf Diesel war an diesen Vergleichswerten gemessen ein Quantensprung: Der Selbstz\u00fcnder nutzte 25 Prozent der Energie des Kraftstoffs aus.<\/p>\n<figure id=\"attachment_924\" aria-describedby=\"caption-attachment-924\" style=\"width: 730px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/oldtimer-veranstaltung.de\/service\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/Mercedes-Benz-260-D_Baujahr-1936.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/oldtimer-veranstaltung.de\/service\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/Mercedes-Benz-260-D_Baujahr-1936.jpg\" alt=\"Mercedes-Benz 260 D Baujahr 1936\" width=\"730\" height=\"442\" class=\"size-full wp-image-924\" srcset=\"https:\/\/oldtimer-veranstaltung.de\/service\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/Mercedes-Benz-260-D_Baujahr-1936.jpg 730w, https:\/\/oldtimer-veranstaltung.de\/service\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/Mercedes-Benz-260-D_Baujahr-1936-300x181.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 730px) 100vw, 730px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-924\" class=\"wp-caption-text\">Mercedes-Benz 260 D Baujahr 1936 erstes serienm\u00e4\u00dfiges Automobil mit Diesel-Motor<br \/>\u00a9 Fotoquelle und Bildrechte: Auto-Medienportal.Net\/ Daimler<\/figcaption><\/figure>\n<p>Aus diesen Gr\u00fcnden galt der Diesel-Motor um 1920 unter Ingenieuren als Antrieb der Zukunft. Der Durchbruch der revolution\u00e4ren Technik musste noch lange warten. 1924 wurde in Deutschland der erste Lastwagen mit Diesel-Motor in Serie produziert. Erst 1929 schaffte die amerikanische Firma Cummins, einen Motor in einen Personenfahrzeug einzubauen. In Serie ging die Technik im Jahr 1936 im Mercedes-Benz 260 D. Bis in die 60er Jahre des letzten Jahrhunderts stand der Diesel-Motor f\u00fcr Beh\u00e4bigkeit wegen seiner geringen Leistung aus gro\u00dfem Hubraum.  Die Saugmotoren mit Nebenkammereinspritzung waren tr\u00e4ge, laut und mit sehr Abgasen verrufen.<\/p>\n<p>Das Bild \u00e4nderte sich ab den 70er Jahren. Der Diesel-Motor wurde in der Autoindustrie technisch weiter entwickelt. Ein sehr popul\u00e4res Fahrzeug war der erste Volkswagen Golf Diesel. Im Jahr 1975 war er der erste Selbstz\u00fcnder in der sogenannten Kompaktklasse mit einem schnell laufenden Dieselmotor. Er war dank einer Bosch-Verteilereinspritzpumpe drehfreudig und gleichzeitig sparsam. Die n\u00e4chste Entwicklungstufe war die Turbo-Aufladung und weiter gesteigerte Fahrleistung im Golf \u201eGTD\u201c. In Europa lieferten alle Hersteller nun Selbstz\u00fcnder in der \u201eGolf\u201c- und Mittel-Klasse. Sp\u00e4ter wurden auch Ober-Klasse Automobile und Sportwagen mit der effizienten Technik ausgestattet. Erinnert wird auch an dieser Stelle an den ersten <a href=\"https:\/\/oldtimer-veranstaltung.de\/service\/bmw-dieselmotoren-wurden-vor-30-jahren-vorgestellt\/\" title=\"Link zum Beitrag\" target=\"_blank\">BMW mit Diesel-Motor<\/a>.<\/p>\n<p>Die Direkteinspritzsysteme l\u00f6sten allm\u00e4hlich die Saugaggregate mit Nebenkammereinspritzung ab. 1989 wurde die erste Axialkolbenpumpe f\u00fcr Diesel-Direkteinspritzung im Audi 100 TDI (Turbodiesel Direct Injection) verkauft. Das von Bosch entwickelte Produkt erlaubte es, den Dieseltreibstoff mit einem hohen Druck von 1000 bar direkt in den Zylinder ein zu spritzen. Diese neue Technik erm\u00f6glichte eine besonders effiziente Verbrennung. Eine deutlich bessere Leistungsausbeute bei niedrigen Verbrauchs- und Emissionswerten war das positive Ergebnis. <\/p>\n<p>100 Jahre nach der grundlegenden Erfindung revolutionierte Bosch den Motor ein zweites Mal. Mit der Radialkolben-Verteilereinspritzpumpe, dem Common-Rail-System und der Pumpe-D\u00fcse-Technik, auch Unit Injector genannt, bot Bosch ab Ende der 1990er Jahre verschiedene Varianten der Direkteinspritzung an. Sie waren allesamt f\u00fcr Dr\u00fccke von etwa 1500 bar, sp\u00e4ter sogar bis zu 2000 bar und dar\u00fcber, ausgelegt.<\/p>\n<p>Letztlich setzte sich die Common-Rail Technik durch. Sie machte den Diesel ab Ende der 1990er Jahre laufruhig und erfolgreich. Bei dem System ist der Kraftstoff in einer Versorgungsleiste, dem Common Rail, f\u00fcr alle Zylinder bei konstantem Druck gespeichert. Zwar waren die Spitzendr\u00fccke bei Common Rail zun\u00e4chst geringer als beim Pumpe-D\u00fcse-System. Dieses konnte punktuell deutlich \u00fcber 2000 bar erreichen, den Kraftstoff fein zerst\u00e4uben und damit den Verbrauch sehr niedrig halten. Durch den konstant hohen Druck, unter dem Kraftstoff in der Common Rail f\u00fcr alle Zylinder gespeichert ist, lassen sich bis zu acht Mehrfacheinspritzungen pro Einspritzvorgang realisieren. Dadurch werden Vor- und Nacheinspritzung m\u00f6glich, die Laufruhe steigt und die Emissionen sinken. <\/p>\n<p>Durch den Einsatz des Turboladers mit variabler Turbinengeometrie, der heute Standard ist, liefern Selbstz\u00fcnder ein hohes Drehmoment selbst bei niedrigen Drehzahlen. Auch das Klischee vom lauten und dreckigen Selbstz\u00fcnder hat sich \u00fcberlebt. Moderne Diesel-Fahrzeuge sind laufruhig und sparsam. <\/p>\n<p>Der Diesel hat sich vom Lastesel zum Massenph\u00e4nomen gewandelt. W\u00e4hrend 1997 noch 22 Prozent aller in Westeuropa verkauften Pkw Selbstz\u00fcnder waren, liegt diese Zahl heute bei rund 50 Prozent. <\/p>\n<p>Diese evolution\u00e4re Fortentwicklung  seiner Konstruktion konnte Rudolf Diesel nicht vorwegnehmen als sein Motor 1897 das erste Mal einigerma\u00dfen rund lief. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Rudolf Diesel beschrieb seinen Diesel-Motor, die damalige technische Revolution auf 13 Seiten. Die Patentschrift mit der Nummer 67207 wurde vom kaiserlichen Patentamt vor 120 Jahren am 23. 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