{"id":5684,"date":"2023-11-12T10:00:14","date_gmt":"2023-11-12T09:00:14","guid":{"rendered":"https:\/\/oldtimer-veranstaltung.de\/service\/?p=5684"},"modified":"2023-11-12T10:23:55","modified_gmt":"2023-11-12T09:23:55","slug":"der-erste-volkswagen-mit-frontmotor-und-wasserkuehlung-k70","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/oldtimer-veranstaltung.de\/service\/der-erste-volkswagen-mit-frontmotor-und-wasserkuehlung-k70\/","title":{"rendered":"Der erste Volkswagen mit Frontmotor und Wasserk\u00fchlung K70"},"content":{"rendered":"<p>Volkswagen wurde Ende der 60er Jahre mit dem durch Luft gek\u00fchlten Motor im Heck bei den Kunden immer unpopul\u00e4rer. Das wenig erfolgreiche &#8222;gr\u00f6\u00dfte&#8220; Modell war in dieser Epoche der 411\/412 (Nasenb\u00e4r). Die Wende brachte der von Volkswagen adoptierte K70 im Herbst 1970 mit Frontantrieb und Schr\u00e4glenkerachse f\u00fcr die Hinterr\u00e4der. Verk\u00e4ufer, Kunden und Werkst\u00e4tten mussten damals von diesem radikalen Systemwechsel \u00fcberzeugt werden.<\/p>\n<p>Es war eigentlich gar kein VW, denn die Stufenheck-Limousine wurde von NSU entwickelt und als kleinerer Bruder des Wankel-Modells Ro80 geplant. Als NSU und die schon damals zum Volkswagen-Konzern geh\u00f6rende Auto Union GmbH fusionierten, \u00fcbernahmen die damals angeschlagenen Wolfsburger den fertig entwickelten K70 und integrierten ihn in die VW-Familie.<\/p>\n<figure id=\"attachment_5686\" aria-describedby=\"caption-attachment-5686\" style=\"width: 730px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/oldtimer-veranstaltung.de\/service\/wp-content\/uploads\/2015\/04\/VW-K70-75PS.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/oldtimer-veranstaltung.de\/service\/wp-content\/uploads\/2015\/04\/VW-K70-75PS.jpg\" alt=\"VW K70 75 PS mit eckigen Scheinwerfern\" width=\"730\" height=\"548\" class=\"size-full wp-image-5686\" srcset=\"https:\/\/oldtimer-veranstaltung.de\/service\/wp-content\/uploads\/2015\/04\/VW-K70-75PS.jpg 730w, https:\/\/oldtimer-veranstaltung.de\/service\/wp-content\/uploads\/2015\/04\/VW-K70-75PS-300x225.jpg 300w, https:\/\/oldtimer-veranstaltung.de\/service\/wp-content\/uploads\/2015\/04\/VW-K70-75PS-125x94.jpg 125w\" sizes=\"auto, (max-width: 730px) 100vw, 730px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-5686\" class=\"wp-caption-text\">VW K70 75 PS mit eckigen Scheinwerfern<\/figcaption><\/figure>\n<p>Der K70 wurde wie auch der Ro80 von Claus Luthe gezeichnet, der sp\u00e4ter bei BMW den E30 in seiner Form verantwortete. Das Design war schlicht und mit akkurat gezeichneten Linien. Die kantigen Enden vorn,  je nach Modell mit damals modischen Doppelscheinwerfern und hinten verleihen der Karosse eine zeitlose Moderne. Auch heute nach 45 Jahren, nach der ersten Auslieferung, kann das Design noch gefallen. Der Nachteil war, dass die Karosserie wenig windschl\u00fcpfrig war. Damit war die Endgeschwindigkeit mit vorgegebener Motorleistung sehr begrenzt und bei h\u00f6herer Geschwindigkeit der Benzinverbrauch hoch.<\/p>\n<p>Anderseits war die Karosserie mit einem Radstand von 2,69 Metern und einer Au\u00dfenl\u00e4nge von 4,47 Metern \u00e4u\u00dferst ger\u00e4umig. Mit einer Breite von 1,66 Metern passte er auch gut in eine damalige deutsche Normgarage.<\/p>\n<p>Durch die Adoption des NSU kam Volkswagen  zu einem Auto mit wegweisendem Fahrzeugkonzept mit Frontantrieb und ohne Mitteltunnel im Innenraum. Es war enorm viel Platz f\u00fcr Fahrer, Beifahrer und die Mitfahrenden auf der R\u00fccksitzbank vorhanden. Heutige Designer sollten sich einmal das Fahrzeug genau ansehen, denn es war viel Platz vorhanden und auch gro\u00df gewachsene Menschen konnten bequem ein-, aussteigen und hatten eine hervorragende Rundumsicht. <\/p>\n<p>Die Basisversion mit 1,6 Liter Hubraum leistete 75 PS. Eine weitere Version hatte 90 PS (K70S\/LS) und mit 1,8 Liter Motor 100 PS. Eingebaut war eine Weiterentwicklung des NSU-Motor 1200, jetzt mit Wasserk\u00fchlung, leider in allen Versionen etwas brummig. Wenig Eigengewicht und eine kurze \u00dcbersetzung erm\u00f6glichten auch mit 75 PS einen Sprint in 16 Sekunden von 0 auf 100. Geschaltet wurde mit einem etwas hakeligen Viergang-Getriebe. Alle Motoren besa\u00dfen Solex Vergaser, die in der Leistung gesteigerten Versionen Doppelvergaser.<\/p>\n<figure id=\"attachment_5687\" aria-describedby=\"caption-attachment-5687\" style=\"width: 730px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/oldtimer-veranstaltung.de\/service\/wp-content\/uploads\/2015\/04\/VW-K70-90PS.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/oldtimer-veranstaltung.de\/service\/wp-content\/uploads\/2015\/04\/VW-K70-90PS.jpg\" alt=\"VW K70 90 PS mit Doppelscheinwerfern\" width=\"730\" height=\"548\" class=\"size-full wp-image-5687\" srcset=\"https:\/\/oldtimer-veranstaltung.de\/service\/wp-content\/uploads\/2015\/04\/VW-K70-90PS.jpg 730w, https:\/\/oldtimer-veranstaltung.de\/service\/wp-content\/uploads\/2015\/04\/VW-K70-90PS-300x225.jpg 300w, https:\/\/oldtimer-veranstaltung.de\/service\/wp-content\/uploads\/2015\/04\/VW-K70-90PS-125x94.jpg 125w\" sizes=\"auto, (max-width: 730px) 100vw, 730px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-5687\" class=\"wp-caption-text\">VW K70 90 PS mit Doppelscheinwerfern<\/figcaption><\/figure>\n<p>Das Lenkrad war, wie damals \u00fcblich, recht d\u00fcnn und gro\u00df. Eine Servolenkung gab es damals in dieser Klasse noch nicht. Der Geradeauslauf war dank Frontantrieb sehr gut. Die Reifen auf 13 Zoll-Felgen hatten das \u00fcbliche Format 165 SR 13. Gebremst wurde mit den damals bei NSU \u00fcblichen vorne innen liegenden Scheibenbremsen und hinten Trommeln.  <\/p>\n<p>Sehr \u00fcbersichtlich und schick gestaltet war das Instrumentarium mit \u00fcbersichtlichen Rundanzeigen. Je nach Aufpreis gab es auch einen Drehzahlmesser, wie zum Beispiel beim BMW 02. Das Radio mit einem Mono-Lautsprecher oberhalb des Handschuhfachs konnte man wegen des L\u00e4rms getrost bei h\u00f6heren Geschwindigkeiten ausschalten.<\/p>\n<p>Der VW K70 geh\u00f6rt heute zu den Hinguckern, denn er ist eine extrem seltene Erscheinung. Lediglich 211.127 Exemplare verlie\u00dfen die Werkhallen in Salzgitter von 1970 &#8211; 1975. Doch prinzipiell war er nur der Vorl\u00e4ufer f\u00fcr den ersten VW Passat, der bekanntlich aus dem damaligen Audi 80 technisch und optisch abgeleitet wurde. Es gab keinerlei Gleichteile mit anderen Fahrzeugen!<\/p>\n<p>Beliebt ist der K70 auch heute als Oldtimer nicht so richtig, obwohl er f\u00fcr Volkswagen die Trendwende zu modernen Konstruktionen und den Erfolgen der n\u00e4chsten Jahren einleitete.<\/p>\n<h3>Erg\u00e4nzende Korrekturen zum Beitrag VW K70 von Hans-Ulrich Neumann vom 11.11.2023<\/h3>\n<p>Der VW K70 wurde ab Werk ausschlie\u00dflich mit Reifen der Dimension 165 R 14 ausgeliefert, 165 R 13 war von NSU geplant, wurde von VW noch vor Serienanlauf ge\u00e4ndert.<\/p>\n<p>Es gab \u00fcber den gesamten Bauzeitraum von 08\/1970 bis 02\/1975 den 1,6 Liter Motor mit 75 PS, den 1,6 Liter Motor gab es bis 07\/1973, die entsprechenden Modelle hatten nie die Bezeichnung &#8222;S&#8220; oder &#8222;LS&#8220;. Den &#8222;LS&#8220; mit 100 PS gab es zun\u00e4chst ab 05\/1973 in einem auf 5.000 Exemplare begrenzten Sondermodell, erkennbar an den Seitenstreifen und dem schwarzen Heck. Ab 08\/1973 l\u00f6ste dieser 100 PS Motor den 1,6er mit 90 PS ab, ab da gab es die Modellbezeichnungen &#8222;S&#8220; und &#8222;LS&#8220; in der Serie. Alle (!) Motoren hatten den Solex Doppelvergaser 40 DDH, bis 07\/1972 mit Handchoke, danach mit Startautomatik.<\/p>\n<p>Der Drehzahlmesser war bei den 90 und 100 PS Modellen Serienausstattung, nur bei den 75 PS Modellen mu\u00dfte er als Extra bezahlt werden.<\/p>\n<p>Und wenn der Quatsch noch so oft behauptet w\u00fcrde, der K70 war nicht der Vorg\u00e4nger des Passat, der war eine Klasse niedriger als der K70 angesiedelt, der mit Audi 100 konkurrieren, sonst h\u00e4tte Audi den K70 wie eben auch den Ro80 \u00fcbernommen. Der Passat war der Nachfolger des Typ 3 (VW 1600), erkennbar auch an der Bezeichnung Typ 32 mit f\u00fchrender &#8222;3&#8220;, der K70 war der Typ 48 mit f\u00fchrender &#8222;4&#8220;! Der Passat war, wie der VW 1600 als Schr\u00e4gheck und Variant lieferbar, ein Stufenheck gab es in Form des Technikspenders Audi 80. Der Passat war wesentlich einfacher ausgestattet als der K70, als Grundmodell ohne Uhr und mit viel nacktem Blech, auch 2-t\u00fcrig lieferbar. Den K70 gab es in so einer Buchhalterausstattung gar nicht.<\/p>\n<p>\u00dcbrigens: Die Halogen-Doppelscheinwerfer waren von NSU nicht vorgesehen, auch wenn es Prototypenphotos mit den Doppelscheinwerfereins\u00e4tzen der Heckmotortypen so suggerieren. Die Doppelscheinwerfer brachte VW erst mit der Modellpflege f\u00fcr das Modelljahr 1973 im August 1972 und nur f\u00fcr das L-Modell. Das Grundmodell mu\u00dfte sich weiter mit den Biluxfunzeln begn\u00fcgen, obwohl es ab Werk das noch bessere, damals brandneue H4-Licht gab. Allerdings wurde diese Option in den Kundenprospekten nicht angeboten, nur &#8222;unter der Hand&#8220;. Wohl war die Angst zu gro\u00df, da\u00df die H1-Doppelscheinwerfer dadurch unattraktiv w\u00fcrden. Hier gab es zum Modelljahr 1974, also im August 1973 auch eine \u00c4nderung in der Schaltung: Wurden bis da die Abblendscheinwerfer ab- und die Fernscheinwerfer zugeschaltet, wurden die Fernscheinwerfer nun zum Abblendlicht zugeschaltet, was eine bessere Vorfeldausleuchtung brachte. Typisch VW: Obwohl das mehr Strombedarf bedeutet, w\u00fcrde just zu diesem Modellwechsel der bisher 43 Ampere liefernde Generator durch einem mit 35 Ampere ersetzt. Nur gegen Mehrpreis und in Verbindung mit Nebelscheinwerfern, Nebelschlu\u00dfleuchte und heizbarer Heckscheibe k\u00f6nnte man im Schlechtwetterpaket, wie schon in den Jahren zuvor, einen Generator mit 65 Ampere bekommen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Volkswagen wurde Ende der 60er Jahre mit dem durch Luft gek\u00fchlten Motor im Heck bei den Kunden immer unpopul\u00e4rer. 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