{"id":1049,"date":"2013-07-26T17:00:11","date_gmt":"2013-07-26T15:00:11","guid":{"rendered":"https:\/\/oldtimer-veranstaltung.de\/inserat\/?p=1049"},"modified":"2022-01-19T11:18:44","modified_gmt":"2022-01-19T10:18:44","slug":"amphicar-der-oldtimer-fuer-den-badesee-oder-fluss","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/oldtimer-veranstaltung.de\/inserat\/amphicar-der-oldtimer-fuer-den-badesee-oder-fluss\/","title":{"rendered":"Amphicar der Oldtimer f\u00fcr den Badesee oder Fluss"},"content":{"rendered":"<p>Manchem j\u00fcngeren Leser ist der Amphicar, ein schwimmf\u00e4higer Personenwagen und Amphibienfahrzeug f\u00fcr die Stra\u00dfe und das Wasser in Form eines Viersitzer-Cabrio sicherlich nicht bekannt. Da wir uns in einem ausgepr\u00e4gten Wetter Hoch befinden und es an einem Fluss oder Badesee f\u00fcr die Abk\u00fchlung am Sch\u00f6nsten ist, m\u00f6chte ich den Amphicar vorstellen.<\/p>\n<p>Hans Trippel entwickelte das Fahrzeug und lie\u00df es von 1960 bis 1963 in Berlin-Wittenau bei der Deutschen Waggon- und Maschinenfabrik (DWM) bauen. Die Karosserien fertigte zu Beginn der Produktion die Industrie-Werke Karlsruhe AG in L\u00fcbeck-Schlutup.<\/p>\n<figure id=\"attachment_1052\" aria-describedby=\"caption-attachment-1052\" style=\"width: 730px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/oldtimer-veranstaltung.de\/inserat\/wp-content\/uploads\/2013\/07\/amphicar-auf-der-strasse.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/oldtimer-veranstaltung.de\/inserat\/wp-content\/uploads\/2013\/07\/amphicar-auf-der-strasse.jpg\" alt=\"Amphicar auf der Strasse\" width=\"730\" height=\"485\" class=\"size-full wp-image-1052\" srcset=\"https:\/\/oldtimer-veranstaltung.de\/inserat\/wp-content\/uploads\/2013\/07\/amphicar-auf-der-strasse.jpg 730w, https:\/\/oldtimer-veranstaltung.de\/inserat\/wp-content\/uploads\/2013\/07\/amphicar-auf-der-strasse-300x199.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 730px) 100vw, 730px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-1052\" class=\"wp-caption-text\">Amphicar auf dem Weg zum Badesee<\/figcaption><\/figure>\n<p>In Deutschland kostete der Amphicar im Jahr 1962 10.500 DM und war wesentlich teurer als ein damaliger Mittelklassewagen von Opel oder Ford. Grund f\u00fcr den wirtschaftlichen Misserfolg war sicherlich der hohe Preis gewesen. Auch soll die Verarbreitung nicht besonders gut gewesen sein.<\/p>\n<p>Es wurden 3.878 Fahrzeuge produziert und 3.046 St\u00fcck gingen in die USA. Der Absatz verlief schlecht, so dass noch drei Jahre nach Ende der Produktion \u00abNeuwagen\u00bb zu kaufen waren. Diese standen auf Halde mit den Angaben des Baujahrs von 1964 und 1965. Sie wurden angeblich noch mit einem Preis verringerten Preis von 8.385 DM angeboten. <\/p>\n<p>Der Wagen besa\u00df einen Rohrrahmen und L\u00e4ngstr\u00e4ger. Darauf war eine selbst tragende Ganzstahl-Karosserie aufgesetzt. Das Unterteil der Karosserie war als geschlossene Wanne aus 1,5 mm dickem Blech geformt. Alle Teile wurden miteinander verschwei\u00dft. Die T\u00fcren wurden f\u00fcr die Fahrt im Wasser von innen mit einem zweiten Griff zus\u00e4tzlich verriegelt und dadurch st\u00e4rker an die T\u00fcrdichtungen gepresst, um Wassereintritt zu verhindern. Der Motorraum war serienm\u00e4\u00dfig mit einer Lenzpumpe ausgestattet. Um den Bedingungen der Schifffahrt zu gen\u00fcgen, waren rote und gr\u00fcne Positionslichter und ein Signalhorn auf der Fronthaube angebracht. Bei der Fahrt im Wasser musste auf dem Heckdeckel noch ein wei\u00dfes Positionslicht auf einem Mast angebracht werden. Im Bug unter dem Kofferraum war das Reserverad f\u00fcr die Fortbewegung an Land untergebracht. Der Kraftstofftank lag \u00fcber der Vorderachse.<\/p>\n<p>Vorder- und Hinterr\u00e4der waren an gezogenen L\u00e4ngsschwingen mit Federbeinen und hydraulischen Sto\u00dfd\u00e4mpfern aufgeh\u00e4ngt. Gebremst wurde mit hydraulischen Trommelbremsen. Die Handbremse wurde mit Seilzug bet\u00e4tigt. Gelenkt wird der Amphicar auf der Stra\u00dfe und im Wasser mit den Vorderr\u00e4dern.<\/p>\n<p>Der Vierzylinderviertakt-Reihenmotor  stammte vom Triumph Herald 1200 mit knapp 1,2 Liter Hubraum und einer Leistung von 38 PS. Die Kraft wird \u00fcber auf das vor dem Motor platzierte Getriebe \u00fcbertragen. Das voll synchronisierte Viergang-Spezialgetriebe mit zus\u00e4tzlichem 3 : 1 untersetzten Wendegetriebe  mit einem Vorw\u00e4rts- und R\u00fcckw\u00e4rtsgang f\u00fcr den Antrieb von zwei Schrauben aus Kunststoff wurde von der Firma  von Hermes in Wuppertal geliefert. Der \u00abKapit\u00e4n\u00bb schaltet das Getriebe f\u00fcr die Stra\u00dfe auf Leerlauf und aktiviert mit einem zweiten Schalthebel die Propeller bzw. Schiffsschrauben.<\/p>\n<p>Nach jeder Wasserfahrt waren am Amphicar 13 Schmiernippel mit Fett zu versorgen. Dazu musste das Fahrzeug aufgebockt und die R\u00fccksitzbank ausgebaut werden. Der hohe Wartungsaufwand war sicherlich auch schon damals nicht ganz zeitgem\u00e4\u00df.<\/p>\n<p>Hinweis: Mit Klick auf ein Foto mit dem Mauszeiger (PC) oder Ber\u00fchrung mit dem Finger (Smartphone, Tablet) wird der Wechsel zum n\u00e4chsten Foto durchgef\u00fchrt.<\/p>\n<p>Der Amphicar hatte in gutem Zustand auf der Stra\u00dfe eine H\u00f6chstgeschwindigkeit von ungef\u00e4hr 120 km\/h. Im Wasser schipperte das Boot ungef\u00e4hr mit einer maximalen Geschwindigkeit von 6,5 Knoten. Das entspricht f\u00fcr Landratten etwa 12 km\/h. Es soll in Deutschland noch etwa 100 existierenden Fahrzeuge geben. In Deutschland  wird im Wasser vom \u00abKapit\u00e4n\u00bb ein Sportbootf\u00fchrerschein Binnen zum F\u00fchren des Land- und Wasserfahrzeugs verlangt. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Manchem j\u00fcngeren Leser ist der Amphicar, ein schwimmf\u00e4higer Personenwagen und Amphibienfahrzeug f\u00fcr die Stra\u00dfe und das Wasser in Form eines Viersitzer-Cabrio sicherlich nicht bekannt. 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