{"id":3595,"date":"2014-12-06T17:15:16","date_gmt":"2014-12-06T16:15:16","guid":{"rendered":"https:\/\/oldtimer-veranstaltung.de\/inserat\/?p=3595"},"modified":"2022-05-24T10:13:10","modified_gmt":"2022-05-24T08:13:10","slug":"wurden-die-besseren-opel-in-biel-in-der-schweiz-produziert","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/oldtimer-veranstaltung.de\/inserat\/wurden-die-besseren-opel-in-biel-in-der-schweiz-produziert\/","title":{"rendered":"Wurden die besseren Opel in Biel in der Schweiz produziert?"},"content":{"rendered":"<p>Nachdem Opel am 4.12.2014 die Produktion in Bochum nach mehr als 50 Jahren einstellte, m\u00f6chte ich heute auf ein anderes abgeschlossenes Kapitel von General Motors (GM) in Europa eingehen. GM produzierte von 1936 bis 1975 in einem Montagewerk in Biel (Kanton Bern\/Schweiz). <\/p>\n<h3>Rahmenbedingungen zur Gr\u00fcndung des Montagewerkes<\/h3>\n<p>Industriell stand am Ende der Zwanziger Jahre im Vordergrund die Flie\u00dfbandproduktion und die Weltwirtschaftskrise. Diese Krise f\u00fchrte zu protektionistischen Tendenzen in den Nationalstaaten. W\u00e4hrend der Import von Fertigprodukten, speziell bei Luxusg\u00fctern, mit hohen Schutzz\u00f6llen belegt wurde, erhielten importierte Halbfertigprodukte Subventionen von den Regierungen. Ziel war es, die heimische Wirtschaft zu f\u00f6rdern.<\/p>\n<p>Das Gel\u00e4nde wurde von der Stadt Biel gratis zur Verf\u00fcgung gestellt. Die Stadt Biel baute auf einem rund 30.000 qm gro\u00dfen Gel\u00e4ndes in Bahnhofsn\u00e4he f\u00fcr das GM-Montagewerk eine geeignete Halle f\u00fcr 2 Mio. Schweizer Franken. Das Geb\u00e4ude wurde in damals top-aktueller Glas- und Stahlbauweise konstruiert. Die Fabrik baute die Stadt auf eigene Kosten, vermietete diese zu 8 % der Baukosten an GM. Die Stadt Biel verzichtete f\u00fcr f\u00fcnf Jahre auf die Erhebung einer Gemeindesteuer. <\/p>\n<p>Am 5. Februar 1936 war der erste Buick der General Motors Suisse SA zur Auslieferung fertig montiert.<\/p>\n<figure id=\"attachment_3600\" aria-describedby=\"caption-attachment-3600\" style=\"width: 730px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/oldtimer-veranstaltung.de\/inserat\/wp-content\/uploads\/2014\/12\/Opel-Rekord-Ascona-2.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/oldtimer-veranstaltung.de\/inserat\/wp-content\/uploads\/2014\/12\/Opel-Rekord-Ascona-2.jpg\" alt=\"GM Suisse Rekord Ascona P\" width=\"730\" height=\"548\" class=\"size-full wp-image-3600\" srcset=\"https:\/\/oldtimer-veranstaltung.de\/inserat\/wp-content\/uploads\/2014\/12\/Opel-Rekord-Ascona-2.jpg 730w, https:\/\/oldtimer-veranstaltung.de\/inserat\/wp-content\/uploads\/2014\/12\/Opel-Rekord-Ascona-2-300x225.jpg 300w, https:\/\/oldtimer-veranstaltung.de\/inserat\/wp-content\/uploads\/2014\/12\/Opel-Rekord-Ascona-2-50x37.jpg 50w\" sizes=\"auto, (max-width: 730px) 100vw, 730px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-3600\" class=\"wp-caption-text\">GM Suisse Rekord Ascona P &#8211; Zulassung 24.06.1959 1488 ccm, 45 PS, 3-Gang-Lenkradschaltung<\/figcaption><\/figure>\n<h3>Die Zeit des zweiten Weltkrieges<\/h3>\n<p>Die vorr\u00e4tigen Teile machten eine Produktion von etwa 800 Fahrzeugen w\u00e4hrend dieser Zeit noch m\u00f6glich. Ein Teil der Geb\u00e4ude wurde an das rote Kreuz vermietet. Der Rest wurde zur Herstellung von Kriegsmaterial eingesetzt. Auch die Reparatur von Eisenbahnwagons wurde im GM-Montagewerk durchgef\u00fchrt. Das Flie\u00dfband wurde w\u00e4hrend dieser Zeit durch ein Eisenbahngleis ersetzt. <\/p>\n<h3>Die Zeit ab 1947 bis 1975<\/h3>\n<p>General Motors Suisse SA kaufte und modernisierte im Jahr 1947 die Fabrikgeb\u00e4ude. Die Vergr\u00f6\u00dferung des Werkes wurde 1949 abgeschlossen. Bereits 1950 wurden etwa 6.500 GM-Fahrzeuge montiert. Um die Produktionskapazit\u00e4ten weiter auszubauen, wurden 1955 weitere 20 Mio. Schweizer Franken in das Werk investiert. 1957 wurden bereits 14.500 Fahrzeuge verkauft. In den Folgejahren konnten durch weitere Rationalisierungsma\u00dfnahmen ein Aussto\u00df von 18.000 Fahrzeugen realisiert werden. Die Fl\u00e4che des Werkes betrug jetzt 52.000 qm. Die Produktionszahlen tendierten gegen 20.000 Einheiten und 1968 waren es etwa 30.000 Fahrzeuge.<\/p>\n<p>F\u00fcr die Eisenbahn der Schweiz (SBB) bedeutete das rasante Anwachsen der montierten GM-Absatzzahlen 1968 ein Auftragsvolumen von ca. 53.000 Tonnen. Darunter waren ca. 30.000 fertige Fahrzeuge. <\/p>\n<p>\u00d6sterreich und Italien wurden seit 1947 von General Motors Suisse SA betreut. Zuletzt wurden rund 50 % der in Biel montierten Fahrzeuge in die beiden genannten M\u00e4rkte exportiert. In den 60er-Jahren fokussierte sich die Fertigung der Fahrzeuge in Biel haupts\u00e4chlich auf die Marken Chevrolet, Vauxhall und Opel. In den fr\u00fchen Sechzigern kaufte GM eine 147.000 qm gro\u00dfes Gel\u00e4nde. Auf ihm entstand, 6 km vom Montagewerk Biel entfernt, das Lager- und Auslieferungszentrum mit einer Lagerfl\u00e4che von 11.400 qm. <\/p>\n<h3>Das Ende der Produktion<\/h3>\n<p>Die GM-Produktion in der Schweiz begann aus steuerlichen Gr\u00fcnden. Fiskalische Gegebenheiten waren es auch, die das Ende der schweizerischen Automobilproduktion und -montage bedeuteten. <\/p>\n<p>Die Gr\u00fcndung der damaligen EWG (Europ\u00e4ische Wirtschaftsgemeinschaft) war dann der Start f\u00fcr das Ende des GM-Montagewerks in Biel. Quasi als \u201eGegenkonzept\u201c zur EWG wurde die EFTA (European Freetrade Association &#8211; Europ\u00e4ische Freihandelszone) gegr\u00fcndet. Hintergrund war es, erleichterte Zollabkommen mit der EWG zu schlie\u00dfen. Mit diesem Abkommen war das Montagewerk in der Schweiz hinf\u00e4llig. Durch den Beitritt der Schweiz zur EFTA und das Assoziationsabkommen zwischen beiden Organisationen musste die Schweiz die steuerliche F\u00f6rderung von importierten Halbfertigprodukten einstellen. Damit war dem Montagewerk in Biel der \u00f6konomische Boden entzogen worden. Im Jahr 1972 wurde das Zollabkommen zwischen EFTA und EWG rechtskr\u00e4ftig. Obwohl 1973 nochmals 5 Millionen Franken in das Montagewerk investiert wurden, lief am 14. August 1975 der letzte Wagen, ein Opel Rekord, von insgesamt 329.864 produzierten Fahrzeugen vom Band. <\/p>\n<p>Hinweis: Mit Klick auf ein Foto mit dem Mauszeiger (PC) oder Ber\u00fchrung mit dem Finger (Smartphone, Tablet) wird der Wechsel zum n\u00e4chsten Foto durchgef\u00fchrt.<\/p>\n<h3>Opel Modelle Made in Switzerland<\/h3>\n<p>Die Fahrzeuge wurden aus Baus\u00e4tzen montiert. Bis heute \u00dcberlebende Modelle der Typen Admiral und Rekord-Ascona sind in der Fotogalerie zu sehen. Es ist davon auszugehen, dass die Rostvorsorge der in Biel gebauten GM-Modelle besser war als aus anderen Fabriken. Auch so habe ich immer wieder  den Eindruck, dass die viele Schweizer langfristig mit ihren Autos sorgsamer umgehen, als andere damalige Zeitgenossen.<\/p>\n<p>Historische Fotos aus Biel finden sich in einem <span class=\"removed_link\" title=\"http:\/\/www.alt-opel.org\/clubzeitung03\/Suisse.pdf\">pdf-Dokument<\/span> der Alt-Opel IG.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nachdem Opel am 4.12.2014 die Produktion in Bochum nach mehr als 50 Jahren einstellte, m\u00f6chte ich heute auf ein anderes abgeschlossenes Kapitel von General Motors (GM) in Europa eingehen. 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