{"id":5444,"date":"2015-03-10T18:00:51","date_gmt":"2015-03-10T17:00:51","guid":{"rendered":"https:\/\/oldtimer-veranstaltung.de\/service\/?p=5444"},"modified":"2015-03-10T18:16:39","modified_gmt":"2015-03-10T17:16:39","slug":"der-niedergang-der-britischen-autoindustrie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/oldtimer-veranstaltung.de\/service\/der-niedergang-der-britischen-autoindustrie\/","title":{"rendered":"Der Niedergang der britischen Autoindustrie"},"content":{"rendered":"<h3>Die britische Automobilindustrie bis in die 60er Jahre<\/h3>\n<p>Die britische Automobilproduktion hatte zum Ende des 19. Jahrhunderts die besten Voraussetzungen, um mit an der Weltspitze zu stehen. Hervorragend ausgebildete Ingenieure und eine florierende Wirtschaft reichten nicht aus, um das britische Empire zu Beginn der Massenmotorisierung auch in diesem Sektor zu einer der f\u00fchrenden Nationen zu machen. Die wichtigsten technologischen Errungenschaften in diesem Bereich stammten vom europ\u00e4ischen Kontinent und aus Amerika. Die britische Automobilproduktion erreichte schon recht bald weltweit den zweiten Platz nach produzierten St\u00fcckzahlen hinter den USA. <\/p>\n<p>Nach dem Ende des 2.Weltkrieges konnten die britischen Hersteller ihre starke Position bis zum Beginn der 60er Jahre weiterhin behaupten. In den 50er- und 60er-Jahren wuchsen zwar stetig die Absatzzahlen, aber die Gewinne waren gering. Das Produktportfolio bestand aus vielen verschiedenen, teilweise konkurrierenden Modellen, mit immer nur geringen St\u00fcckzahlen. Das erschwerte die Rationalisierung der Produktion stark.<\/p>\n<p>Mit dem Aufstieg der Automobilindustrie in Deutschland, Frankreich, Italien und vor allem Japan begann der unaufhaltsame Niedergang der britischen Automobilhersteller, die Eroberung des britischen Marktes durch amerikanische und japanische Automobilkonzerne. <\/p>\n<figure id=\"attachment_5451\" aria-describedby=\"caption-attachment-5451\" style=\"width: 730px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/oldtimer-veranstaltung.de\/service\/wp-content\/uploads\/2015\/03\/Austin-A40.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/oldtimer-veranstaltung.de\/service\/wp-content\/uploads\/2015\/03\/Austin-A40.jpg\" alt=\"Austin A40\" width=\"730\" height=\"543\" class=\"size-full wp-image-5451\" srcset=\"https:\/\/oldtimer-veranstaltung.de\/service\/wp-content\/uploads\/2015\/03\/Austin-A40.jpg 730w, https:\/\/oldtimer-veranstaltung.de\/service\/wp-content\/uploads\/2015\/03\/Austin-A40-300x223.jpg 300w, https:\/\/oldtimer-veranstaltung.de\/service\/wp-content\/uploads\/2015\/03\/Austin-A40-125x93.jpg 125w\" sizes=\"auto, (max-width: 730px) 100vw, 730px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-5451\" class=\"wp-caption-text\">Austin A40<\/figcaption><\/figure>\n<h3>Unternehmen und Markennamen von British Leyland<\/h3>\n<p>British Leyland entstand 1968 als H\u00f6hepunkt einer Welle von Zusammenschl\u00fcssen verschiedener miteinander konkurrierender Fahrzeughersteller und war ein b\u00f6rsennotierter britischer Mischkonzern mit Schwerpunkt in der Autoproduktion. Viele damals bestehenden Unternehmen Alvis, American Austin, Austin, <a href=\"https:\/\/oldtimer-veranstaltung.de\/service\/austin-healey-seit-60-jahren-ein-beliebter-sportwagen\/\" title=\"Link zum Beitrag \u00fcber Austin Healey\" target=\"_blank\">Austin Healey<\/a>, BSA, Daimler, <a href=\"https:\/\/oldtimer-veranstaltung.de\/2013\/04\/vor-20-jahren-wurde-der-letzte-innocenti-mini-gebaut\/\" title=\"Link zum Beitrag \u00fcber Innocenti\" target=\"_blank\">Innocenti<\/a>, Jaguar, Lanchester Motor Company, <a href=\"https:\/\/oldtimer-veranstaltung.de\/2013\/05\/jubilaeum-65-jahre-land-rover\/\" title=\"Link zum Beitrag \u00fcber das Lnd Rover Jubil\u00e4um\" target=\"_blank\">Land Rover<\/a>, Leyland Motors,  MG, <a href=\"https:\/\/oldtimer-veranstaltung.de\/inserat\/category\/hersteller\/mini\/\" title=\"Link zu Beitr\u00e4gen \u00fcber den Mini\" target=\"_blank\">Mini<\/a>, <a href=\"https:\/\/oldtimer-veranstaltung.de\/2012\/12\/morris-ein-jahrhundert-von-1913-2013\/\" title=\"Link zu Beitr\u00e4gen \u00fcber Morris\" target=\"_blank\">Morris<\/a>, Princess, <a href=\"https:\/\/oldtimer-veranstaltung.de\/service\/ist-ein-vintage-special-ein-oldtimer-bzw-veteran-car\/\" title=\"Link zum Beitrag \u00fcber einen Riley\" target=\"_blank\">Riley<\/a>, Rover, Standard Motor Company, Triumph Motor Company, Vanden Plas und Wolseley fusionierten in Gro\u00dfbritannien und bildeten die British Leyland Motor Corporation Ltd. (BLMC) und sp\u00e4tere British Leyland (BL). Diese Firmennamen sind sehr verbunden mit dem Nationalethos Gro\u00dfbritanniens. Sie sind geradezu Synonym f\u00fcr \u00bbBritish Products\u00ab und den Standort einer traditionellen und stolzen Automobilindustrie gewesen. <\/p>\n<h3>Die ruhmlose Abwicklung von British Leyland<\/h3>\n<p>Das Unternehmen umfasste Hersteller von Pkw, Lkw, Traktoren, Gabelstaplern, Milit\u00e4rfahrzeugen, Maschinen und Blechformteilen, K\u00fchlschr\u00e4nken und Druckereierzeugnissen. Besch\u00e4ftigt waren nach unterschiedlichen Angaben und Z\u00e4hlweise 170.000 &#8211; 190.000 Menschen. Durch die Verstaatlichung 1975 wurde der Konzern vorerst vor dem Zusammenbruch bewahrt. Im Zuge der Verstaatlichung erhielt das Unternehmen mehrfach \u00f6ffentliche Finanzmittel in erheblichem Umfang. Der Konzern machte 1978 pro Minute 600 Pfund Verlust. Geld f\u00fcr L\u00f6hne und Geh\u00e4lter waren nicht mehr vorhanden.<\/p>\n<p>Die Produktpalette wurde immer wieder gestrafft und praktisch alle Marken wurden nach und nach nicht mehr produziert. Zum Beispiel wurden zeitweise der gleiche Fahrzeugtyp unter unterschiedlichen Marken und Emblemen verkauft und das Grundmodell wurde im Design oft geringf\u00fcgig ge\u00e4ndert. Ein typisches Beispiel war die Konstruktion und <a href=\" https:\/\/oldtimer-veranstaltung.de\/2012\/10\/modellvielfalt-de-ado16in-den-60er-jahren\/\" title=\"Link zum Beitrag \u00fcber den Ado16\" target=\"_blank\">Modellvielfalt des Ado16<\/a> in den 60er Jahren.<\/p>\n<p>Im Laufe der 80er Jahre wurden Teile von BL sukzessive an verschiedene Investoren verkauft, zum Beispiel Land Rover und Jaguar an Ford, die Omnibus-Produktion an Volvo, die Lkw-Produktion an DAF. Im Jahr 1988 wurde aus dem Rest der BL die Rover Group. Die Produktion war auf wenige Standorte konzentriert worden.<\/p>\n<h3>Gr\u00fcnde f\u00fcr den Niedergang<\/h3>\n<p>Weltweit wurde der Konzern zum Symbol f\u00fcr die &#8222;englische Krankheit&#8220;. Es verging kein Tag ohne wilde Streiks, miserable Produktivit\u00e4t, schlechte Qualit\u00e4t, Umstrukturierungen und unf\u00e4higes Management. Miserables Management und Streitigkeiten \u00fcber den Kurs waren Hauptursachen f\u00fcr den Niedergang. Erg\u00e4nzt wurde dies durch den technischen Stand der 50er Jahre beim Motoren- und Karosseriebau. Die Konsequenz waren zur\u00fcckgehende Marktanteile. Auch gab es gab v\u00f6llig unterschiedliche Regeln f\u00fcr Lohnverhandlungen mit 17 Gewerkschaften in 50 Fabriken und eben kein Konsens im Management. Als Folge ergab sich ein extrem schlechtes Image von BL in der Welt.<\/p>\n<p>British Leyland (BL) besa\u00df zu Spitzenzeiten \u00fcber 40 verschiedene Produktionsst\u00e4tten, so dass die Produktion logistisch aufw\u00e4ndig und ineffizient war. Im Werk Longbridge produzierte 1980 ein Arbeiter sieben Autos im Jahr. 1981 waren es 17, im Jahr darauf schon \u00fcber 25. Geschlossen wurden 19 Fabriken und mehr als 90.000 Besch\u00e4ftigte entlassen. <\/p>\n<p>Durch den Zusammenschluss einer Vielzahl etablierter Automarken unter einem Dach kam es zu teils erbitterte Rivalit\u00e4ten in den unterschiedlichen Gesch\u00e4ftsbereichen, denn die fusionierten Firmen waren Konkurrenten. Sie boten gar Produkte f\u00fcr die gleiche Zielgruppe und \u00e4hnlichen Preisen an, Beispiel MG und Triumph.<\/p>\n<p>Die Entwicklung von neu konstruierten Nachfolgemodellen war mangels finanzieller Mittel weitgehend unterblieben. Einige Neuentwicklungen erg\u00e4nzten zwar die Modellpalette, erwiesen sich jedoch f\u00fcr den Export als Fehlgriffe. Die Fahrzeuge waren technisch unausgereift, sehr schlecht verarbeitet und entsprachen nicht dem Geschmack der Kunden. Zusammen mit den Konzern \u00fcbergreifenden Neuentwicklungen entstand ein f\u00fcr den Kunden undurchsichtiges und doppelgleisiges Produktportfolio. Durch die Probleme im eigenen Land waren die Autos aus dem Konzern auf den Auslandsm\u00e4rkten durch den hohen Pfundkurs viel zu teuer und die Marktanteile sanken weiter. Der Ausbau des H\u00e4ndlernetzes auf den verbliebenen M\u00e4rkten unterblieb und schrumpfte. <\/p>\n<p>Im Inland stand die Firma unter dem versch\u00e4rften Wettbewerbsdruck der ausl\u00e4ndischen Konkurrenz, die durch Qualit\u00e4t, Attraktivit\u00e4t der Modelle und vom hohen Pfundkurs beim Import profitierten. <\/p>\n<p>Trotz Einf\u00fchrung neuer Modelle hat der Konzern noch bis zum letzten Jahr Hunderte von Millionen Pfund Verlust eingefahren.  Im Jahr 1994 wurde die Rover Group an BMW verkauft und 2000 f\u00fcr einen symbolischen Preis weiter gegeben. Durch eine politisch gewollte Abkehr von der industriellen Produktion in Gro\u00dfbritannien wurde die \u201eWerkbank\u201c der Welt zu einer Import-Nation.<\/p>\n<figure id=\"attachment_5455\" aria-describedby=\"caption-attachment-5455\" style=\"width: 730px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/oldtimer-veranstaltung.de\/service\/wp-content\/uploads\/2015\/03\/Triumph-Herald.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/oldtimer-veranstaltung.de\/service\/wp-content\/uploads\/2015\/03\/Triumph-Herald.jpg\" alt=\"Triumph Herald\" width=\"730\" height=\"548\" class=\"size-full wp-image-5455\" srcset=\"https:\/\/oldtimer-veranstaltung.de\/service\/wp-content\/uploads\/2015\/03\/Triumph-Herald.jpg 730w, https:\/\/oldtimer-veranstaltung.de\/service\/wp-content\/uploads\/2015\/03\/Triumph-Herald-300x225.jpg 300w, https:\/\/oldtimer-veranstaltung.de\/service\/wp-content\/uploads\/2015\/03\/Triumph-Herald-125x94.jpg 125w\" sizes=\"auto, (max-width: 730px) 100vw, 730px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-5455\" class=\"wp-caption-text\">Triumph Herald &#8211; Chassis und Motor wie Triumph Spitfire<\/figcaption><\/figure>\n<h3>Erinnerung an die glorreiche Zeit<\/h3>\n<p>Die britischen Hersteller pr\u00e4gten die Automobilgeschichte und haben immer wieder Produkte geliefert, die zu Legenden wurden, zum Beispiel Austin Healey, Jaguar E-Typ, MGB, Triumph TR3 &#8211; TR6 usw. Egal ob Rallyesiege, Fahrzeugdesign oder automobiler Luxus, die britischen Hersteller setzten sicherlich fr\u00fcher Ma\u00dfst\u00e4be und waren ein ernst zu nehmender Konkurrent f\u00fcr andere Firmen. Es waren aber nicht nur Luxus- und Sportwagen, sondern Marken und Autos f\u00fcr die breite Masse wie Austin, MG, Morris und Rover. Sie waren damals eine tragende S\u00e4ule der britischen Wirtschaft. Einige Modelle haben heute weltweit ungez\u00e4hlte Liebhaber und erzielen hohe Preise. Sicherlich sind die Veteranen und Classic-Cars heute durch umfangreiche Reparaturen und <a href=\"https:\/\/oldtimer-veranstaltung.de\/2013\/07\/berichte-oldtimer-restauration\/\" title=\"Link zum Thema Restauration\" target=\"_blank\">Restaurationen<\/a> in einem besseren Zustand als bei Lieferung ab Werk.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die britische Automobilindustrie bis in die 60er Jahre Die britische Automobilproduktion hatte zum Ende des 19. 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