{"id":5703,"date":"2019-01-03T20:00:46","date_gmt":"2019-01-03T19:00:46","guid":{"rendered":"https:\/\/oldtimer-veranstaltung.de\/inserat\/?p=5703"},"modified":"2022-01-19T10:33:28","modified_gmt":"2022-01-19T09:33:28","slug":"die-geschichte-des-bmw-bzw-emw-340","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/oldtimer-veranstaltung.de\/inserat\/die-geschichte-des-bmw-bzw-emw-340\/","title":{"rendered":"Die Geschichte des BMW bzw. EMW 340"},"content":{"rendered":"<p>Der BMW bzw. EMW 340 gilt als eine der ersten Nachkriegsentwicklungen im Autobau in Deutschland. Der Typ 340 hat seinen Ursprung in Eisenach am Fu\u00df der geschichtstr\u00e4chtigen Wartburg in Th\u00fcringen. <\/p>\n<h3>Eisenacher BMW-Werk nach 1945<\/h3>\n<p>Das Eisenacher BMW-Werk hatte nicht das gleiche Schicksal, wie so viele andere Wirtschaftsbetriebe in der sowjetischen Besatzungszone nach Kriegsende. Das Werk war lediglich teilweise zerst\u00f6rt. Viele Werksangeh\u00f6rige waren im Krieg geblieben oder sind mit den Patenten in Richtung Westen verzogen. Andererseits blieben viele Leistungstr\u00e4ger, die Konstruktionszeichnungen und viele Teile vor Ort, so dass mit einer erneuten Produktion begonnen werden konnte.<\/p>\n<figure id=\"attachment_5704\" aria-describedby=\"caption-attachment-5704\" style=\"width: 730px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/oldtimer-veranstaltung.de\/inserat\/wp-content\/uploads\/2016\/03\/EMW-340.jpg\" rel=\"attachment wp-att-5704\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/oldtimer-veranstaltung.de\/inserat\/wp-content\/uploads\/2016\/03\/EMW-340.jpg\" alt=\"EMW 340 in Th\u00fcringen\" width=\"730\" height=\"338\" class=\"size-full wp-image-5704\" srcset=\"https:\/\/oldtimer-veranstaltung.de\/inserat\/wp-content\/uploads\/2016\/03\/EMW-340.jpg 730w, https:\/\/oldtimer-veranstaltung.de\/inserat\/wp-content\/uploads\/2016\/03\/EMW-340-300x139.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 730px) 100vw, 730px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-5704\" class=\"wp-caption-text\">EMW 340 in Th\u00fcringen<\/figcaption><\/figure>\n<h3>Ursprung BMW 326<\/h3>\n<p>Die BMW 326 Reiselimousine wurde von 1936\u20131941 gebaut und ist von 1947 bis 1949 als BMW 340 auf der Basis des BMW 326 wieder entstanden. Das Modell hat eine unverwechselbare wuchtige Front und einen von au\u00dfen zug\u00e4nglichen Kofferraum. Der hier vorgestellte EMW 340 hat viele \u00c4nderungen gegen\u00fcber seinem Vorbild aus der Zeit vor 1941 bekommen und wurde von 1949 &#8211; 1955 gebaut. Vermutlich ab dem 1. Juli 1952 wurde er als EMW 340 bezeichnet.<\/p>\n<p>Die vorderen T\u00fcren, als Zugang zu den Vordersitzen \u00f6ffnen noch nicht nach vorn, sondern nach hinten. Sie werden als Selbstm\u00f6rdert\u00fcren bezeichnet. Diese Art von T\u00fcren werden so genannt, da sie hinten an B S\u00e4ule angeschlagen sind und bei der Fahrt anders als die heutigen T\u00fcren, die an der A-S\u00e4ule befestigt sind, nicht zugedr\u00fcckt, sondern ruckartig aufgerissen werden. Es ist ein selbstm\u00f6rderischer Versuch diese Art von T\u00fcr beim Fahren wieder zu schlie\u00dfen! Auff\u00e4llig ist der gro\u00dfz\u00fcgige Platz f\u00fcr die Insassen und die weiche Federung des Wagens. <\/p>\n<h3>Ver\u00e4nderungen und Besonderheiten EMW 340 im Vergleich zum BMW 340<\/h3>\n<p>&#8211; 6-Zylinder-Motor mit 55\/57 PS BMW 340 und BMW 340-2<br \/>\n&#8211; 2 Fallstromvergaser, Solex, BVF oder Jikov<br \/>\n&#8211; Gro\u00dfer gemeinsamer Luftfilter nur EMW 340-2, somit 57 PS<br \/>\n&#8211; Lenkradschaltung nur BMW 340-2 und EMW 340-2<br \/>\n&#8211; Drehstabfederung der Hinterachse<br \/>\n&#8211; Neugestaltung des vorderen Kotfl\u00fcgels mit integrierten Scheinwerfern<br \/>\n&#8211; Reserverad innenliegend<br \/>\n&#8211; Innenraumheizung<br \/>\n&#8211; Durchgehende Sitzb\u00e4nke vorn und hinten f\u00fcr BMW 340-2 und EMW 340-2<br \/>\n&#8211; leicht ver\u00e4ndertes Armaturenbrett<\/p>\n<p>Damalige Aktivisten konnten die Sowjets davon \u00fcberzeugen, dass das Werk in Eisenach Bestand haben sollte. Daf\u00fcr baute man BMW 321 und BMW 326 aus Teilen zusammen, welche die Kriegszerst\u00f6rungen \u00fcberdauert hatten. In Eisenach liegt die Wiege von <a href=\"https:\/\/oldtimer-veranstaltung.de\/service\/100-jahre-bmw-jubilaeum\/\" title=\"100 Jahre BMW Autoproduktion\">100 Jahre BMW Autoproduktion<\/a>. <\/p>\n<p>12\/1896 FFE Fahrzeugfabrik Eisenach AG<br \/>\nab 1898 Wartburg Motorwagen<br \/>\nab 1904 \u2013 1914 und ab 1919 DIXI<br \/>\n05\/1921 Fahrzeugfabrik Eisenach, Zweigniederlassung der Gothaer Waggonfabrik AG<br \/>\nbis 1927 \u2013 DIXI<br \/>\nab 1927 \u2013 1928 3\/DA 15\/1<br \/>\n11\/1928 Bayerische Motoren Werke AG<br \/>\nab 1928 \u2013 1934 BMW 3\/15<br \/>\n1930 \u2013 1931 BMW \u2013 \u201eWartburg\u201c<br \/>\nab 1932 \u2013 1934 BMW 3\/20<br \/>\nab 1934 \u2013 1943 BMW 303, BMW-315, -319, -321, -326, -327, -328, (-325), -335<br \/>\n10\/1945 Wiederinbetriebnahme als BMW Werk <\/p>\n<p>Auf sowjetischen Befehl wurden ab 1945 BMW 321 und sp\u00e4ter BMW-326 gebaut. Die Enteignung im Sommer 1945 durch die Sowjets kam dieser Entwicklung zuvor. <\/p>\n<p>Nachdem die ersten Wagen die sowjetische Administration \u00fcberzeugt hatten, wurde das Werk 1946 in die AWTOWELO AG, einen russischen Maschinenbaukonzern, eingliedert. Dies geschah genau am 13.August, einem Datum, welches sp\u00e4ter die deutsche Nachkriegsentwicklung nochmals pr\u00e4gnant ver\u00e4nderte. <\/p>\n<p>In der Zeit wurden neben BMW 321 und BMW 326 auch BMW 327 hergestellt und die Weiterentwicklung des BMW 340 und dessen Nachfolger 340-2 betrieben. <\/p>\n<h3>Geschichte Automobilproduktion Eisenacher bis 1992<\/h3>\n<p>06\/1952 VEB Automobilfabrik EMW Eisenach, (EMW) Eisenacher Motorenwerke<br \/>\nEMW 340-2 und Varianten, auch EMW 327 <\/p>\n<p>Logowechsel: (BMW zu EMW und Farbe blau zu rot zum 01.07.1952<\/p>\n<p>1953 VEB Automobilwerk Eisenach (AWE) (bis 4\/1991)<br \/>\nEMW 340-2 und Varianten,<br \/>\nab 1953 EMW 309 (IFA F9) (Ostdeutsche Pendant zum F89 bzw. F91)<br \/>\nab 1956 Wartburg-311, -312, -313<br \/>\nab 1966 353<br \/>\nab 1988 1.3<br \/>\nbis 1956 EMW-Rennsportwagen, 1,5 Liter<br \/>\n09\/1992 Opel Adam AG <\/p>\n<p>Die Entwicklungsarbeiten f\u00fcr den EMW 340 begannen 1947 in der AWTOWELO AG. Bereits im April 1948 waren 2 Prototypen hergestellt worden und im Februar 1949 wurde das Automobil als eigenst\u00e4ndige Entwicklung in Br\u00fcssel ausgestellt und ab Oktober 1949 in die Serienproduktion \u00fcberf\u00fchrt. <\/p>\n<p>Hinweis: Mit Klick auf ein Foto mit dem Mauszeiger (PC) oder Ber\u00fchrung mit dem Finger (Smartphone, Tablet) wird der Wechsel zum n\u00e4chsten Foto durchgef\u00fchrt.<\/p>\n<p>Von 1949 bis 1951 wurden ca. 8.000 St\u00fcck BMW 340 und Varianten gebaut. Von 1951 bis 1955 verlie\u00dfen weitere BMW 340 \/ BMW 340-2 und EMW 340-2 sowie Varianten des Fahrzeuges das Werk (ca. 13.000 St\u00fcck). <\/p>\n<p>Der Markenwechsel vom BMW zum EMW zum 01.07.1952 wurde durch den Patentstreit zwischen den nunmehr in M\u00fcnchen ans\u00e4ssigen BMW Werken und der AWTOWELO AG herbeigef\u00fchrt. Baugleich wurden die Wagen nunmehr als EMW gefertigt. Die einzigen \u00c4nderungen bestanden im Namen- und Logowechsel. Die 2 blauen BMW-Viertelkreise tauschte man durch rote Viertelkreise aus. <\/p>\n<p>Der Verkaufspreis der Limousine 340 bzw. 340-2 betrug 15.000,00 DM (Mark der DDR), was dem 40-fachen des Durchschnittseinkommens von 1952 entsprach. <\/p>\n<p>Es gab folgende Variantenbezeichnungen:<br \/>\n340 \u2013 1 Sportwagen, 2-Sitzer (nur als Prototyp bekannt)<br \/>\n340 \u2013 2 Limousine, ca. 18.672 St\u00fcck<br \/>\n340 \u2013 3 Lieferwagen, ca. 843 St\u00fcck<br \/>\n340 \u2013 4 Sanit\u00e4tswagen, ca. 532 St\u00fcck<br \/>\n340 \u2013 5 Fahrgestelle f\u00fcr Sonderaufbauten, ca. 659 St\u00fcck<br \/>\n340 \u2013 6 (nicht bekannt)<br \/>\n340 \u2013 7 Kombi, ca. 364 St\u00fcck <\/p>\n<p>Insgesamt waren 8 verschiedene Karosserievarianten geplant. Dazu geh\u00f6ren ein 2-Sitzer-Cabriolet und ein 4-Sitzer-Cabriolet. Die Fahrgestelle wurden im Karosseriewerk Halle \/ Saale beispielsweise als Pritschenwagen oder als Viehtransporter, aber auch als Leichenwagen komplettiert. <\/p>\n<p>Ein gro\u00dfer Teil der Wagen wurde auch exportiert. Neben dem Export nach Westdeutschland gingen Autos in den Export in folgende L\u00e4nder:<br \/>\nBelgien, Luxemburg, Niederlande, D\u00e4nemark, Finnland, Norwegen, Schweiz, Griechenland, Sowjetunion, Polen und in weitere \u201eOstblockl\u00e4nder\u201c, Peru, Venezuela, Angola und Indonesien (Rechtslenker) <\/p>\n<h3>Typische Karosseriefarben des EMW 340<\/h3>\n<p>&#8211; schwarz, grau, wei\u00df, lindgr\u00fcn, rot und hellblau<br \/>\n&#8211; Fahrzeuge f\u00fcr den Export wurden auch zweifarbig lackiert. <\/p>\n<p>Heute existieren nach vorsichtigen Sch\u00e4tzungen etwa 120 bis 150 Fahrzeuge, wovon ungef\u00e4hr 80 fahrbereit sind oder mit mehr oder weniger Aufwand fahrbereit gemacht werden k\u00f6nnen. <\/p>\n<p>Es gibt eine eingeschworene Fan-Gemeinde, die sich in der Vergangenheit bereits 6 mal an verschiedenen Orten zum gemeinsamen Erfahrungsaustausch und zum geselligen Beisammensein zusammengefunden haben. <\/p>\n<p>Das 7. BMW \/ EMW 340 Treffen war in Dessau \/ W\u00f6rlitz vom 26. bis 28. August 2016. <\/p>\n<p>Quelle: Prof. Dr. Ing. Gerd F\u00f6rster <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der BMW bzw. EMW 340 gilt als eine der ersten Nachkriegsentwicklungen im Autobau in Deutschland. 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